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Rechtsextreme planen Heldengedenkmarsch in Wunsiedel

"Freies Netz Süd" hat erneute Demonstration für Samstag angemeldet - 12.11.2015 18:20 Uhr

Oberfranken soll "bunt und respektvoll" bleiben. Dafür steht die Bürgerinitiative "Wunsiedel ist bunt".

Oberfranken soll "bunt und respektvoll" bleiben. Dafür steht die Bürgerinitiative "Wunsiedel ist bunt". © News5 / Fricke


Seit Jahren organisiert Kempken Aufmärsche der rechten Szene in Oberfranken. Die Strecke des Aufmarsches soll nach Angaben der Polizei diesmal vom Wunsiedler Bahnhof zum Marktplatz führen. Obwohl das Grab des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Wunsiedel bereits im Sommer 2011 aufgelöst worden war, pilgern weiterhin mehrmals im Jahr rechtsextreme Gruppen in die oberfränkische Kleinstadt.

Die Bürgerinitiative "Wunsiedel ist bunt nicht braun" hat bereits eine Gegendemonstration für Samstag geplant und ruft über soziale Netzwerke zur Teilnahme auf. Um 16 Uhr findet in der Friedhofskirche in Wunsiedel ein ökomenischer Friedensgottesdienst statt, der von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde organisiert wird. Im Anschluss ruft die Initiative um 16.30 Uhr zu einer Kundgebung unter dem Motto "bunt und respektvoll" auf dem Marktplatz auf. Damit wollen sich die Organisatoren klar gegen Rassismus, Hetze und Menschenfeindlichkeit positionieren. Das Hofer Bündnis für Zivilcourage und die CSU Wunsiedel unterstützen das Vorhaben.

Unfreiwilliger Spendenlauf

Bereits vor einem Jahr, am 15. November 2014, demonstrierten Neonazis in Wunsiedel. Durch die Gegeninitiative "Rechts gegen Rechts" wurde den Rechtsextremen jedoch schnell der Wind aus den Segeln genommen. Denn für jeden Meter, den die rechtsradikalen Demonstranten in Wunsiedel zurücklegten, spendete die Organisation 10 Euro für das Neonazi-Aussteigerprogramm "Exit". So wurde kurzerhand aus einem Neonazi-Trauermarsch ein Spendenlauf.

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"Rechts gegen Rechts": Neonazis marschieren durch Wunsiedel

Unfreiwilliger Spendenlauf von Rechtsextremen im oberfränkischen Wunsiedel: Die Initative "Rechts gegen Rechts" nutzte einen Gedenkmarsch von rund 250 Neonazis kurzerhand zum guten Zweck und spendete für jeden zurückgelegten Meter der Rechten zehn Euro. Insgesamt kamen zu einer von Kirchen und Bürgerinitiativen organisierten Gegendemonstration 500 Menschen.


 

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