Samstag, 17.11.2018

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Am Ende fehlte dem 1. FC Nürnberg die Konzentration

Die verpasste Meisterschaft lässt sich für den Club verschmerzen - 14.05.2018 13:06 Uhr

Am Ende mussten Hanno Behrens und der 1. FC Nürnberg Platz 1 an Fortuna Düsseldorf abtreten. © Sportfoto Zink/DaMa


So richtig glauben konnte man es am Ende nicht. Der Ball zappelte tatsächlich schon wieder im Netz, zum fünften Mal an diesem Tag und zum dritten Mal zugunsten der Fortuna. Die 90. Minute war da schon vorüber, in der Nachspielzeit hatte Kaan Ayhan seine Düsseldorfer per Kopfball zur Meisterschaft geköpft. Als wenige Minuten später der Abpfiff erfolgte, hatte ganz Nürnberg die Niederlage bereits aus den Köpfen gestrichen. 

Doch musste dieses 2:3 wirklich sein? Definitiv nicht. Denn der Club startete so, wie ein frisch gebackener Bundesligist eben so startet: Frisch, frech und furchtlos. Nach 12 Minuten lagen die Hausherren bereits mit 2:0 in Front, Georg Margreitter in echter Mittelstürmer-Manier und Tim Leibold bewiesen echte Kaltschnäuzigkeit vor dem Düsseldorfer Tor. 

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Fortuna feiert die Felge: Düsseldorf schlägt den Club in letzter Minute

Es war alles angerichtet für die große Meisterfeier: Der 1. FC Nürnberg hätte mit einem Punkt gegen Fortuna Düsseldorf den ersten Platz klarmachen können. Am Ende stand aber eine Niederlage, weil die Rheinländer die Partie spät drehten - die Meisterfeier wurde deshalb kurzerhand in den Gästeblock verlegt.


Die Feierlichkeiten der vergangenen Woche schienen die Nürnberger Aufstiegshelden jedenfalls gut weggesteckt zu haben. Kapitän Hanno Behrens – am Montag noch leicht angeschlagen mit Sonnenbrille am Stadtstrand zu sehen – ging mal wieder in absoluter Vorbildfunktion zu Werke und spulte starke 11,21 Kilometer ab. Düsseldorf lief dagegen lange Zeit nur hinterher, bis zur 37. Minute, als Usamis Kopfballtor als Dosenöffner für die Fortuna diente. 

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Platzsturm im Morlock-Stadion! Club-Euphorie kennt keine Grenzen

Zweitliga-Meisterschaft verdaddelt? Den Clubfans ist's offenbar völlig egal. Tausende stürmten nach dem Abpfiff das Max-Morlock-Stadion, feierten, klauten ein Stück Aufstiegsrasen und jubelten mit der Mannschaft. Die Bilder!


Usami (1,78 Meter), der lediglich 20 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, düpierte in dieser Szene die Innenverteidigung um Margreitter (1, 86 Meter) und Ewerton (1,88 Meter) – ein Gegentor der Kategorie "unnötig". Zumal die beiden Abwehrrecken insgesamt eine deutlich bessere Zweikampfbilanz (beide 67 Prozent) vorweisen konnten.

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Meisterschale knapp verpasst: Das sind die Club-Noten!

Es war so knapp! Bis in die Nachspielzeit hatte der 1. FC Nürnberg die Meisterschaft der zweiten Bundesliga in den Händen - dann stach Fortuna Düsseldorf jedoch eiskalt zu. Den Fans war es egal, gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden. Zum Abschluss einer tollen Saison gibt es sie aber nochmal: Die Club-Noten!


Über das Spiel hinweg zeigte sich der Club etwas bissiger, hatte in den Zweikämpfen leicht die Oberhand (53 Prozent), versäumte es aber, in den brenzligen Momenten entscheidend zu klären. So auch kurz vor dem 2:2, als Enrico Valentinis Entschärfungsversuch direkt bei Niko Gießelmann landete. Der Ex-Fürther, an diesem Nachmittag engagiertester Düsseldorfer mit 10,31 Kilometern, ließ Behrens kurz ins Leere laufen und vollendete per Linksschuss in den linken oberen Winkel (59.). 

Der Ausgleich – nicht unverdient – wäre für beide Mannschaften ein versöhnliches Ende gewesen. Doch Düsseldorf legte noch einmal nach, bei Ayhans Kopfballtor stand die gesamte Nürnberger Hintermannschaft Spalier, um den wuchtigen Deutsch-Türken einfliegen zu lassen.

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Feiern mit den Fans: Ausgelassene Stimmung auf der Club-Bühne

Erst im Stadion, dann auf dem Fanfest: Beim 1. FC Nürnberg war die Stimmung trotz der 2:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf bestens. Nach der großen Party im Stadion ging es für den Aufsteiger weiter zum Public Viewing hinter der Arena - wo die Köllner-Jungs dann noch einmal die Bühne betraten.


Die Fortuna verdiente sich die Meisterschale dank einer besseren zweiten Halbzeit, in der sie sowohl in Sachen Ballbesitz (57 Prozent) als auch Passspiel (481 zu 461 gespielte Pässe) den 1. FC Nürnberg übertraf. Das sah auch Kevin Möhwald so: "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben, weil wir nach dem 2:0 aufgehört haben, Fußball zu spielen", erklärte der Flügelspieler.

Dem Club hingegen fehlte am Ende die nötige Konzentration, um das 2:2 über die Zeit zu bringen. Am Valznerweiher wird man es verschmerzen können, spätestens dann, wenn der 1. Spieltag in der Fußball-Bundesliga angepfiffen wird. Mit dem 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf. 

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Karamba im Kontiki: So speisten Nürnbergs Aufstiegshelden

Rundum glückliche Gesichter und eine prachtvolle Stimmung: Die Aufstiegshelden des 1. FC Nürnberg starteten ihre Erstliga-Party im Kontiki im Herzen der Altstadt. Bei Papaya-Salat, frisch gegrillter Ananas im Speckmantel und Shrimp-Cocktails läuteten die Profis ihre Aufstiegsfeier ein.


 

Tarik Vahle Online-Redaktion E-Mail

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