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Montag, 20.05.2019

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Alter Stadtbus rollt in Griechenland

Fürth spendet ausrangiertes Fahrzeug an die noch immer krisengeplagte Partnerstadt - 26.03.2019 21:00 Uhr

Sie freuen sich, dass ein Bus zu neuen Ehren kommt: Fürths OB Thomas Jung, sein Kollege Panagiotis Kalyvas aus Xylokastro, infra-Geschäftsführer Marcus Steurer (v. li.) sowie Mitglieder der griechischen Delegation. © Foto: Hans Winckler


Bei der Übergabe des 16 Jahre alten Gefährts drehte sich jedoch alles um die Freundschaft. Die Verbundenheit zwischen Fürth und dem am Nordufer des Peloponnes gelegenen Xylokastro, so Thomas Jung, spiegle sich eben in mehr als nur dem Austausch von Frankenwein und Olivenöl wider. In schlechten Zeiten, so der Oberbürgermeister mit einem Augenzwinkern, dürfe es schon auch mal ein Bus sein.

Normalerweise verkauft die infra ihre ausrangierten Fahrzeuge an Länder, die sich keine nagelneuen leisten können. Auf welcher Route der ausgemusterte Bus, der blank poliert in der Fahrzeughalle der infra steht, künftig unterwegs sein wird, ist schon festgelegt. Ende Mai soll die Zugverbindung zwischen Athen und Patras fertig sein, an der auch Xylokastro liegt. Der Bus soll dann den Bahnhof der Stadt mit dem Zentrum verbinden. Weil die neue Zugtrasse auch den Flughafen von Athen anschließt, wird die Verbindung vor allem für Touristen interessant sein. Denn während momentan vor allem die Athener Erholung im 17 000-Einwohner-Ort am Meer suchen, sollen sich bald mehr internationale Gäste einfinden. Auch sie könnten helfen, dass Xylokastro – noch immer gebeutelt von der griechischen Finanzkrise, die 2010 ihren Anfang nahm, aber auch von Gebietsreformen und staatlichen Finanzkürzungen – einen Aufschwung erlebt.

Bürgermeister Panagiotis Kalyvas, der mit einer Delegation aus Xylokastro angereist ist, meint jetzt schon eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage zu spüren. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt er. "Langsam merken auch die Menschen, dass es ihnen wieder besser geht."

Dass der griechischen Kleinstadt das Glück künftig hold ist, dafür soll auch das Kleeblatt sorgen, das auf dem gespendeten Bus prangt. Außerdem ist auf ihm — in griechischer Sprache – ein Zitat von Sokrates zu lesen, in dem der Philosoph die beständige Freundschaft als wertvolles Gut preist.

Bereits am Dienstag macht sich der Bus auf die zweieinhalbtägige Reise bis an den Golf von Korinth. Am Steuer sitzt der Fürther Stadtrat Roland Richter. Die nicht unerheblichen Kosten für den Transport auf der Fähre von Venedig nach Patras trägt die Deutsch-Griechische Versammlung, die die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen deutschen und griechischen Kommunen, Regionen und Bürgern mit konkreten Projekten unterstützt.

Auch Fürth hat schon einige Kooperationen mit seiner griechischen Partnerstadt angestoßen, etwa den Schüleraustausch mit dem Heinrich-Schliemann-Gymnasium, ein Bäckerprojekt mit der Berufsschule sowie Sport- und Kulturbegegnungen. Außerdem hat die Kleeblattstadt 2013 ein ausgemustertes Feuerwehrauto gespendet, das im Kampf gegen Waldbrände zum Einsatz kommen sollte. 

Gwendolyn Kuhn

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