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Sonntag, 26.05.2019

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BR-Moderator für ein paar Minuten

Tausende besuchten Fest des Studios Franken an der Wallensteinstraße - 26.07.2010

Sobald man durch eine Fernsehkamera schaut, verändert sich der Blick auf die Umgebung. Das durften die Besucher beim „Tag der Offenen Tür“ im Studio Franken ausprobieren. © Uwe Niklas


Neben dem Schlüssellochblick in die Schaltzentralen lockten auch andere Möglichkeiten. So konnte man selbst bei einer Hörfunk-Produktion mitwirken oder einmal mit einer professionellen Fernseh-Kamera herumhantieren. Doch auch die fränkische Kärwa-Gaudi mit Blasmusik zog Massen an. Eine Prozession von mehr als 10.000 Menschen zieht einmal pro Jahr zum Gelände des Studios Franken in der Wallensteinstraße. Traditionell beginnt die Veranstaltung um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst unterm Funkturm. Bereits ab 9 Uhr allerdings belagern regelmäßig Frühaufsteher das Eingangstor, um auch später nichts zu verpassen. „Der Mythos Fernsehen zieht immer noch“, erklärt ein BR-Mitarbeiter den Ansturm. Vor allem die Technik fasziniert.

Manche Illusion schmolz im Scheinwerferlicht

Der Teleprompter als Souffleuse für den Moderator – das ist laut der 13-jährigen Jennifer schon so etwas wie Unterschleif. „Die können ja alles ablesen. Die müssen sich ja gar nichts merken!“ Das Mädchen ist mehr als nur überrascht. Die beliebteste Frage der älteren Besucher des Fernsehstudios lautet: Heiß hier, wie haltet ihr das bloß aus? Dicht gefolgt von dem Ratespiel: Wie viele Scheinwerfer hängen da eigentlich?

Den Hörfunk beherbergt das älteste Gebäude im Areal. Von 1937 bis 1945 war darin das Pferdelazarett untergebracht. Besonders sensible Menschen behaupten, das rieche man noch heute. Während der Führung fällt auch der Begriff „Schlagerbabies“. Bei dieser Sendung machte unter anderem Hans-Joachim Kulenkampff seine ersten Gehversuche als Moderator. Und so leuchten bei „Schlagerbabies“ vor allem die Augen der älteren Teilnehmer des Rundgangs auf. Sie erinnern sich noch gut daran.

Das neueste Refugium im Hörfunk-Trakt nennt sich „Digitales Wohnzimmer“. Hier werden die unterschiedlichen Verbreitungswege von Hörfunk und Fernsehen sichtbar gemacht.

Der Kärwaplatz mit dem Kirchweihbaum, zentraler Treffpunkt auf dem Festglände, liegt am Mittag im Schatten der großen Bäume. Deshalb ist er auch ein hochfrequentierter Tummelplatz für traditionelle Tänze. Auf insgesamt drei Bühnen spielen Musikgruppen aus ganz Franken auf; die Cadolzburger Burggrom-Musikanten etwa, die Burgthanner Bauernfünfer, häisd’n’däisd vomm mee, die Kapelle Rohrfrei oder Die Landstreicher, um nur einige zu nennen.

Moderiert wurde das Bühnengeschehen von Steffi Zachmeier, einer bekannten Koryphäe in Sachen fränkische Musik. Wer wollte, konnte mit Zachmeier und anderen TV- oder Radio-Moderatoren ins Gespräch kommen. „Superstars in spe“ nutzten die Gelegenheit, bei unterschiedlichen Mitsingaktionen ihre Stimme zu präsentieren. Flankierend gab es Stände von Musikinstrumentenbauern. Der „HarmoniKarl“ präsentierte sich ebenso wie die „Forschungsstelle für Fränkische Volksmusik“.

Abgerundet wurde der „Tag der offenen Tür im Studio Franken“ durch ein breites Kinderprogramm. So gab es Freifahrten mit einer Kleinbahn, ständig wechselndes „Kasperltheater“ und eine himmelblaue Hüpfburg in Form eines riesigen Kopfhörers. Kurz nach 19 Uhr sendete dann die „Bayern 1-Volksmusik“ live aus dem Studiopark. Moderiert wurde das Ganze von Anke Gundelach und Eberhard Schellenberger.

  

Thomas Susemihl Nürnberg plus E-Mail

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