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Schwierige Zeiten für Obertrubach

Der Spielvereinigung fehlen junge Kräfte

Die Spielvereinigung Obertrubach leidet unter fehlendem Nachwuchs. Ein enger Kader und fehlende Trainingsbeteiligung erschweren das Ziel Aufstieg. Trainer Kai Uwe Rossmy und Vorstand Mirco Reichel sind sich dennoch sicher, dass es mit dem Wiederaufstieg in die A-Klasse klappen wird.

Vergangene Saison spielte die SpVgg Obertrubach (blaue Trikots) noch in der A-Klasse. Nun versucht sie ihr Glück in der B-Klasse.

 / © Rudolf Maxbauer

"Wir haben unsere Jugendarbeit jahrelang total verschlafen", sagt Vorsitzender Mirco Reichel, angesprochen auf die Seltenheit junger Spieler im Obertrubacher Kader. "Als wir vor einigen Jahren bezahlte Spieler unter Vertrag hatten, hat der Verein alles in die erste Mannschaft gesteckt, für den Nachwuchs war kein Interesse da", sagt der 38-Jährige. Die Quittung bekommen die Obertrubacher jetzt: Mit Torhüter Mario Kirsch und Stürmer Dirk Dietering ist der B-Klassist auf zwei Spieler, die mit jeweils 48 Jahren das Durchschnittsalter der Vollmannschaften in die Höhe ziehen, angewiesen.

"Eine zukünftige Kooperation mit anderen Vereinen wird nötig sein", meint Reichel, "sonst wird unser Verein nicht überleben." Die Spielvereinigung bietet neben der Herrenmannschaft nur noch eine Frauenmannschaft und mit den E-Junioren und F-Junioren nur noch zwei Nachwuchsmannschaften. Die wenigen heranwachsenden Spieler aus D-, C- ,Bund A-Jugend müssen in den Spielgemeinschaften mit den benachbarten Vereinen, dem SV Wolfsberg/Geschwand und dem TSC Bärnfels spielen. "Es ist bestimmt 20 Jahre her, als wir eine eigene A-Jugend hatten", sagt Reichel. Junge Spieler, die kurz vor dem Sprung in die Vollmannschaft stehen, entscheiden sich dadurch eher für die erfolgreicheren Vereine aus Bärnfels oder Wolfsberg. "Glücklicherweise" konnte man in den vergangenen drei Jahren mit Stürmer Sebastian Freund und den beiden Flügelspielern, Alexander Zitzmann und Justin Wiegärtner, alle 18 Jahre alt, drei junge Neuzugänge aus Bärnfels ins Boot holen.

Das ist für den Spielertrainer Kai Uwe Rossmy nicht genug: "Wir brauchen jedes Jahr vier junge Leute, damit die Mannschaft bestehen bleibt." Der 48-jährige Stürmer Dirk Dietering, der sich beim Spiel gegen den FC Pegnitz drei Rippen gebrochen hat und nun monatelang ausfallen wird, lebt für den Verein. Allerdings wird sich zeigen, wie lange sein Körper noch mitspielen wird und wie lange der Verein noch von ihm profitieren kann. Dem Verein würde mit ihm ein Leistungsträger, Anführer und Vorbild für die jungen Spieler fehlen: "Dirk geht immer mit gutem Beispiel voran. Seine Trainingsbeteiligung und seine kämpferische Einstellung sind top", sagt Rossmy über seinen erfahrenen Stürmer. Auch der gleichaltrige Torwart Mario Kirsch hat Probleme an der Schulter. Er denkt über ein baldiges Karriereende nach. "Wenn wir mit einer Mannschaft aus der Umgebung kooperieren, werden die beiden ziemlich sicher zu den Alten Herren hochrücken", meint der Trainer. Mit welchem Verein die Obertrubacher kooperieren könnten, wissen die Verantwortlichen der Spielvereinigung noch nicht: "Es machen zwar Gerüchte die Runde, aber von Gesprächen mit Nachbarschaftsvereinen habe ich noch nichts gehört", sagt Rossmy.

Reichel blickt dennoch positiv in die Saison: "Unser Ziel ist der Aufstieg. Wenn die Spieler mitziehen, alle an Bord sind und ihre Leistung abrufen, haben wir das Potential dafür." Dieser Meinung ist auch der Coach der Mannschaft, Spielertrainer Kai Uwe Rossmy: "Ziel ist der erste Platz. Wenn die Mannschaft konstant ihre Leistung abruft, ist das auch möglich", allerdings gestaltet sich das nicht so einfach, wie man sich das vorstellen mag: "Derzeit haben wir 19 Spieler im Kader. Allerdings haben wir momentan mit einigen Verletzungen zu kämpfen." Aufgrund der vielen Schichtarbeiter lässt die Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig: "Bei manchen Trainingseinheiten sind nur vier Leute da, an anderen dann auf einmal zwölf", sagt der Trainer. Laut Rossmy darf die Mannschaft die Liga nicht unterschätzen: "Die B-Klasse ist kein Zuckerschlecken. Die Liga ist in den vergangenen Jahren stärker geworden." Außer der Sp Vgg Obertrubach sind alle Mannschaften aus der B-Klasse 4 Reserveteams, die auf Spieler der ersten Mannschaft zugreifen können. Die Spielvereinigung verfügt über keine Reservemannschaft, mit der die erste Mannschaft bei Personalmangel gestopft werden könnte.

Nach fünf Spielen ist das Team mit vier Siegen gegen Troschenreuth II, FC Pegnitz II, Weißenohe/Gräfenberg II und Moggast II und einer 3:1-Niederlage gegen die Reservemannschaft der Spielgemeinschaft Thuisbrunn/Egloffstein, auf dem vierten Rang notiert. Anführer der Tabelle ist die Spielgemeinschaft Kühlenfels/Kirchenbirkig II mit 18 Zählern nach sieben Spielen. Rossmy erwartet von seiner Mannschaft in den nächsten Spielen Einsatzbereitschaft. Schließlich will sich die Spielvereinigung nach dem letztjährigen Abstieg nicht als einzige "Erste" in der B-Klasse festsetzen. Am Sonntag wird sich um 15 Uhr auf heimischen Rasen beim Verfolgerduell gegen den Sechstplatzierten aus Eschenau zeigen, ob sie den Anschluss an die Aufstiegsplätze halten können. Trotz Probleme seien laut Reichel die Stimmung und der Teamgeist gut.

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