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Preis will Fürths Fußballern den Spaß zurückgeben

Interimstrainer nimmt zwei Tage Sonder-Urlaub für die Bundesliga - 21.02.2013 16:55 Uhr

Probesitzen: Ludwig Preis (links) fungiert als Interimstrainer, Rouven Schröder will ihn unterstützen.

Probesitzen: Ludwig Preis (links) fungiert als Interimstrainer, Rouven Schröder will ihn unterstützen. © Sportfoto Zink


„Ich habe mich dann aber nach einer kurzen Pause dafür entschieden, dem Verein in dieser schwierigen Phase zu helfen“, sagte der Kurzzeit-Nachfolger des entlassenen Aufstiegstrainers Mike Büskens.

Im Profifußball ist Preis bislang ein unbeschriebenes Blatt. Sein Werdegang als Fußballer und Trainer beschränkte sich auf den Amateurbereich. Beim SC Feucht sammelte er erste Erfahrungen als „Co“, über die Stationen TSV Neustadt/Aisch, Baiersdorfer SV und SC Eltersdorf führte in sein Weg erst in der Winterpause nach Fürth. Die berufliche Nähe zu Präsident Helmut Hack dürfte eine entscheidende Rolle gespielt haben. Hack ist einer der Geschäftsführer der „Martin Bauer Group“, bei der auch Preis beschäftigt ist. Insofern dürfte es auch kein Thema gewesen sein, als sich Preis kurzfristig für den neuen Job als Bundesliga-Trainer vom Dienst freistellen ließ. „Ich hab’ mir zwei Tage Urlaub genommen. Mal abwarten, was danach kommt“, meinte der gebürtiger Passauer mit einem so hemdsärmeligen wie nonchalanten Unterton.

Berührungsängste mit den Herren Profis, denen nicht nur in Fürth ja ganz eigene Befindlichkeiten nachgesagt werden, will Preis nicht kennen. Der 41-Jährige betonte bei seiner gestrigen Vorstellung, völlig unverkrampft an die Aufgabe heranzugehen. „Das ist eine Riesenerfahrung, die ich machen darf. Aber im Fußball geht es immer um das Gleiche: Es spielen elf gegen elf, es geht darum, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen, und auch bei den Profis ist der Ball rund.“

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Diese Lockerheit, die Preis ausstrahlt, soll sich auch auf die Spieler des Bundesliga-Schlusslichts übertragen. Zuletzt trat die Mannschaft unter Mike Büskens größtenteils als verkrampfte Ansammlung dahindarbender Kicker auf, die in ihrem Phlegma gefangen schienen. Kein Erfolg, kein Selbstvertrauen – ein Teufelskreis, aus dem man in Fürth bislang nicht ausbrechen konnte. Einem Hoffnungsschimmer wie dem Last-Minute-Sieg auf Schalke folgte prompt die Ernüchterung, die nach zwei 0:1-Niederlagen gegen Wolfsburg und Düsseldorf im Rauswurf des einstmals gefeierten Aufstiegstrainers Mike Büskens gipfelte. „Ich versuche vor allem, der Mannschaft wieder den Spaß am Fußball zu vermitteln“, meinte Preis.

Viel Zeit bleibt ihm nicht. Gerade mal drei Tage verbleiben, um die Mannschaft kennenzulernen und sich Eindrücke zu verschaffen, wer im Abstiegskampf mitzieht und die Nerven behält. Nicht gerade optimal, aber was war das schon aus Fürther Sicht im ersten Jahr Bundesliga? Da passt es ins Bild, dass die personellen Sorgen in dieser Woche nicht kleiner geworden sind. Neben den gesperrten Joszef Varga und Bernd Nehrig wird Sercan Sararer (Infekt) sicher nicht auflaufen können. Fraglich ist auch der Einsatz von Mittelfeld-Motor Edgar Prib, der wegen einer Fuß-verletzung nicht trainieren konnte. „Aber jetzt steht jeder Spieler auf dem Prüfstand, wie er mit dieser Situation umgeht“, bezog Rouven Schröder als sportlicher Leiter klar Stellung.

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Ähnlich deutlich äußerte sich Schröder auch in der Trainerfrage. In maximal 14 Tagen – so lange gestattet der DFB eine Übergangslösung mit Trainern ohne die nötige Lizenz – will man einen neuen Chefcoach verpflichtet haben. Selbst dann, wenn Preis gegen Europa-League-Teilnehmer Leverkusen Erfolg haben sollte. „Wir suchen eine Lösung über den Sommer hinaus. Es muss ein Mann sein, der sich mit der Spielvereinigung identifiziert.“ Ralph Hasenhüttl, der Ex-Fürther, der als Zweitliga-Fünfter mit Aufsteiger Aalen überrascht, soll ein Kandidat sein. Eine Verpflichtung von Lothar Matthäus schloss Schröder indes aus. „Das ist immer der gleiche Gag.“ Und in Fürth ist ihnen derzeit nicht zum Lachen zumute.

 

Von Florian Pöhlmann

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