Toyota: Der Corolla ist zurück

24.2.2019, 11:58 Uhr
Corolla mal drei: Links der Kombi

Corolla mal drei: Links der Kombi "Touring Sports", in der Mitte der Fünftürer und rechts die Limousine. © Hersteller

Er ist wieder da! Zwei Generationen lang hat Toyota seinen Kompakten in Europa als Auris verkauft, doch die zwölfte Ausgabe des weltweit meistverkauften Autos heißt auch in Deutschland wieder Corolla. Sie steht ab April in drei Karosserievarianten beim Händler. Von Bedeutung sind hierzulande allerdings nur der klassisch-kompakte Fünftürer (ab 20.990 Euro) und der Kombi namens Touring Sports (Aufpreis 1400 Euro). Für die Limousine wird sich wohl nur eine Handvoll Käufer entscheiden.

Anders als der 4,36 Meter lange Fünftürer (Hatchback) profitieren Kombi und Stufenheck von einem um sieben Zentimeter gestreckten Radstand und mehr Platz auf der Rückbank und natürlich auch im Kofferraum. 598 statt 361 Liter gehen standardmäßig in den Kombi rein, legt man die vom Gepäckraum aus umklappbaren Rücksitze flach, wächst der Stauraum auf 1606 Liter. Der Ladeboden kann in zwei Ebenen positioniert werden und bietet so entweder mehr Platz oder eine ebene Ladefläche. Außerdem lässt sich die Abdeckung wenden: Auf der einen Seite gibt es flauschigen Teppich, auf der anderen abwaschbaren Kunststoff.

Infotainment: Obwohl neu entwickelt, wirkt es im Vergleich zu den Angeboten der Konkurrenz etwas angestaubt.

Infotainment: Obwohl neu entwickelt, wirkt es im Vergleich zu den Angeboten der Konkurrenz etwas angestaubt. © Hersteller

Ordentliche Materialauswahl, bequeme Sitze

Von Letzterem ist das Cockpit weit entfernt: Die Materialauswahl ist wie die Verarbeitung ordentlich, die meisten Oberflächen sind weich unterschäumt und selbst das Hartplastik fasst sich gut an. Die weichen Sitze fallen bequem aus, allerdings sind sie recht eng geschnitten, wie es überhaupt in der ersten Reihe nicht besonders luftig zugeht.

Zeitgemäß sind das Kombiinstrument mit bis zu sieben Zoll großem Info-Screen, das farbige Head-up-Display oder die induktive Smartphone-Ladeschale (alles optional). Das aufpreispflichtige 8-Zoll-Touchscreen-Infotainment wirkt dagegen angestaubt. Obwohl das System neu entwickelt wurde, hinken Grafik und Bedienung eine Generation hinterher und auch die Smartphone-Anbindung Apple CarPlay wird frühestens Ende des Jahres unterstützt.

Toyota Corolla Fünftürer: Wer Hybridantrieb wünscht, muss mindestens das zweite Ausstattungslevel erwählen.

Toyota Corolla Fünftürer: Wer Hybridantrieb wünscht, muss mindestens das zweite Ausstattungslevel erwählen. © Hersteller

Turbo-Benziner und zwei Hybride

Fortschrittlich ist die Motorenpalette: Auf einen Diesel verzichtet Toyota, es gibt einen 1,2-Liter-Turbobenziner und zwei Hybride. Wer die mit LED-Scheinwerfern, Klimaanlage, Abstandstempomat, Spurhaltefunktion und Notbremsassistent inklusive Fußgängererkennung schon ordentlich ausgestattete Basis-Version ordern will, muss zum 114 PS starken Nur-Benziner greifen, der mit Sechsgang-Handschalter oder stufenlosem Getriebe erhältlich ist. Die beiden Hybride starten in der zweiten Ausstattungslinie und kosten mindestens 27.990 Euro.

Zum einen wird ein 1,8-Liter-Benziner mit einem E-Motor zu einer 122 PS starken Einheit kombiniert, beim stärkeren 180-PS-Hybrid kommen ein Zwei-Liter-Otto und ein potenterer E-Motor zum Einsatz. Vorteil des stärkeren Hybrids: Er muss sich weniger anstrengen, das stufenlose Getriebe zwingt den Verbrenner nicht so vehement zu hohen Drehzahlen und er ist dementsprechend leiser. Dass der "Große" dem 1.8er drei Sekunden beim Standardsprint (7,9 statt 10,9) abnimmt, merkt man im Alltag dagegen nicht. Die Zweiliter-Variante fühlt sich kaum flotter an und bringt weder das straffe Fahrwerk (auf Wunsch mit adaptiven Dämpfern) noch die direkte Lenkung an ihre Grenzen.

Begrenzte elektrische Möglichkeiten

Manko: Beide Hybride laufen nur 180 km/h, der 1.2 T schafft Tempo 200. Und sie speichern nur Strom für gut einen elektrisch gefahrenen Kilometer. Trotzdem verspricht Toyota einen Verbrauch von 3,3 beziehungsweise 3,7 l/100 km. Das mag vielleicht in der Stadt funktionieren, wo die kleine Batterie beim Bremsen und Rollen ständig geladen wird und rund die Hälfte der Strecke tatsächlich elektrisch gefahren werden kann. Auf unserer ersten Überland-Runde zeigte der Bordcomputer allerdings eine Sechs vorm Komma an.

Michael Gebhardt

Toyota Corolla in Kürze:

Wann er kommt: Im April 2019

Wen er ins Visier nimmt: VW Golf, Ford Focus, Opel Astra, Honda Civic, Renault Mégane, Peugeot 308, Kia Ceed, Hyundai i30 etc.

Was ihn antreibt: 1,2-l-Benziner mit 114 PS, Hybrid mit 122 und 180 PS

Was er kostet: Ab 20.990 Euro

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