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Alles neu bei der Zweiten des FSV Erlangen-Bruck

Kreisklasse 1

Die U23 des FSV Erlangen-Bruck startete nach einem riesigen Umbruch in die Kreisklasse 1. Auch Spielertrainer Fabian Müller wechselte erst im Sommer zum Verein. Er will Talente entwickeln. Dafür scheint er nun an der richtigen Stelle.

Früher in Rot, jetzt meist in Blau: Fabian Müller (links, hier im Trikot des ASV Vach) ist seit Sommer Spielertrainer beim FSV Bruck.

 / © Sportfoto Zink

Wenn andere Trainer von einem Umbruch sprechen, kann Fabian Müller nur lachen. Er selbst ist Teil des Umbruchs bei der zweiten Mannschaft des FSV Bruck. Als Spielertrainer stieß er im Sommer zum Team, von dem aus der Vorsaison lediglich zwei Fußballer übrig geblieben waren. "Wir mussten einen komplett neuen Kader zusammenstellen. Dass wir da Anlaufschwierigkeiten haben würden, war auch allen Verantwortlichen im Verein klar." Die Mannschaft ist jung und unerfahren, hat sich mit einem 0:6 im Heimspiel gegen die Reserve des Turnvereins in die Winterpause verabschiedet und ist in der Tabelle auf Rang zehn notiert. Alles gar nicht so schlimm wie befürchtet. "Zu Saisonbeginn ist vieles auf meinen Mist gewachsen", sagt Müller. "Ich habe mittlerweile ein großes Netzwerk an Spielern, die ich kenne oder beobachtet habe. Im Sommer habe ich an die 60 Spieler angeschrieben." Manche hätten bereits zugesagt oder schon unterschrieben beim FSV. "Und dann haben sie sich doch wieder anders entschieden." Bis der Kader stand, brauchte es Geduld. Doch schon das erste Saisonspiel, das 3:2 beim FC Großdechsendorf, "hat mich positiv gestimmt", sagt Müller. "Von der ersten Mannschaft stand damals niemand zur Verfügung. Trotzdem haben wir gewonnen." Es gab aber auch Rückschläge. "Wir hatten eine Phase, in der wir 36 Gegentore in vier Spielen kassiert haben." Darunter ein 1:13 in Uehlfeld und ein 1:10 gegen Höchstadt.

"Wir sind eng mit der ersten Mannschaft verbunden. Der Kader ist klein, weil immer wieder Spieler aus der ersten Mannschaft bei uns Spielpraxis sammeln sollen." Doch wenn oben Personalnot herrscht, überträgt sich das eben auch auf die Reserve. "Da musste ich den jungen Spielern helfen, sich herauszuarbeiten. Doch wir haben uns rausgekämpft", sagt Müller. Noch hat der FSV Bruck drei Partien weniger als die Konkurrenten, Platz zehn zur Winterpause täuscht also. "Wir stehen gut da. Persönlich habe ich mir das Ziel gesetzt, Platz drei bis fünf zu erreichen." Dass Müller jetzt überhaupt beim FSV Bruck gelandet ist, hat der Verein Norbert Hofmann zu verdanken. Bis Oktober 2018 war der ehemalige Profifußballer Trainer beim ASV Vach, dort arbeitete er auch eng mit Müller zusammen. Seit dieser Saison ist Hofmann Sportvorstand beim Erlanger Landesligisten. Als für die Reserve ein neuer Coach gesucht war, brachte er Fabian Müller mit.

Der 29-Jährige kommt aus Obermichelbach im Landkreis Fürth und spielte für Vach und den ASV Veitsbronn-Siegelsdorf. "So langsam ist der Körper aber am Zenit." Wegen schlimmer Verletzungen, Kreuzband und Achillessehne waren schon gerissen, ist nicht mehr alles möglich im Fußball. Deshalb begann Müller schon in Vach als Spielertrainer mit B-Lizenz bei der Reserve.

Jetzt in Bruck sammelt er "neue Erfahrungen". Bewusst entschied er sich, zu einem "Großverein" zu wechseln, in dem die Jugendarbeit wichtig ist. "Von der Infrastruktur gibt es in Bruck definitiv mehr als in Vach", sagt Müller. "Die Zusammenarbeit zwischen den drei Herrenmannschaften läuft einwandfrei." Mit Normann Wagner gibt es beim FSV eine feste Konstante, der Trainer der ersten Mannschaft ist seit Ewigkeiten im Verein. Müller kommt mit ihm gut klar, wie er sagt. "Es ist ein offenes Verhältnis. Wir haben uns privat und auch über Sportliches unterhalten. Es ist eine harmonische Beziehung entstanden. Im ganzen Verein ist es sehr familiär." Fabian Müller schätzt das. "Will man mal Spieler aus der Jugend testen, läuft es reibungslos." Wenn er gebraucht wird, spielt der Angreifer selbst noch im Landesliga-Team, sieben Einsätze und ein Tor hatte er bislang. Ansonsten steht er in der Kreisklasse auf dem Feld, dort hat er in elf Partien 13-mal getroffen. Auf und neben dem Platz ist er für die jungen Spieler da. "Am Wochenende gegen den TVE hatten wir einen Altersdurchschnitt von 22 Jahren, da bin ich mit der Älteste", sagt Müller. "Das ist eine Herausforderung." Das Schwierigste, überhaupt eine Mannschaft zusammen zu haben, aber hat er schon hinter sich.

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