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Im Moment kein Grund für laute Töne beim FCN

Trainer Valerien Ismaël kann sich nicht beklagen - 10.07.2014 05:59 Uhr

Bisher war Club-Trainer Valérien Ismaël ein Mann der leisen Töne. Lauf musste er noch nicht werden.

Bisher war Club-Trainer Valérien Ismaël ein Mann der leisen Töne. Lauf musste er noch nicht werden. © Sportfoto Zink


Für etwa 90 Minuten galt die Aufmerksamkeit einmal nicht der eigenen Mannschaft. Club-Trainer Valérien Ismaël, der sonst jede Gelegenheit nutzt, um seine Spieler zu beobachten und sich ein Bild vom entstehenden Wir-Gefühl zu machen, verfolgte im Mannschaftshotel die Gala-Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien. Das 7:1 gegen den Gastgeber ließ auch ihn erstaunt zurück.

Der Fußballlehrer hätte niemals mit so einem Ergebnis gerechnet. Wer schon? Aber er fand Worte, um das das Debakel der Südamerikaner zu erklären. "Sie haben ein bisschen Harakiri-Fußball gespielt und sind zu hohes Risiko gegangen. Deutschland hat das knallhart bestraft. Das 2:0 hat richtig wehgetan. Die Niederlage ist sehr bitter für Brasilien."

Selbst musste er bislang noch keine Niederlage beim Club erklären. Die Testspiele gegen niederklassige Vereine mündeten erwartungsgemäß in Torfestivals. Und auch im Training gibt es keinen Anlass für Kritik. Ismaëls Ansagen sind meist kurz und knapp. Der Ton stets klar und ruhig: "Es gibt sicher auch Phasen, in denen es lauter zugeht, aber im Moment gibt es keinen Grund."

Für das Wenige genügt die natürliche Autorität, die dem Deutsch-Franzosen anhaftet. Er ist zufrieden mit dem Engagement seines Teams, das sich am Mittwoch im etwa zehn Kilometer östlich von Oberstaufen gelegenen Weiler von ihm dirigieren ließ. Der Dauerregen hatte den nahe am Hotel gelegenen Trainingsplatz aufgeweicht. Dem Rasen des ortsansässigen FV Weiler konnten die Wassermassen bislang dagegen nichts anhaben.

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Club-Trainingslager: Kein Verschnaufen in Oberstaufen

Seit Montag hat der 1. FC Nürnberg seine Zelte im Trainingslager in Oberstaufen aufgeschlagen. Bereits 2012 war der Club hier zu Gast, um sich intensiv auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Die Trainingseinheiten soll die neu zusammengewürfelte Mannschaft enger zusammenbringen.


In Sachen Trainingslager musste der 38-jährige Ex-Profi erst auf den Geschmack kommen. "Am Anfang meiner Karriere habe ich Trainingslager gehasst. Erst als ich verstanden hatte, wofür es gut ist, mochte ich es. Ich bin dann immer sehr gut vorbereitet in die Saison gegangen." Dass seine Spieler in diesen Tagen mitunter körperlich leiden müssen, ist ihm klar und gehört zum Leben eines Profisportlers dazu. "Aber wenn man das durchgestanden hat, ist man froh und stolz. Es ist auch eine Willensschulung für die Saison."

Ismael führt sein Team schon früh an ihre Grenzen. Nur wenn man sie kennt, weiß man, was man noch drauflegen muss, um sie zu überwinden. Hürden spielen nicht nur im bezahlten Fußball eine große Rolle, wer sie nimmt, kommt weiter. So in etwa soll dann im Sommer auch der Weg zurück in die Bundesliga gelingen. Sprachliche Barrieren stehen diesem gemeinschaftlichen nur im Weg. Um Grüppchenbildungen vorzubeugen, hat Ismael festgelegt, dass im Mannschaftskreis deutsch gesprochen wird: "Ich halte das für wichtig. So muss sich keiner ausgegrenzt fühlen. Außerdem sind wir in Deutschland und verdienen hier unser Geld.

Auch Hiroshi Kiyotake kann sich im Kollegenkreis inzwischen gut verständigen, wie Sportvorstand Martin Bader berichtet. Der Japaner hat sich nach dem WM-Aus in einen zweiwöchigen Urlaub verabschiedet, sorgt aber selbst in Abwesenheit für Schlagzeilen.

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7:0 gegen Allgäu-Auswahl: Der Club trotzt den müden Knochen

Ein, von harten Trainingseinheiten geschwächter, 1. FC Nürnberg hat am Mittwochabend sein erstes Testspiel während des Trainingslagers gewonnen. Beim 7:0-Erfolg gegen eine Allgäu-Auswahl traf Antonio-Mikro Colak doppelt.


Laut Bild-Zeitung hat der Bundesligist Hamburger SV ein Auge auf den Mittelfeldspieler geworfen, den der Club aber nur im Falle einer Millionen-Offerte ziehen lassen würde. Eine solche liegt dem Verein jedoch nicht vor. "Es gibt keine offizielle und auch keine inoffizielle Anfrage aus Hamburg", stellt Bader klar.

Wohin Kiyotakes Reise nach der Rückkehr am kommenden Dienstag geht oder ob er in Nürnberg bleibt, ist offen: "Wir wollen zuerst mit dem Spieler selbst sprechen, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Erst dann werden wir eine Entscheidung treffen", sagte Bader.

Erster Einsatz von Hovland vorzeitig beendet

Im Testspiel am Abend gegen eine Kemptener Auswahl musste Torhüter Raphael Schäfer pausieren. Den Kapitän plagt eine verhärtete Wadenmuskulatur. Auch für Timo Gebhart kam das Vorbereitungsspiel noch zu früh. "Wir müssen erst sehen, wie er die Trainingseinheiten verkraftet. Aber er brennt und wenn alles passt, wird er am Sonntag ein paar Minuten zum Einsatz kommen", sagte Ismael über Gebhart, der nach einer langen Verletzungsperiode (Leiste) aber deutliche Fortschritte macht. Doch auch ohne den gebürtigen Memminger kam der Club im Allgäu zu einem standesgemäßen 7:0-Erfolg. Dabei war der erste Einsatz des norwegischen Neuzugangs Even Hovland wegen erneuter Adduktorenproblemen schon nach 18 Minuten beendet.

1. FCN, 1. HZ: Rakovsky – Pachonik, Stark, Bulthuis, Bihr – Schöpf, Polak, Evseev – Ott – Blum, Colak; 2. HZ: Uphoff – Angha, Hovland (63. Evseev), Pinola, Ramirez – Stepinski, Petrak, Mak, Füllkrug – Sylvestr, Pekhart / Zuschauer: 720 / Tore: 0:1 Colak (10.), 0:2 Colak (36.), 0:3 Schöpf (41.), 0:4 Füllkrug (74.), 0:5 Sylvestr (83.), 0:6 Pekhart (85.), 0:7 Mak (90.). 

Aus Oberstaufen berichtet Stefan Jablonka

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