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Guardiola adelt Schöpf: FCN-Neuzugang ähnelt Thiago

Club-Neuzugang Alessandro Schöpf wurde von Bayern-Coach Guardiola gelobt - 12.07.2014 05:58 Uhr

Club-Coach Ismael hält viel von Neuzugang Alessandro Schöpf (r.).

Club-Coach Ismael hält viel von Neuzugang Alessandro Schöpf (r.). © Sportfoto Zink / DaMa


Für Alessandro Schöpf ändert Valérien Ismaël seine Taktik, zumindest die neben dem Platz. Bislang hat sich Nürnbergs neuer Trainer im Trainingslager in Oberstaufen immer sehr zurückhaltend gegeben, wenn es um die Beurteilung seiner Spieler ging. Bei Schöpf macht er eine überraschende Ausnahme und gibt sich einer erstaunlichen Schwärmerei hin: "Alessandro ist sehr, sehr talentiert, er ist ein sehr intelligenter Spieler, er ist flexibel, klar im Kopf, er hat eine gute Geschwindigkeit und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er ist ein sehr, sehr guter Transfer für den Club."

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Der sehr, sehr gute Transfer für den Club bestätigt, als er die kleine Hymne hört, das, was Ismaël über die Klarheit im Kopf gesagt hat. "Das freut mich natürlich", sagt Schöpf sehr nüchtern, was vielleicht auch daran liegt, dass ihn kaum etwas noch sonderlich beeindruckt, seitdem er von einem momentan noch etwas prominenteren Trainer gelobt wurde. Mit Thiago Alcantra, diesem Ausnahmekönner vom FC Bayern München, hat ihn Pep Guardiola vor einiger Zeit verglichen - und Schöpf, der eigentlich in der U23 des FC Bayern in der Regionalliga spielte, während der Sommer- und Wintervorbereitung immer mit den Profis trainieren lassen.

Weil ihm das bei allem Lob nicht mehr genug war, wollte Schöpf weg vom FC Bayern, nachdem er im Frühsommer mit der U23 noch den Aufstieg in die 3. Liga verpasst hatte. Sein Wechsel nach Mönchengladbach stand eigentlich schon fest, aber dann wurden sich die Vereine nicht über die Ablösemodalitäten einig und Schöpf ging zum Club. "Ich hatte mich eigentlich schon auf die Borussia eingestellt, aber der 1. FCN ist in Deutschland eine Top-Adresse."

Früh das Land verlassen

Dass diese Top-Adresse künftig eine Zweitliga-Adresse ist, hat ihn nicht abgeschreckt: "Wir haben hier alle das Ziel Wiederaufstieg. Ich persönlich möchte mich einfach Schritt für Schritt weiterentwickeln.“ Begonnen hat der 20-Jährige seine Entwicklung in Längenfeld im Ötztal, dort, wo die Menschen normalerweise zu Skifahrern werden und auch der 1. FC Nürnberg manchmal ein Trainingslager abhält. Aber Schöpf wollte Fußball spielen - so wie sein Vater, der es einst als Profi immerhin zu Zweitliga-Auftritten mit Schwarz-Weiß Bregenz gebracht hatte.

Dass der Sohn das größere Talent ist, deutete sich früh an - wenngleich er nicht ganz so schnell ist: "Mein Vater ist einmal inoffizieller österreichischer Landesmeister geworden", erzählt Schöpf. Als die nationalen Meisterschaften in Bregenz ausgetragen wurden, haben sie für Vater Schöpf einfach eine weitere Bahn aufgemacht — und der Fußballspieler gewann das Rennen über 100 Meter. "Seine Bestzeit ist 10,85 Sekunden", sagt Schöpf.

Für den Sohn ging es stattdessen schnell nach Deutschland: Schon in der B-Jugend wechselte Schöpf zum FC Bayern München und wurde österreichischer Junioren-Nationalspieler. Er ist einer von derzeit vielen Talenten aus Österreich, die in Deutschland als Fußballspieler erwachsen werden wollen. Das kann, glaubt Schöpf, für den österreichischen Fußball nur von Vorteil sein: "Vielleicht schaffen wir es dann auch einmal zu einer Weltmeisterschaft."

Sehr vielseitig

Jetzt will er es erst einmal in Ismaëls Stammelf schaffen - die Chancen stehen nicht schlecht, zu verdanken ist das auch Schöpfs Vielseitigkeit. "Er kann im Mittelfeld jede Position spielen", sagt Ismaël.

Alessandro Schöpf selbst sieht sich am stärksten hinter den Spitzen, momentan probieren sie es mit ihm auf jener Position aus, die in Deutschland nur die Sechs genannt wird. Im defensiven Mittelfeld, so wünscht sich das Ismaël, soll Schöpf den Konkurrenzkampf erhöhen. Das scheint ihm zu gelingen, auch wenn ihn der Aufenthalt in Oberstaufen schon ein bisschen mitnimmt: "Die Vorbereitung hier ist härter als beim FC Bayern." Man kann davon ausgehen, dass Ismaël diese Worte als Kompliment betrachtet. 

Fadi Keblawi (Nürnberger Nachrichten)

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