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Sind Eichhörnchen die mysteriösen Hortensiendiebe?

Das Rätsel um die abgeschnittenen Blüten scheint gelöst zu sein - 10.12.2018 14:19 Uhr

So prächtig können sie blühen, die Hortensien - wenn da nicht die Hortensiendiebe wären... © Archiv


In Schwabach, Büchenbach und Hembach, in Wendelstein oder Mittelhembach, überall wurden die fiesen Hortensienabschneider schon gesichtet. Wen haben wir alles verdächtigt, Drogensüchtige, die sich einen Blumen-Joint drehen, ja am Ende sogar die Hersteller von Wildkameras.

Aber: Eichhörnchen als Hortensiendiebe habe Sinn, sagt Renate Hauerstein, denn sie kommen an alle Stellen, die nicht einsehbar und schwer zu erreichen sind. Ihre Hortensien packe sie im Winter mit Vlies ein. Dennoch fehlen mit der Zeit immer wieder einzelne Stengel. "Das muss ein Tier sein. Welcher Dieb würde sich die Arbeit machen, hier zu selektieren?" fragt sie. Und gibt gleich selbst die Antwort: "Das war kein Mensch! Auf keinen Fall! Das war ein Eichhörnchen, da gibt es gar nichts anderes!"

Die Blüten und Stängel der Hortensien werden also nicht von Drogensüchtigen abgeschnitten und geraucht oder gekocht, sondern schlicht und einfach abgenagt.

Ob gekocht oder geraucht, angeblich wirken die Hortensien halluzinogen. Doch dieser Konsum wäre nicht ganz ungefährlich, denn Teile der Hortensie enthalten giftige Bestandteile, wie Blausäure.

Den Eichhörnchen scheint dies nichts auszumachen. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern allenfalls Winterruhe. Das heißt, sie bleiben aktiv. Hauptsächlich ernähren sie sich von Samen, Nüssen und Früchten. Möglicherweise steht in der "schlechteren Jahreszeit" auch der eine oder andere Hortensienstängel auf dem Speiseplan.

Renate Hauerstein hat auch mitgeteilt, seit Jahren stehe im Internet, dass Eichhörnchen die Hortensien abnagen. "Eichhörnchen scharf auf Hortensien", hieß es am 8. März 2011 in den Westfälischen Nachrichten. "Hortensiendieb mit scharfen Zähnen" lautete die Überschrift im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben am 22. Dezember 2011. "Hortensien-Schänder identifiziert – Eichhörnchen beim Knabbern erwischt" titelten die Westfälischen Nachrichten am 22. Januar 2012. Gut möglich, dass der Hortensiendieb nun also feststeht. 

GUNTHER HESS

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