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Rollenwechsel in Gößweinstein: Michael Stenglein könnte hart zu seinem Bruder sein

Kreisliga 2

Michael Stenglein wird ab Sommer beim SV Gößweinstein den neuen Trainer Marcel Zweck als spielender Co-Trainer unterstützen. Bruder Matthias Stenglein kriegt deswegen wohl keine Sonderrechte, im Gegenteil.

Bekommt kommende Saison mehr Verantwortung: Michael Stenglein (schwarzes Trikot) wird ab Sommer spielender Co-Trainer in Gößweinstein.

 / © Rudolf Maxbauer

Der eine Bruder folgt auf den anderen: Marcel Zweck übernimmt den Trainerposten beim SV Gößweinstein von seinem Bruder Jens. Unterstützt wird er dabei von Michael Stenglein als Co-Trainer auf dem Feld und Tobias Krug, der von außen unterstützen wird. Damit steigen zwei der drei Stenglein-Brüder in der kommenden Saison neu ins Trainergeschäft ein, denn Andreas wird zusammen mit Ferdinand Drummer beim SV Pretzfeld das Zepter übernehmen.

In der Saison 2017/18 standen Michael, Andreas und Matthias Stenglein noch gemeinsam als Spieler auf dem Platz und schafften über die Relegation den unerwarteten Aufstieg in die Kreisliga mit ihrem Heimatverein, dem SV Gößweinstein. Andreas zog es dann weiter nach Weingarts, wo er momentan der beste Torjäger ist. Nach der Saison wird er sich abermals neu orientieren und zusammen mit seinem derzeitigen Mitspieler Ferdinand Drummer den Spielertrainer-Posten beim SV Pretzfeld übernehmen.

Michael und Matthias Stenglein halten weiter die Fahnen des SVG nach oben, aber einer der beiden wird in der kommenden Saison eine neue Rolle einnehmen: Michael, der auch schon einmal einen einjährigen Ausflug nach "Maigisch" gewagt hatte, wird der neue spielende Co-Trainer von Marcel Zweck. Für Bruder Matthias kein Problem: "Das wird für mich keine Umstellung. Ich habe mit meinem Bruder ein gutes Verhältnis, und Fußball ist ein Mannschaftssport, da wird nach Leistung aufgestellt. Egal, ob es der Bruder oder der beste Kumpel ist, wer seine Leistung bringt, wird auch bei den beiden spielen. Die schauen nicht darauf und werden ihre Sache sehr gut machen." In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Michael, der seinem Bruder keine Sonderrechte einräumt: "Es wird für mich keine große Umstellung, denn ich mache schon jetzt ab und zu im Training einzelne Übungen. Es wird vielleicht manchmal schwierig, den Respekt zu bekommen, weil es ja mein Bruder und viele gute Kumpels sind, aber das kriegen wir schon hin, und ich gehe mit allen gleich um."

Andreas, der das Ganze gespannt von außen betrachten kann, könnte sich vorstellen, dass es sogar schwerer werden könnte für Matthias: "Ich glaube auf keinen Fall, dass Matthias dann irgendeinen Vorschuss hat und es da Probleme geben könnte. Die beiden Trainer werden nach Leistung aufstellen und ich könnte mir vorstellen, dass sich der Matze sogar noch mehr reinhängen muss. Wenn er dann mal nicht so Leistung bringt, könnte er vom Michi eine auf den Deckel bekommen."

Zwei der drei Brüder steigen also ins Trainerbusiness ein, für den Dritten, Matthias, noch keine Option, er will bei seinem Heimatverein bleiben und hat für die kommenden zwei Jahre zugesagt. Einzig ein Angebot eines höherklassigen Vereins könnte ihn ins Grübeln bringen, doch für ihn ist der Wallfahrtsort eine Wohlfühloase. Den Prozess der Trainerfindung beim SVG haben alle Brüder anders verfolgt, involviert war natürlich nur Michael: "Wir haben lange nach einem Trainer gesucht, aber keinen geeigneten gefunden. Als Marcel dann gesagt hat, er würde es machen, war das die Ideallösung, da er auch weiter als Stürmer spielt. Er hat mich dann gefragt, und ich konnte mir das gut vorstellen. Die Vorstandschaft stand auch gleich dahinter." Matthias erfuhr es zusammen mit der restlichen Mannschaft: "Sehr viele hat es sehr gefreut, es sind zwar beide noch keine erfahrenen Trainer, aber sie harmonieren sehr gut zusammen. Es wird mit den Beiden um den Klassenerhalt gehen." Außen vor war Andreas, der es tatsächlich erst über das Internet erfuhr: "Ich habe es über Facebook erfahren. Davor habe ich gar nichts gewusst, aber Marcel hat mich dann wegen eines Vorbereitungsspiels kontaktiert, da habe ich mich schon gewundert, und dann habe ich es beim Nachschauen gesehen. Ich hab mich natürlich für meinen Bruder gefreut und für den Marcel und denke, dass das eine super Geschichte wird."

Mit der Verpflichtung von Marcel Zweck wird auch die Lücke, die durch den Abgang von Topstürmer Sven Wächter entsteht, intern geschlossen, denn der Feuerwehrkommandant hat schon oft bewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. "Sven Wächter ist ein Bombenstürmer, und ich wünsche ihm in der Landesliga viel Glück. Er ist natürlich auch immer wieder herzlich willkommen in Gößweinstein. Mit dem Marcel haben wir jetzt aber trotzdem noch einen Topstürmer vorne drin, und man merkt keinen so großen Unterschied. Ich sehe da keinen so großen Verlust, da der Marcel wieder voll mitzieht." So bewertet Matthias Stenglein die Situation in der kommenden Saison. Trotzdem weiß der Abwehrhüne, dass der Verbleib in der Kreisliga das einzige Ziel sein wird: "Klassenerhalt ist das einzige Ziel, so schnell wie möglich die Punkte zusammenkratzen, und dann kann man immer wieder neue Ziele setzen. Der erste Erfolg soll der Klassenerhalt sein, den wollen wir schaffen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass das klappt." Co-Trainer Michael Stenglein sieht neben dem Klassenerhalt auch die Integration der Jugendspieler als wichtiges Ziel an, damit der Konkurrenzkampf weiter belebt wird und die "Gössis" weiter auf der Erfolgswelle surfen können.

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