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FCN: Schritt für Schritt mehr Selbstbewusstsein

Timo Gebhart und Robert Koch machen auf sich aufmerksam - 03.09.2014 05:58 Uhr

Gerade eben ist Timo Gebhart (l.) per Kopf das 2:0 für den Club gelungen, erster Gratulant ist Robert Koch. Für beide war das Spiel ein Befreiungsschlag.

Gerade eben ist Timo Gebhart (l.) per Kopf das 2:0 für den Club gelungen, erster Gratulant ist Robert Koch. Für beide war das Spiel ein Befreiungsschlag. © Sportfoto Zink / DaMa


Ruhe und Harmonie ist über den Valznerweiher gekommen. Zwei Begriffe, die man zuletzt beinahe schon aus dem Wortschatz gestrichen hatte, wenn es um den 1. FC Nürnberg ging. Es handelte vielmehr von Zwist, Aufruhr, Enttäuschung. Von Pokalpleiten, Derbyniederlagen, einem Fehlstart. Seit dem sagenhaften 4:0 (2:0) über Union Berlin aber herrscht jetzt Ruhe und Harmonie beim Club. So schnell geht das, im Fußballgeschäft.

Am meisten gefreut haben dürfte das Marek Mintal, den Co-Trainer. Der feierte am Dienstag seinen 37. Geburtstag und jeder, der schon einmal einen 37. Geburtstag gefeiert hat, weiß, dass man das lieber in Ruhe und Harmonie tut, als in Zwist, Aufruhr und Enttäuschung.

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Wegen der Länderspielpause hatte der Club am Dienstagabend ein schönes Geschenk für Mintal vorbereitet: ein 4:1 (Tore: Mlapa, Koch, Mlapa und Mlapa) gegen Bayernligist Erlangen-Bruck und das Comeback von Jan Polak. Das Selbstbewusstsein, es baut sich nach den katastrophalen Wochen nun Schritt für Schritt wieder auf. Den nächsten kleinen Schub soll es am Freitag um 17 Uhr gegen den tschechischen Zweitligisten FK Banik Most am Valznerweiher geben, im zweiten Test in dieser Woche.

Zeit zum Genießen für Gebhart

Zeit zum Genießen ist das vor allem für Timo Gebhart. Der Memminger war beim Club bislang vor allem: verletzt. Leistenprobleme, Grippe, Adduktorenverletzung, Hüftprobleme - die Liste seiner Verletzungen liest sich wie eine Seite aus dem Pschyrembel, dem medizinischem Wörterbuch.

71 Spiele fehlte Gebhart in nur zwei Jahren seinem Club wettbewerbsübergreifend, hat die einigermaßen seriöse Internetplattform transfermarkt.de ausgerechnet. In dieser Saison stand er gegen den FSV Frankfurt (0:1) erstmals von Beginn an auf dem Feld, er hatte sich das verdient, mit engagierten Auftritten nach Einwechslungen.

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Timo Gebhart ist jemand, das sah man immer wieder, der aufgrund seiner Erfahrung und seiner technischen Fähigkeiten einer Mannschaft weiterhelfen kann. Vor allem jetzt dem 1. FC Nürnberg in der Zweiten Bundesliga.

Auch in Berlin zeigte der 25-Jährige viel Spielfreude auf der linken Seite, es wirkte gar, als würde dort jemand Fußballspielen, der es gar nicht so recht glauben kann, dass er mal nicht verletzt ist. Gebhart traf per Kopf zum 2:0 und bereitete das 3:0 mit einem satten Schuss vor, den Berlins Torhüter nicht festhalten konnte. Peniel Mlapa staubte ab.

Spielidee mit Zukunft

"Wenn man so lange verletzt war wie ich, wenn man so viel durchgemacht hat", sagte Timo Gebhart nach dem Spiel, "dann ist das heute schon ein besonders geiles Gefühl." Nach dem ersten Tor sei der Spaß am Fußball ins Team zurückgekehrt, die Unsicherheit nach "schweren Wochen" nach und nach gewichen.

Das merkte man auch Robert Koch an. Für ihn war Gebhart zu Beginn der Saison immer wieder eingewechselt worden. Der Neuzugang von Dynamo Dresden hatte auf der rechten Außenbahn nicht so recht überzeugen können. Am Freitag dann, bei Union Berlin, spielten Koch und Gebhart gemeinsam, Gebhart links, Koch rückte im 4-1-4-1-System auf die laufintensive Halbposition neben Alessandro Schöpf. Eine Spielidee, die Zukunft hat, meint der Trainer.

"Über Robert Koch sind wir alle überrascht", lobte Valérien Ismaël. Als klar war, dass Jan Polak nach seinem Rippenbruch noch nicht zur Verfügung stehen würde, entschied er sich für Koch, der den besten Trainingseindruck hinterlassen hatte.

"Den hat er nun bestätigt, er hat das super gemacht und sich sogar belohnt mit einem Tor." Vor dem 1:0 hatte Koch zudem den Ball mit aggressivem Pressing erkämpft. "Sein Einsatz war vorbildlich", lobte Ismaël.

Ruhe und Harmonie wird es beim Club noch bis Mitte September geben, garantiert. Dann kommt Fortuna Düsseldorf ins Frankenstadion. Gebhart, Koch und all die anderen haben es dann selbst in der Hand, ob es so noch ein wenig länger weitergeht. 

CHRISTOPH BENESCH (Nürnberger Nachrichten)

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