Fastenzeit

Aufbautage nach dem Fasten: Das sollte man beachten

Elias Thiel

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28.3.2024, 08:36 Uhr
Ein Apfel ist die typische Speise zum Fastenbrechen.

© IMAGO Ein Apfel ist die typische Speise zum Fastenbrechen.

In diesem Artikel:

Nach der Fastenperiode benötigt der Körper Zeit, bis er wieder gut mit fester Nahrung zurechtkommt. Die richtige Ernährung nach dem Fasten spielt daher eine entscheidende Rolle.

In der Zeit nach dem Fasten sollte man seine Ernährung bewusst gestalten, um langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu erzielen. Denn das Fastenbrechen trägt dazu bei, das volle Potenzial des Fastens auszuschöpfen.

Für das Fastenbrechen beziehungsweise die Aufbautage sollte man sich mindestens ein Drittel der Zeit nehmen, die insgesamt gefastet wurde. Aber auch das eigene Körpergefühl und Wohlbefinden spielen dabei eine zentrale Rolle. In einigen Fällen benötigt der Körper mehr Zeit, um sich wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Dann sollte man dem Körper auch mehr Zeit für die Umstellung geben.

Achtung: Für das Fastenbrechen sollten immer mindestens zwei Tage eingeplant werden, unabhängig von der Dauer des Fastens.

Im Gegensatz zum totalen Fasten wird dem Körper beim Heilfasten etwas Energie zugeführt, durch Obst- und Gemüsesäfte, Gemüsebrühe oder auch Honig. Aber auch hier sind das Fastenbrechen und die Aufbautage wichtiger Bestandteil der Fastenkur.

Die Beendigung des Fastens wird traditionsgemäß mittags mit einem Apfel eingeleitet. In den Tagen nach dem Fasten sollte man sich behutsam und langsam an die gewohnte Ernährung heran testen.

Die Anzahl der Aufbautage richtet sich nach der Dauer des Fastens. Zum Beispiel folgen auf acht Fastentage drei bis vier Aufbautage, in denen die Kalorienzufuhr schrittweise von etwa 800 Kalorien auf 1600 Kalorien pro Tag erhöht wird.

Warum sind Aufbautage wichtig?

Die Aufbautage sind von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Fastens. Nach der Wiederaufnahme der Nahrungszufuhr werden verschiedene Regenerationsprozesse im Körper aktiviert. Neue Mitochondrien, die Energieproduzenten der Zellen, entstehen in den Neuronen (Nervenzellen) und anderen Zellen.

Aufgrund der verminderten Aktivität des Verdauungssystems während des Fastens ist es wichtig, den Körper während der Aufbautage behutsam und schrittweise wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. In den Aufbautagen können Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsproblemen auftreten.

Das Fastenbrechen sollte daher als ein Neustart für eine langfristig gesunde und ausgewogene Ernährung genutzt werden, anstatt den Körper direkt mit ungesundem Essen zu überfordern.

Eine Studie zeigt, dass sich durch das Heilfasten nach Buchinger auch die Zusammensetzung der Darmflora verändert. Fasten erhöht die Diversität der Darmflora und sorgt für die Zunahme mehrerer positiver Bakterienarten.

Um die positiven Effekte des Fastens oder Heilfastens auch nach Abschluss der Fastenkur zu erhalten, ist eine achtsame Nahrungsaufnahme entscheidend. Dafür sollte man in einem bedachten Tempo essen und sich Zeit für jede Mahlzeit nehmen. Zudem sollte man jeden Bissen gründlich kauen und darauf achten, wann das Sättigungsgefühl einsetzt.

Der Körper benötigt nach der Fastenperiode eine behutsame Einführung in eine vollwertige Ernährung. Eine schonende ovo-lacto-vegetarische und ausgewogene Ernährung (pflanzliche Lebensmittel einschließlich Milchprodukte und Eier) oder eine vegane Ernährung eignen sich dafür am besten.

Neue Geschmackssinne

Während des Fastens werden nicht nur der Körper, sondern auch die Geschmackssinne gereinigt und neu kalibriert. In dieser Phase steigt die Empfindlichkeit für süße und salzige Aromen deutlich an. Daher kann beispielsweise schon ein Apfel nach dem Fastenbrechen besonders intensiv und köstlich schmecken.

