Naturpark Frankenhöhe: Im Zeichen des Schafes

15.8.2009, 15:18 Uhr
Schafe fühlen sich im Naturpark Frankenhöhe wohl.

Schafe fühlen sich im Naturpark Frankenhöhe wohl. © Colurbox

Das Tier ist ein echtes Multitalent: Lebender Rasenmäher, wärmendes Fell, kulinarische Spezialität und ein Liebling der Naturschützer. Die Rede ist vom Schaf, und der Naturpark Frankenhöhe setzt sich aus gutem Grund für den Erhalt der Schafherden und den Berufsstand des Schäfers ein. «Wandernde Schafherden haben über Jahrhunderte hinweg diese Region geprägt, und so ist eine einzigartige Kulturlandschaft entstanden«, erklärt Ute Lippert, Geschäftsführerin des Naturparks Frankenhöhe. Die Hutungen - unter dem Begriff werden ursprünglich als Waldweide genutzte Flächen zusammengefasst - sind heute der Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten.

Wanderschäferei soll erhalten bleiben

Weil die Wanderschäferei mehr und mehr im Aussterben begriffen war, eroberte sich die Natur Stück für Stück die Hutung zurück. Die Verbuschung bekämpfen heute mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbands wieder eine ganze Reihe von Schäfern - zwölf von ihnen sind darüberhinaus in der «Frankenhöhe-Lamm«-Initiative zusammengeschlossen, die sich um die Vermarktung des aromatischen Fleisches kümmert.

Überhaupt wird die Verbindung von Natur und Genuss im Naturpark Frankenhöhe großgeschrieben. Ob Weinwanderweg in Ipsheim, wasserwirtschaftlicher Lehrpfad entlang der Schandtauber bei Rothenburg oder ein Streifzug durch das Hegereiterland zwischen Adelshofen und Uffenheim - die Besucher bewegen sich meist auf geschichtsträchtigem Boden in einer weitgehend unberührten Landschaft und können sich in urigen Gastwirtschaften stärken.

Tour über die Wasserscheide

Obwohl der Naturpark Frankenhöhe von der A7 durchschnitten und der A6 am nördlichen Rand begrenzt wird, kommt das Naturerlebnis hier keineswegs zu kurz. Dabei ist ein Kurztrip etwa zum Rundweg um das Geotop «Gipsbruch Endsee« ebenso lohnenswert, wie eine mehrtägige Tour auf dem Wanderweg «Europäische Wasserscheide«. Zwischen Schnelldorf und der Stadt Ansbach geht es auf 97 Kilometern Länge über sanfte Anhöhen mit ein paar knackigen Anstiegen durch kühle Wälder und weitläufige Streuobstwiesen.

 Überhaupt sind die Streuobstwiesen ein weiteres markantes Kennzeichen der Frankenhöhe, berichtet Ute Lippert. Früher waren die mit Obstbäumen bestandenen Flächen ein selbstverständlicher Bestandteil jedes Bauernhofs, heute finden sich immer weniger Familien, die die zeitaufwendige Pflege betreiben wollen. Auch hier sind wieder die Schafe gefragt, die zumindest das Grün unter den Bäumen in Schach halten. Für Aktivurlauber stehen im Naturpark Frankenhöhe zwischenzeitlich reichlich Nordic-Walking-Strecken zur Verfügung, und das Wanderreiten erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Naturkundliche Führungen sind in verschiedenen Gemeinden buchbar und vermitteln einen intensiven Eindruck von den «Schatzkästchen der Frankenhöhe«, wie die Hutungen und Trockenrasen in der Werbung gerne genannt werden. 

Verbraucher profitiert

Direktvermarktung wird im Übrigen nicht nur beim Frankenhöhe-Lamm großgeschrieben. Das «Regionalbuffet« - ein Zusammenschluss von Landwirten, Handelsbetrieben und Gaststätten aus dem westmittelfränkischen Raum - hat hier seine Wurzeln.
Ökologische Aspekte wie die Pflege der Landschaft, artgerechte Tierhaltung und kurze Transportwege haben sich die Organisatoren unter anderem als Ziele auf die Fahnen geschrieben. Nutznießer sollen nicht zuletzt die Verbraucher sein, die sowohl in den Gaststätten als auch in der heimischen Küche auf die Qualitätsprodukte aus der Region zurückgreifen können.