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Jeder gegen jeden

Führungsstreit beim Post SV - 11.11.2008

Nach 47 Jahren Engagement für den Verein war Präsident Werner Wild im August zurückgetreten (wir berichteten). «Aus gesundheitlichen Gründen», wie es damals hieß. Inzwischen scheint aber klar, dass diese nur vorgeschoben waren.

Vielmehr soll der 73-Jährige, der sein Amt ohnehin im April zur Verfügung stellen wollte, nach Auseinandersetzungen mit dem neuen Geschäftsführer Martin Maske quasi vor die Tür gesetzt worden sein. So hätten Maske und die beiden Vizepräsidenten Franz Gebhardt und Stephan Heyert Wild mit massiven Vorwürfen konfrontiert. Von «Vereinsschädigung» war die Rede. Sogar ein Hausverbot wurde gegen Wild verhängt.

Während Anhänger des alten, in Sachen Führungsstil nicht immer unumstrittenen Präsidenten, das «respektlose Verhalten» gegenüber Wild nach der Palastrevolution am Sportpark Ebenesee bemängelten (so trat z. B. die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Referentin Uschi Friedmann aus Protest zurück), schwieg dieser. Gegenüber der NZ bestätigte Wild nun, eine Vereinbarung unterschrieben zu haben, die ihn zu Stillschweigen verpflichtet.

Der neue Führungszirkel des Post SV beharrt dagegen weiter auf einem «offenen Verhältnis» zu dem alten Präsidenten. Von einer Schweigevereinbarung wisse er nichts, sagt «Vize» Heyert. «Wild ist ein freier Mensch, der sagen kann, was er will.»

Bei der außerordentlichen Delegiertenversammlung am 18. November soll Carsten Eckhart aus der Fußballabteilung zum neuen Präsidenten gewählt werden. Einen Gegenbewerber gibt es bislang nicht. Allerdings seien alte Gefolgsleute des ehemaligen Präsidenten auf der Suche nach einem eigenen Kandidaten, heißt es.

Die Versammlung stimmt auch darüber ab, ob Wild Ehrenmitglied des Post SV wird. «Meine Stimme kriegt er», sagt Heyert und es klingt wie ein Friedensangebot. Die Chance, die Mitgliedschaft anzunehmen, hätte Wild sogar. Das Hausverbot für den ehemaligen Vereinschef sei inzwischen wieder aufgehoben. cro

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