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Mahr: "Die Mannschaft muss sich noch finden"

Der SV Tennenlohe erlebt derzeit in der Kreisliga ein Auf und Ab

An Halloween erlebte der SV Tennenlohe ein teilweise gru­seliges Heimspiel gegen die Spielver­einigung Zeckern. Zwar traten die Hausherren mutig auf, doch gegen den Zweiten der Kreisliga 1 erlaubten sie sich haarsträubende Fehler.

Fehlpass, Konter, Tor: Der SV Tennenlohe machte es den Angreifern der Spielvereinigung Zeckern (blaue Trikots) zu leicht. Keeper Karsten Thurn erlebte so ein Heimspiel zum Gruseln.

 / © Torsten Hanspach

Am Ende schrie Karsten Thurn fast schon flehend: „Jungs, Konzentration, bitte“ hallte es über den Platz. Gerade eben hatte der Schlussmann das vierte Gegentor des Tages kassiert, alleingelassen von seinen Teamkollegen chancenlos bei der Abwehr. Die Niederlage gegen Zeckern war bereits drei Minute zuvor besiegelt gewesen, als Michael Glaser zum 3:0 für die Gäste getrof­fen hatte.

Beiden Toren waren Fehlpässe der Tennenloher vorausgegangen. Fehl­pässe, die ein Kreisliga-Spitzenteam dankend annimmt. „Wir haben vier Geschenke gemacht“, sagt ein sicht­lich bedienter Adrian Mahr nach der Partie. Der Spielertrainer musste von der Seitenlinie mit ansehen, wie sei­ne Mannschaft die Partie herschenk­te. Ein Patellasehnenriss zwingt ihn bereits seit mehr als zwei Monaten zur Pause. „Zur Rückrunde werde ich wieder fit sein.“ Bis dahin aller­dings ist Mahr nur Coach.

Und als solcher fällt seine Analyse schonungslos aus: „Wenn du im Spiel­aufbau Fehler machst und den Geg­ner einlädst, ist es schwer zu verteidi­gen. Erste Halbzeit gab es einen Eck­ball, wir schalten zu langsam um, zweites Tor wieder: Die haben Ein­wurf, wir schalten zu spät um. Zwei­te Halbzeit haben wir zweimal die Tore selbst vorgelegt durch Fehlpäs­se im Spielaufbau.“ Dabei hatte Tennenlohe gut begon­nen und in der ersten Viertelstunde die Partie dominiert. Der Plan war von Beginn an, mutig zu spielen. „Ballbesitz haben, Chancen heraus­spielen, defensiv kompakt stehen“, sagt Mahr. „Und schnell umschalten von Defensive auf Offensive und anders herum.“ Das allerdings ist nur dem Gegner eindrucksvoll gelun­gen. „Wir suchen, hinten raus zu spie­len, treffen allerdings in manchen Situationen die falsche Entschei­dung. Wenn der Gegner Druck macht, leisten wir uns zu leichte Feh­ler. Aus dem Spiel heraus hatte Zeckern wenig Torchancen, wir stan­den defensiv ja sehr gut.“

Noch immer keine Stammelf

Wirklich viele Chancen hatten die Hausherren allerdings auch nicht. Bis zum Strafraum sah es gut aus, Vasileios Skerletidis, Johann Jordan oder Top-Torschütze Christoph Arnold sorgten immer wieder für Wir­bel auf den Außenbahnen. Die Abschlüsse aber waren, wenn über­haupt, harmlos. „Offensiv fehlt uns der Wille, die Zielstrebigkeit, dass wir den Ball immer noch einmal quer spielen“ — anstatt selbst zu schießen. „Ich weiß nicht, ob das am Selbstver­trauen liegt“, sagt der Spielertrainer. „Jeder schiebt die Verantwortung aktuell lieber weiter.“ Wie es anders geht, zeigten am ver­gangenen Dienstag die Gäste. Manu­el Kilger wurstelte das Leder im Strafraum-Durcheinander über die Linie (18.), Stephan Baumüller über­lupfte SVT-Keeper Thurn (25.), Gla­ser und Rene Ackermann nahmen die Fehler der Tennenloher als Hallo­ween­Leckerei dankend an.

„Es ist ein Auf und Ab bei uns. Wir haben Spiele, in denen wir viel zu vie­le Fehler machen und zu viele Gegen­tore bekommen“, sagt Mahr. „In der Hinrunde musste ich viele Positionen immer wieder durchtauschen. Ich bin eigentlich Fan davon, mit der glei­chen Mannschaft zu spielen.“ Beruf­lich oder verletzungsbedingt fehlten allerdings einige Spieler, wie bei jedem Kreisligisten. Zu Saisonbe­ginn gab es einen großen Umbruch im Team, neu zusammengefunden hat es sich auch nach 15 Spielen dadurch noch nicht. „Doch die Mannschaft muss sich finden, es ist eine junge Truppe.“ Aktuell rangiert Tennenlohe auf dem achten Platz. „Klar, haben wir uns das anders vorgestellt. Aber wir müs­sen die Fehlerquote niedriger hal­ten.“ Das war auch gegen Zeckern der Knackpunkt. „Im Training am Freitag werde ich das ansprechen, Sonntag geht’s weiter“, sagt Adrian Mahr. Dann hoffentlich ohne Grusel-Faktor.

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