Wer sich entscheidet, den Zuckerkonsum zu reduzieren oder sogar eine zuckerfreie Ernährung zu führen, wird möglicherweise den Unterschied in der ersten Zeit kaum bemerken. Natürliche Süße von Früchten wie Bananen und Trockenobst kann nach dem Fastenbrechen bereits überwältigend wirken.

Damit man seinen Körper nicht überfordert, sollte man für mindestens zwei Tage eine Aufbauernährung einplanen. Vor allem nährstoffreiche Suppen und Säfte eignen sich dafür sehr gut.

Zudem kann man auch gekochtes Gemüse oder Vollkornprodukte essen. Genauso gut eignen sich Milchprodukte, wie zum Beispiel Joghurt oder Quark sowie Reis oder Kartoffeln.

Was kann man beim Fastenbrechen essen?

  • Frisch gepresste Säfte
  • Gemüsebrühe
  • Gemüsesuppen
  • Milchprodukte
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Pflanzenmilch (zuckerfrei)

Im Folgenden gibt es einen Ernährungsplan für drei Aufbautage zum Nachmachen:

Tag 1:

  • Morgens: Joghurt mit Beeren, ein Becher Früchtetee
  • Mittags: Linsensuppe
  • Abends: Gemüsesuppe

Tag 2:

  • Morgens: Grüner gepresster Fruchtsaft
  • Mittags: Kartoffeln mit Kräuterquark
  • Abends: Reispfanne mit Gemüse

Tag 3:

  • Morgens: Früchtejoghurt
  • Mittags: griechischer Tomatenreis
  • Abends: Kürbissuppe

Wer die Aufbautage überspringt und normal auf seine gewohnte Ernährungsweise zurückgreift, riskiert Verdauungsprobleme, Übelkeit und Erbrechen.

Aber auch wer Aufbautage einplant, kann Probleme mit der Verdauung wie Blähungen erleben und sich weiterhin geschwächt fühlen. Beispielsweise brauchen die Verdauungsorgane wieder mehr Energie, was zu Kreislaufschwankungen führen kann. Ob das passiert, hängt von der individuellen Körperreaktion ab.

Wissen sollte man auch, dass man in den ersten Aufbautagen direkt wieder an Gewicht zunimmt. Das liegt daran, dass der Körper beim Aufbau der Glukosespeicher Wasser einlagert, dass er zuvor verloren hatte. Zudem füllt sich der Verdauungstrakt wieder. Das heißt also nicht, dass man wieder Körperfett anlagert.

Durchfall nach dem Fasten

Trotz sorgfältiger Vorbereitung kann man nach dem Fasten unter Durchfall leiden, vor allem dann, wenn man zu schnell oder zu viel ist. Der Darm muss erst wieder in Schwung kommen. Dann ist es sinnvoll, erst einmal weniger und leichter zu essen und sich dabei Zeit zu lassen. Zudem sollte man viel trinken.

Verstopfung nach dem Fasten

Auch das Gegenteil von Durchfall ist möglich. Besonders Personen, die zu Verstopfungen neigen, leiden gelegentlich auch nach dem Fasten darunter. Zwei, drei Tage lang keinen Stuhlgang zu haben ist relativ normal, der Darm muss sich ja erst wieder füllen. Spätestens am vierten Tag sollte man aber wieder "groß" müssen.

Ist das nicht der Fall, kann man folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Faserreiche Kost essen und dabei viel trinken
  • Als zusätzliche Ballaststoffe Flohsamen oder Leinsamen mit viel warmer Flüssigkeit einnehmen
  • Morgens ein bis drei eingeweichte Backpflaumen essen
  • Etwas Sauerkrautsaft trinken, welcher als sanftes Abführmittel dient
  • Sich sanft bewegen und zum Beispiel spazieren gehen

Damit das Fastenbrechen auch gut funktioniert, sollte man sich an folgende Tipps halten:

  1. Ausreichend trinken
  2. Genug Zeit zum Essen nehmen und bewusst genießen
  3. Gründlich kauen
  4. Frisches Obst und Gemüse essen
  5. Fettige Speisen und Süßigkeiten vermeiden
  6. Verzicht auf Alkohol
  7. Fleisch und Fisch vermeiden

Welche Lebensmittel sollte man beim Fastenbrechen vermeiden?

Beim Fastenbrechen sollte man auf folgende Lebensmittel verzichten:

  • Kaffee
  • schwarzer Tee
  • Alkohol
  • Süßstoffe
  • Fettige, frittierte und schwer verdauliche Lebensmittel
  • Fleisch
  • Fisch

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