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Vor 25 Jahren kam es beim Club zum legendären Spieleraufstand

Eine Revolution als Neubeginn - 31.10.2009

Ein überschaubares Häufchen. Am Tag nach der Revolte begleiteten lediglich fünf Spieler den in die Kritik geratenen Trainer Heinz Höher auf den Trainingsplatz: Fred Klaus, Frank Nitsche, Reiner Geyer, Dieter Eckstein und Rudi Stenzel (von links). © Archiv Schmidtpeter


Rückblende: Sang- und klanglos steigt der 1.FCN in der Saison 1983/84 ab. Der zum Jahreswechsel verpflichtete Heinz Höher kann den freien Fall auch nicht mehr stoppen. Im März 1984 wird Interimschef Gerd Schmelzer offiziell zum Club-Präsidenten gewählt. Gemeinsam mit Höher peilt er den sofortigen Wiederaufstieg an. Doch es läuft sehr schleppend im Herbst. Nach einem grauenhaften 1:1-Remis gegen Rot-Weiß Oberhausen vor nur noch 7800 Zuschauern ist der Club abgeschlagen Achter, Tendenz fallend. Das Straftraining am nächsten Morgen bringt das Fass zum Überlaufen.

Der Spielerrat übergibt tags darauf einen Offenen Brief an die Sportredaktionen der Nürnberger Tageszeitungen, in dem die Trainingsmethoden Höhers scharf kritisiert werden und auf das gestörte Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft hingewiesen wird. Am nächsten Tag erscheinen nur noch fünf Spieler zum Training. Die «Revoluzzer« sagen klipp und klar, dass sie mit Höher nicht weitermachen wollen.

Doch Schmelzer und seine Mitstreiter entscheiden sich gegen das branchenübliche Szenario: Nicht der bis dato erfolglose Höher muss gehen, sondern die sechs Profis Udo Horsmann, Rudi Kargus, Horst Weyerich, Stefan Lottermann, Detlef Krella und Manfred Walz.

Vier Tage nach der Palastrevolution tritt der 1. FCN mit einer blutjungen, durch Jugend- und Amateurspieler ergänzten Mannschaft bei Alemannia Aachen an. Trotz einer 1:2-Niederlage verkauft sie sich teuer. Dieser «gefühlte Sieg« ist die Geburtsstunde der besten Club-Generation seit dem Meisterjahr 1968. Höhers «Fohlen-Elf« mit der Achse Stefan Reuter, Hans Dorfner und Dieter Eckstein schaffen nach einer furiosen Rückrunde noch den Aufstieg und stürmen drei Jahre später sogar in den Uefa-Cup. Zumindest für kurze Zeit ist die Welt doch wieder in Ordnung beim Club.

Harald Büttner

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