Günstiger geht kaum

5.1.2018, 08:00 Uhr
Die Lifte im Skigebiet Kopaonik erschließen rund 55 Pistenkilometer.

Die Lifte im Skigebiet Kopaonik erschließen rund 55 Pistenkilometer. © Nationale Tourismus Organisation Serbiens

Noch ist Serbiens größtes Skigebiet 260 Kilometer südlich der Hauptstadt Belgrad und 129 Kilometer westlich von Niš ein Geheimtipp. Es ist Teil eines Nationalparks, wo der Wochenskipass für 26 Skilifte und 55 Pistenkilometer Erwachsene 128 bis 138 Euro kostet.

Das Schlemmen in Kopaoniks Skihütten ist ebenfalls günstig. Die Hütte Monte Argentario an der Duboka-Talstation serviert im Kamin geräucherte Schweinescheiben als Slow Food. Himmlisch schmeckt das Cevapcici vom Grill mit Kartoffeln, Ajvar und Fladenbrot für acht Euro im Sonnenschein auf der Holzterrasse. Schöner ist die Aussicht von der Skihütte Vucja Staza (Wolfsspur) auf Kopaoniks höchster Erhebung, dem Pancicev vrh.

Skifahrer kommen mit den Sesselliften 4 Pancicev vrh, 6 Duboka I und 21 Krcmar auf rund 1900 Höhenmeter hinauf. Beschneiungsanlagen machen die überwiegend leichten bis mittelschweren Pisten schneesicher. Sechs Pistenkilometer sind als schwarze Abfahrten gekennzeichnet und fordern ambitionierte Skiläufer. Viele Hänge bieten reichlich Platz, um Gobelja herum sind einige Abfahrten fast menschenleer. Zwar erreicht die Präparierung nicht das Niveau alpiner Skiorte, kann sich aber international sehen lassen. Skikindergärten und Spielplätze zwischen den Talstationen der Lifte sowie eine auch im Winter nutzbare Sommerrodelbahn und Seilrutschen machen Kopaonik extrem familienfreundlich.

Da ist Spaß angesagt, auch wenn sich an den Wochenenden, wo halb Belgrad im Skizentrum einfällt, Schlangen vor den Liften bilden. Das beschränkt sich jedoch auf die Talstationen vor dem Hauptort Kopaonik, wo die Hälfte der 10.000 Gästebetten steht. Das Spektrum reicht von Berghütten bis zu Viersternehotels, dazu kommen Läden, Skiverleiher und -schulen. Lebhaft geht es abends in den Pubs, Bars und Diskotheken zu. Kein Wunder, scheint in Kopaonik doch an durchschnittlich 200 Tagen die Sonne und liegt 159 Tage im Jahr Schnee. Weitere Unterkünfte, etwa in Gobelja, sind auf Skiern oder per Shuttlebus erreichbar. Vielleicht sitzt sogar unverhofft Novak Djokovic im Sessellift. Die Eltern des Tennisstars betreiben hier ein Hotel, die Tennisakademie des Grand Hotels war Ausgangspunkt seiner Weltkarriere.

Bis Ende März drehen sich in Kopaonik die Sessel- und Schlepplifte, oft sogar bis Mitte April. Ein bisschen Abenteuer erlebt man hier auch: Auf den Pisten wird vorwiegend Serbisch gesprochen, aber auch Rumänisch, Bulgarisch, Griechisch, Türkisch und Russisch. Unter den wenigen Gästen aus deutschsprachigen Ländern sind vorwiegend preisbewusste Familien und Jugendliche.

Ungewöhnlich ist auch die Musikberieselung. Fast jeder Lift hat seinen eigenen Klangteppich. Ein Radiosender beschallt als Sponsor die Liftanlagen des Skigebiets mit Popmusik, die viele Serben lieben. Bis zu den Pisten reichen die Klänge allerdings selten. Direkt an Kopaoniks blauer Skipiste 8 Mali Karaman sorgt gar ein Show-Truck für Diskostimmung. Er steht vor dem 1958 eröffneten und 2013 modernisierten 235-Bettenhotel Rtanj, das auch über einen Abenteuerpark mit Klettergarten und Seilrutsche verfügt.

Mehr Informationen:

www.serbien.travel

www.skijalistasrbije.rs/en

Anreise z.B. per Fernreisebus ab Nürnberg nach Belgrad oder Niš (ab 76 Euro) oder mit Ryanair mittwochs und sonntags ab 50 Euro von Memmingen nach Niš.

 

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