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Schuldentilgung: Club denkt über Grundstücksverkauf nach

Sollte die Ausgliederung scheitern, müsste der FCN wohl an sein Tafelsilber ran - 14.10.2017 05:52 Uhr

Der Sportpark Valznerweiher: Hier spielt und trainiert der Nachwuchs, bereiten sich die Profis auf ihre Partien vor und sind andere Abteilungen des Vereins beheimatet. © Sportfoto Zink / DaMa


Auf der Bilanzpressekonferenz am Sonntagmittag gab sich Michael Meeske erst gar keine Mühe, die Lage zu beschönigen. Zum Stichtag 30. Juni drückten den 1. FC Nürnberg exakt 20,8 Millionen Euro Schulden - 3,1 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Sollten die weiteren Aussichten nicht komplett täuschen, ist zumindest der Anstieg der Verbindlichkeiten vorerst gestoppt. Wie der Club allerdings aus den roten Zahlen herauskommen möchte, weiß selbst der kaufmännische Vorstand nicht. "Aus eigener Kraft", sagt Meeske, "wird es schwer werden"; sollte die Profi-Mannschaft in absehbarer Zeit nicht in die Bundesliga aufsteigen, könnte es 20 Jahre und länger dauern, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Grethlein glaubt, bis der Schuldenberg abgetragen sein könnte.

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Nix war's mit der Schwarzen Null: Der FCN schreibt weiter rote Zahlen, was Finanzvorstand Michael Meeske auf der alljährlichen Mitgliedersammlung auch zu erklären versucht. Mit der sportlichen Situation sind sie beim Club derweil zufrieden. Ansonsten geht's in der Meistersingerhalle um die Besetzung von drei Aufsichtsratsplätzen, einen mit Spannung erwarteten Änderungsantrag - und bei uns nicht um Erklärungen, sondern die stärksten Bilder vom neuerlichen Treffen der Club-Familie!


Um eine leistungsfähige Perspektive zu wahren, wären laut Meeske nicht mehr als 500.000 Euro Tilgung pro Geschäftsjahr drin. Es sei denn, die von den Führungskräften angestrebte Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft spült frisches Geld in die Kassen. Bis zu 20 Millionen wären durch den Verkauf von Anteilen möglich, glaubt Meeske – wovon ein Teil zur Sanierung verwendet werden würde.

Sollte es mit der Ausgliederung nicht klappen, die immerhin 75 Prozent der Mitglieder absegnen müssten, blieben als mögliche Tilgungsszenarien nur noch die Ausgabe von Genussscheinen - oder zum Beispiel der Verkauf des 7000 Quadratmeter großen Vereinsgrundstücks, auf dem seit 1990 das heutige Hilton- und frühere Scandic-Crown-Hotel steht.

Investoren schon ab 2018?

Meeske nennt es eine "denkbare Möglichkeit, die Verbindlichkeiten abzubauen"; in Innenstadtlagen können entsprechende Flächen schon mal das 25- bis 30-Fache der Jahresmitte wert sein. Die im Sportpark Valznerweiher ansässige Hotel-Kette zahlt über insgesamt 50 Jahre einen Erbpachtzins im angeblich unteren sechsstelligen Bereich an den Verein. "Die Überlegungen", schränkt Meeske aber umgehend ein, "stehen nicht im Vordergrund."

Im Vordergrund steht der Plan, vielleicht schon 2018 mit einer anderen Gesellschaftsform mögliche Investoren anzulocken. Erst vor zwei Jahren hatte die Mitglieder- und Delegiertenversammlung einer Erhöhung der Grundschuld auf das Vereinsgelände zugestimmt. 

Wolfgang Laaß

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