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Gößweinstein: Böse Erinnerungen an die Relegation

Michelfeld-Verfolger Gößweinstein weiß wie es ist, kurz vor dem Ziel zu scheitern

Das Duell der beiden Kreisklasse-3-Konkurrenten ASV Michelfeld und SV Gößweinstein geht in die Endphase. Vor den letzten vier Spielen der Saison haben die Michelfelder ein überschaubares Zwei-Punkte-Polster auf den Verfolger. Um den Direktaufstieg zu schaffen, sind die Fußballer des SV also auf Schützenhilfe der ASV-Gegner angewiesen. Die Gößweinsteiner hoffen auf die Meisterschaft, denn mit der Relegation haben sie unschöne Erfahrungen gemacht.

So wie Simon Redel im Spiel gegen SV Kirchenbirkig/Regenthal (Maximilian Kraft in Gelb) möchten die Gößweinsteiner bis Saisonende dem Rest der Kreisklasse 3 enteilen.

 / © Ralf Münch

Der Wille nach dem Schritt in die Kreisliga macht sich bei der Gößweinsteiner Mannschaft schon lange bemerkbar: „Die Jungs wollen hoch“, sagt erster Vorsitzender Dominic Lang vor dem Saisonendspurt. Vier Spiele müssen die Gößweinsteiner noch absolvieren, bis feststeht, ob die SVler die Meisterschaft und somit den direkten Aufstieg feiern können oder bei einer Zweitplatzierung in die Relegation müssen.

Für Trainer Jens Zweck war das Thema Direktaufstieg vergangene Woche eigentlich durch: „Ich habe vor dem letzten Wochenende nicht gedacht, dass wir nochmal an die Michelfelder herankommen.“ Der Rückstand von vier Zählern auf den Tabellenführer ist am vergangenen Spieltag geschrumpft. Während die Gößweinsteiner beim Schlusslicht TSC Bärnfels mit einem 4:1-Sieg die Punkte mitnahmen, haben die Michelfelder gepatzt: Die Mannschaft von Spielertrainer Ilker Caliskan kam beim Drittplatzierten SG Wolfsberg/Geschwand nicht über ein 2:2-Remis hinaus. „Der erste Platz ist greifbar für uns“, sagt Co-Kapitän und Torjäger Andreas Stenglein, „wir hoffen auf jeden Fall alle, dass Michelfeld nochmal patzt.“

Emotionale Achterbahnfahrt

Im Falle einer Michelfelder Meisterschaft müssen die Gößweinsteiner in die Relegationsspiele, in denen unter vier Kreisklasse-Vizemeistern mindestens ein Aufsteiger ausgespielt wird. An die letzte Teilnahme an einer Relegation im Jahr 2011 erinnern sich die Gößweinsteiner nicht gerne: Andreas Stenglein war im Aufstiegsduell gegen Türkspor Röthenbach in Emsreuth mit von der Partie: „Wir lagen kurz vor Spielende mit 0:3 hinten und haben das Spiel fast noch gewonnen.“ Als die Fußballer von Türkspor Röthenbach mit einer 3:0-Führung bereits gedanklich in der Kreisliga waren, drehten die Gößweinsteiner in der Schlussphase nochmal auf: Der SV verkürzte in der 85. Minute auf 1:3. Fünf Minuten später gelang Stenglein in der 90. Minute der Anschlusstreffer und in der Nachspielzeit sogar der Ausgleich.

Die emotionale Achterbahnfahrt fand auch in der Verlängerung kein Ende. Nach dem 4:3-Führungstreffer des SV in der 100. Minute glichen die Röthenbacher Türken das Spiel innerhalb von 60 Sekunden aus. Im Elfmeterschießen wurden die bereits totgeglaubten Hoffnungen auf die Kreisliga endgültig zunichte gemacht: Zwei Gößweinsteiner patzten vom Elfmeterpunkt. Die Mannschaft musste sich mit 4:5 im Elfmeterschießen geschlagen geben. „Was damals passiert ist, war wirklich kinoreif“, sagt Andreas Stenglein — er stand bei diesem Spiel auf dem Platz und traf zwei Mal. Wie Stenglein hat etwa die Hälfte der aktuellen Mannschaft das Spiel damals selbst auf dem Rasen erlebt.

Mit Stürmer Sven Wächter wurde der Kader der Gößweinsteiner im vergangenen Jahr um ein Offensivbollwerk erweitert. Mit 35 Toren belegt Wächter den ersten Rang der Torschützenliste, ihm folgt Stenglein auf dem zweiten Rang mit 24 Toren.Die konstant starke Saison der Mannschaft liegt in den Augen des 27-Jährigen nicht nur der Offensivabteilung, sondern am Teamgeist: „Wir sind alle Einheimische, gehen am Wochenende gemeinsam fort und halten seit der Jugend zusammen, auch wenn es nicht so läuft.“

SV trifft alten Bekannten

Ähnlich sieht das Coach Jens Zweck, der im September das Traineramt von Rames Berisha übernahm: „Die Spieler kennen sich seit Jahren. Mit Alexander Zimmerer, Dominik Sebald und Michael Stenglein sind im vergangenen Sommer noch drei wichtige Rückkehrer hinzugestoßen.“ Vorsitzender Lang schätzt die derzeit stabile personelle Lage: "Wir haben einen extrem breiten Kader, sodass wir jede Position ersetzen können.“ Die nächste Aufgabe wartet am kommenden Montag auf die Gößweinsteiner: Dann geht es auf heimischen Rasen gegen den Fünftplatzierten SV Hiltpoltstein, wo die Mannschaft des SV auf einen alten Bekannten trifft: Florian Wehrfritz war jahrelang als Co-Trainer beim SV Gößweinstein tätig. Im Sommer 2016 verließ Wehrfritz die Gößweinsteiner, um beim SV Hiltpoltstein das Traineramt zu übernehmen: „Die Hiltpoltsteiner sind in dieser Saison in manchen Spielen top und in anderen nicht so stark“, sagt Trainer Zweck, "wir wollen natürlich drei Punkte." Auch Stenglein ist zuversichtlich, dass sein Team das Spiel erfolgreich gestalten wird: „Wir kennen das System der Hiltpoltsteiner. Wenn wir unsere Leistung abrufen, wird das Spiel für uns kein Problem sein.“

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