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Sonntag, 16.12.2018

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Totschlag in Leerstetten: Tatverdächtige nimmt sich das Leben

57-Jährige war mutmaßlich für den Tod von Erhard Schneider verantwortlich - 09.11.2018 14:28 Uhr

Tatort Mannertstraße: In der Nürnberger Justizvollzugsanstalt (Archivbild) nahm sich die Frau das Leben. © Michael Matejka


Die Frau, eine Bekannte des Opfers, saß in Untersuchungshaft. Sie war kurz nach der Tat in Schwabach festgenommen worden. Der Haftbefehl gegen die mutmaßliche Täterin war von einem Ermittlungsrichter wegen des dringenden Verdachts des Totschlags erlassen worden.

Die Leiche Schneiders war am 6. September auf seinem Grundstück im Ortsteil Leerstetten entdeckt worden. Wenige Stunden später war die 57-jährige Frau, die schnell ins Visier der Ermittler geriet, in Schwabach festgenommen worden. In die Fahndung war damals auch ein Polizeihubschrauber eingebunden gewesen.

Der 65 Jahre alt Erhard Schneider war an seinen schweren Verletzungen gestorben. Eine Obduktion hatte massive Kopfverletzungen nachgewiesen. Weder bei ihrer Vernehmung durch Beamte der Schwabacher Kriminalpolizei noch vor dem Ermittlungsrichter hatte die tatverdächtige Bekannte – hinter vorgehaltener Hand war von einer ehemaligen Lebensgefährtin die Rede – bezüglich des ihr zur Last gelegten Tötungsdelikts Angaben gemacht, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Offenbar waren die den Ermittlern vorliegenden Indizien so stichhaltig, dass die Frau sofort in Untersuchungshaft kam, von einem Richter angeordnet.

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Am 6. September Gegen 11.30 Uhr setzten Zeugen einen Notruf ab und meldeten, dass sie in Leerstetten (Lkr. Roth) einen leblosen Mann aufgefunden hätten. Es handelte sich um den 65-jährigen Marktgemeinderat Erhard Schneider. Wenige Minuten später waren die ersten Polizisten und der Rettungsdienst vor Ort. Bald darauf wurde eine Tatverdächtige festgenommen. Sie hat sich in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg das Leben genommen. So werden die Hintergründe der Tragödie möglicherweise für immer im Dunkeln bleiben.


In der Haft war die Frau wegen der Schwere des Tatvorwurfs längere Zeit entsprechend überwacht worden, hieß es seitens der JVA-Leitung auf Anfrage des Schwabacher Tagblatt. In der Folge hätten sich jedoch keinerlei Anzeichen ergeben, dass die 57-Jährige gefährdet wäre.

Sie sei zunächst mit anderen Frauen in einer Gemeinschaftszelle untergebracht worden, auch eine psychologische Betreuung habe stattgefunden, so der JVA-Sprecher. Schließlich habe man dem Wunsch der Inhaftierten entsprechen und sie in einer Einzelzelle unterbringen können, in der sie sich dann auch stranguliert hat.

Anmerkung der Redaktion: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen und Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Grund für Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge: Rufnummer (08 00) 1110111. Dort gibt es rund um die Uhr Hilfe und Beratung. Alternativ kann man sich an den Krisendienst Mittelfranken unter Tel. (09 11) 4 24 85 50 wenden. Durch Hausbesuche und persönliche Gespräche ergänzt der Krisendienst das Angebot der Telefonseelsorge. 

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