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2:1 gegen Dresden: Teuchert kurvt den Club zum Sieg

Treffsichere Stürmer verhelfen dem FCN zum nächsten Dreier - 22.10.2017 15:23 Uhr

Erzielte in der Schlussphase den Siegtreffer: Club-Stürmer Cedric Teuchert. © Sportfoto Zink / WoZi


Auch kurz vor dem Anstoß standen die Fans draußen noch Schlange. Vier Siege in den vergangenen fünf Zweitliga-Partien haben offenbar etwas Euphorie ausgelöst im Umfeld des 1. FC Nürnberg; 33.601 Zuschauer wollten gegen Dynamo Dresden dabei sein, darunter im Unterrang der Südkurve über 6000 Gäste-Anhänger – die ja traditionell sehr reiselustig sind.

Die vier Siege in den vergangenen fünf Zweitliga-Partien hatte lediglich die unnötige Heimniederlage gegen Bielefeld unterbrochen, auch gegen St. Pauli musste sich der Club in dieser Saison schon im eigenen Stadion geschlagen geben; an der Heimbilanz, so hat das auch Michael Köllner sinngemäß gesagt, müsse man schnellstmöglich arbeiten, um sich die schönen Auswärtsmomente wie beim 4:3 in Darmstadt am Montagabend nicht gleich wieder kaputt zu machen.

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Noten für den Er-trifft-immer-Club: Ein Verteidiger ist besser

Der 1. FC Nürnberg gegen Dynamo Dresden - ein Duell, das Spannung versprach. Genauso kam es am Sonntag dann auch, als der Club die Schwarz-Gelben von der Elbe empfing. Nach 90 intensiven Minuten steht fest: Nürnberg behält die Oberhand und erobert sich den dritten Tabellenplatz zurück - auch, weil die Stürmer derzeit zuverlässig ihre Tore machen. Die beste Note zumindest der Redaktion bekommt derweil ein Defensivspezialist.


Sie taten auch wirklich viel dafür und verdienten sich mit ihrem Aufwand den 2:1 (1:0)-Erfolg auch, liefen aber besonders vor der Pause meist nur hinterher; Dynamo stellte die zunächst klar bessere Mannschaft und stürzte den Club von einer Verlegenheit in die nächste. In Führung gingen aber die Nürnberger; nach einer Eckballvariante über Valentini und Behrens musste Ishak nur noch abstauben (7.), sein bereits achter Saisontreffer konnte den Tabellen-Dritten aber nicht beruhigen.

Dresden hatte in der ersten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz, deutlich mehr Abschlüsse und auch Pech, als Routinier Lambertz nach einer halben Stunde nur den Pfosten traf. Erst nach gut 35 Minuten, als sich Köllners Umstellung (Möhwald rückte eine Reihe nach hinten, Löwen eine nach vorn) allmählich zu greifen schien, erkonterte sich der Club weitere Möglichkeiten. Teuchert zog einen (abgefangenen) Querpass auf Ishak vor, anstatt es selbst zu versuchen (34.), wenig später scheiterte der junge Stürmer ebenso am aufmerksamen Schwäbe in Dresdens Kasten wie Möhwald ein paar Sekunden später mit einem strammen Flachschuss.

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Erstligareife Kulisse: Sturmduo schlägt gegen Dresden wieder zu

Das war spannend! Mit 2:1 setzte sich der 1. FC Nürnberg knapp, aber verdient gegen Dynamo Dresden durch. Cedric Teuchert entschied das Spiel mit seinem Treffer in der 82. Minute zugunsten des 1. FCN.


Köllner hatte seine zurzeit wohl stärkste Aufstellung beginnen lassen; Leibold rückte wie erwartet für Kammerbauer in der Startelf, war auf seiner linken Seite aber fast nur mit defensiven Aufgaben beschäftigt. Die technisch, taktisch und läuferisch groß auftrumpfenden Gäste verfehlten Nürnbergs Kasten mehrfach knapp (Müller, 9./Aosman, 12./Konrad, 19.) , auch Kirschbaum musste sich hin und wieder strecken.

Das Zwischenergebnis nach 45 Minuten schmeichelte den Gastgebern etwas – die unmittelbar nach dem Seitenwechsel bereits für eine Vorentscheidung hätten sorgen können. Weil weder Behrens noch Erras die Kugel an Schwäbe vorbeibrachten, blieb Dynamo dran, fand jetzt aber seltener einen Weg in den Strafraum. Heises Hammer strich zwar knapp am hinteren Pfosten vorbei (57.), leitete aber dennoch die nächste Drangphase der Dresdner ein.

Mlapa trifft per Strafstoß 

Die Gäste hatten wieder optische Vorteile, Nürnberg lauerte auf den entscheidenden Konter – und musste den Ausgleich hinnehmen. Leibold hatte Berko in der Luft leicht geschubst, den fälligen Strafstoß verwandelte der Ex-Nürnberger Mlapa zum 1:1 (69.). Die über 6000 in der Südkurve forderten lautstark einen "Auswärtssieg", den ihnen Ewerton mit einer fantatischen Rettungsaktion gegen Berko erst mal zerstörte.

Letztlich ließ sich der Club beeindrucken vom mutigen, ausgesprochen flotten Auftritt seiner Gäste, reagierte häufig bloß, anstatt selbst die Initiative zu ergreifen – mehr als einen Punkt hatte der Auftritt unter dem Strich eigentlich auch nicht verdient. Bis Erras acht Minuten vor Schluss einen Traumpass auf Teuchert spielte, der noch Schwäbe umkurvte und die Kugel zum 2:1 über die Linie schob - was auch die Heimbilanz gewaltig aufhellen konnte. In der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal ruppig, Dresdens Heise sah nach grobem Foulspiel die rote Karte.

1. FC Nürnberg: Kirschbaum - Valentini, Mühl, Ewerton, Leibold - Erras - Behrens, Löwen (70. Kammerbauer) - Möhwald - Teuchert (87. Werner), Ishak (90. Brecko)

Dynamo Dresden: Schwäbe - Seguin (80. Benatelli), Müller (46. Berko), Ballas, Heise - Konrad - Lambertz (84. Markkanen), Aosman - Kreuzer, Duljevic - Mlapa

Tore: 1:0 Ishak (7.), 1:1 Mlapa (69., Foulelfmeter), 2:1 Teuchert (82.) | Gelbe Karten: Teuchert - Müller, Ballas | Rote Karte: Heise | Schiedsrichter: Kempter (Stockach) | Zuschauer: 33.601. 

Wolfgang Laaß

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