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Statt Passwort: Wenn die Tastatur den Nutzer erkennt

15.10.2009

Was wäre, wenn das alles nicht mehr nötig ist? Zukunftsmusik? Nein. Die Technologie gibt es schon. Die Firma Psylock stellt zurzeit auf der Messe it-sa in Nürnberg eine Lösung vor, die den Nutzer nur anhand der Art, wie er auf einer normalen Tastatur tippt, erkennt. Kein Passwort mehr – es reicht, einen kurzen Satz zu tippen. Der Clou: Dieser muss nicht einmal geheim gehalten werden. Er kann sogar für alle Nutzer gleich sein.

Die Technologie ist ausgereift, wird von einzelnen Institutionen und Unternehmen schon verwendet. «So zum Beispiel an der Uni Regensburg, die das System zur Wiederherstellung eines Passwortes nutzt», berichtet Hildegard Herzog von Psylock. Die Vorteile liegen auf der Hand: Keine Passwörter mehr, keine zusätzliche Hardware für den Anbieter gesicherter Bereiche. Und dem Anwender vereinfacht es die Authentifizierung.

Doch wie funktioniert das? «Durch fünfzehn verschiedene Merkmale wie Tipp-Geschwindigkeit oder Schreibrhythmus erstellt die Software ein unverwechselbares Profil des Nutzers», erklärt Michael Neumayr von der Regensburger Firma. Und das sei ebenso charakteristisch wie der Fingerabdruck. Damit fällt diese Lösung in das Feld der biometrischen Authentifizierung – ohne eben zusätzliche Hardware erforderlich zu machen.

Fünf Minuten brauche man, um dem System das eigene Tippverhalten beizubringen, neunmal müsse man den gleichen, etwa 40 Zeichen langen Satz schreiben. Bei einer solchen Satzlänge ist man dann auf dem Sicherheitsniveau anderer biometrischer Systeme. Meldet sich der Nutzer an, vergleicht das System die neue Tipp-Probe mit dem angelegten Profil und gewährt bei Übereinstimmung Zugang. «Dabei erweitert es das Profil um die neue Tipp-Probe, lernt damit Veränderungen im Tippverhalten des Nutzers», so Neumayr.

Es bietet gegenüber anderen biometrischen Lösungen einen zusätzlichen Vorteil: «Pyslock ist bezogen auf den Datenschutz vollkommen unbedenklich. Das System lässt keine Rückschlüsse auf Persönlichkeitsdaten zu», so Hildegard Herzog. Aktuell ist das System nur für professionelle Nutzer verfügbar. Doch das kann sich schnell ändern. 

Jan Christgau

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