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Tristesse am "Dechsi"

Uehfeld gewinnt beim FC Großdechsendorf mit 3:1

(Fußball-)Herbst in Dechsendorf: Über den Weiher ziehen die Kanadischen Wildgänse im Formationsflug, auf dem B-Platz muss schon um 14.30 Uhr das Flutlicht eingeschaltet werden, und im Dauerregen schwimmen mit der 1:3-Niederlage gegen die SpVgg Uehlfeld auch die vagen Hoffnungen des FC Großdechsendorf davon, vielleicht doch noch in den Titelkampf eingreifen zu können.

Kalte Dauerdusche: Im strömenden Regen hatten die Dechsendorfer (dunkelblaue Trikots) gegen die SpVgg Uehlfeld das Nachsehen.

 / © Harald Hofmann

Schon der Blick auf die Ersatzbank verrät das Hauptproblem der Hausherren: Nur zwei Ersatzspieler bei einem Heimspiel. Das Verletzungspech hat zuletzt kräftig zugeschlagen. Dennoch beginnt der FC mutig. „Das ist die Handschrift unseres neuen Trainers Stive Hogmeni Wohayo, der denkt offensiv“, sagt Spielleiter Daniel Wallenhauer, der an diesem Sonntag seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen kann. Vor dem Spiel den Schreibkram, das Aufwärmprogramm (als einer der beiden Ersatzleute). Vor dem Anpfiff noch ein kurzes Presseinterview, dann greift er zur Fahne: Einen Linienrichter gibt es auch nicht. Und Mitte der zweiten Halbzeit muss der 27-Jährige auch noch ins Tor, weil sich Keeper Markus Musialik am Knie verletzte. Ein großes Problem für den FC, der keinen zweiten Torwart im Kader hat.

Wallenhauer kassiert zwar keinen Treffer mehr, aber das Spiel ist da schon gelaufen, auch das Endergebnis steht schon. Stive Hogmeni beklagt hinterher, dass sein Team nach dem Super-Start den Gegner durch leichtsinnige Fehler aufgebaut habe. In der Tat: Nach dem 1:0 durch den aus dem Kamerun stammenden Spielertrainer, der einen Eckstoß von Hendrik Wiebach per Kopf ins Tor wuchtet (4.), hätten die Weiher-Kicker eigentlich einen oder zwei Treffer nachlegen müssen, dann wäre wohl vieles anders gelaufen. Aber schon in der achten Minute schläft die Hintermannschaft des FC zum ersten Mal. Keiner achtet auf Thomas Wetternek, der aus etwa 20 Metern nicht unbedingt scharf, aber sehr platziert den Innenpfosten anvisiert, von dem aus der Ball zum Ausgleich über die Linie kullert.

Konter zur Entscheidung

„Im Angriff können wir mit den Topteams mithalten“, sagt Daniel Wallenhauser, „die Defensive war zuletzt anfällig.“ Kein Widerspruch, denn auch ersatzgeschwächt zeigt der FC offensiv einige gute Ansätze, bringt aber die Kugel nicht im Kasten unter. Und solche Nachlässigkeiten werden bekanntlich bestraft. Nach einer halben Stunde verliert Uehlfeld als erstes Team seinen Torhüter Viktor Wastschuk wegen einer Verletzung, sein Nachfolger, der 45-jährige Martin Schiepek bekommt in der Folgezeit allerdings kaum noch etwas zu tun.

Denn nach und nach wendet die SpVgg das Blatt. Für das 2:1 können sich die Gäste allerdings bei FC-Abwehrchef Oliver Leipold bedanken, der den Ball in die Füße von Jan Lösch, der schnell zu Waldemar Adler durchsteckt, der keine Mühe hat, Musialik zu überwinden (39.). Nach dem Seitenwechsel wird das Spiel nicht besser – vor allem nicht für den FC. Während Gästecoach Antonio Jelec zufrieden ist („Wir haben alles richtig gemacht: Geduldig verteidigt und schnell für die Konter umgeschaltet“), bringen die Dechsendorfer kaum noch etwas zustande. Im Gegenteil: Ein Konter, erneut abgeschlossen durch Adler, bringt das vorentscheidende 3:1 (72.). Für die Weiher-Elf, die vor der Partie nach einer kleinen Siegesserie sogar ein wenig nach oben geschielt hat, spricht Stive Hogmeni angesichts der Personalnot prompt eine Warnung aus: „Wenn wir nicht aufpassen, rutschen wir schnell in die Abstiegszone hinein.“ Die nun punktgleichen Uehlfelder sind optimistischer. Jelec: „Gewinnen wir vor der Winterpause noch ein paar Spiele, ist alles möglich.“

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