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Gößweinsteins Nico Steinhäußer: Mittlerweile hat er Lust

Kreisliga 2

63 Tore in 29 Spielen. Eine beeindruckende Quote, die Nico Steinhäußer für die Reserve des SV Gößweinstein in der Spielzeit 2013/14 erreichte. Mittlerweile ist der Außenbahnspieler unumstrittener Stammspieler in der Ersten und will mit seinem Heimatverein den Klassenerhalt in der Kreisliga klarmachen.

Sieht bei sich noch technische Defizite: Gößweinsteins Flügelflitzer Nico Steinhäußer (rotes Trikot)

 / © Rudolf Maxbauer

Erfolge konnte Steinhäußer schon in der Jugend mit seinem SV Gößweinstein feiern, denn in der F-, E- und D7-Jugend holte er mit seiner Mannschaft Meisterschaften. Von den damaligen Kollegen ist heute nur noch Michael Fruntz übriggeblieben, der neben ihm in der ersten Mannschaft des SVG auf dem Platz steht. "Wir waren eine gute Jugend, unsere Mannschaft bestand ausschließlich aus Einheimischen. Auf dem Großfeld haben wir dann in der JFG Fränkische Schweiz gespielt, das war auch eine schöne Zeit."

Ganz besonders ist ihm sein Debüt im Herrenbereich in Erinnerung geblieben. Am Samstag feierte er noch seinen 18. Geburtstag, um tags darauf im entscheidenden Spiel um den Aufstieg seine Premiere zu feiern. Die Mannschaft um den damaligen Spielertrainer Horst Probst, der auch heute für die "Gössis" die Schuhe schnürt, schaffte durch einen 2:0-Auswärtssieg beim TSC Bärnfels den Aufstieg in die Kreisklasse. "Das war natürlich ein schöner Einstand. Ich bin für die letzten 20 Minuten eingewechselt worden und habe dann als Stürmer unseren damaligen Trainer ersetzt." Auch in der darauffolgenden Spielzeit konnte er einige Einsätze verzeichnen, ein Torerfolg blieb ihm aber noch verwehrt.

Ab der Saison 2011/12 war Steinhäußer dann vorrangig für die Reserve im Einsatz und konnte dort durchaus eine Duftmarke hinterlassen. Besonders in der Spielzeit 2013/14 gelang ihm fast alles, so dass am Ende 63 Saisontore zu Buche standen, die letztendlich dann auch zum Aufstieg reichten: "Wir waren in dieser Saison ein junger, guter Haufen, und wir hatten alle wenig Bock darauf, in der Ersten zu spielen. Wir wollten nicht ins Training, aber der Zusammenhalt war riesig. Wir sind im Anschluss an die Saison auch mit zwölf Mann nach Malle geflogen und haben unseren Aufstieg und den Weltmeistertitel der Nationalmannschaft gefeiert. Oftmals musste ich in der Saison den Ball nur noch einschieben, weil ich gute Vorlagen bekommen habe. So viele Tore schießt man nicht, wenn man keine guten Mitspieler hat."

Zu dieser Zeit war sein Vater Vorstand in Gößweinstein, und dieser versuchte den Sohnemann regelmäßig zu mehr Trainingsfleiß zu überreden. "Ich war mit dem damaligen Trainer Jens Zweck nicht so auf einer Wellenlänge, das hat sich aber in seiner zweiten Amtszeit dann grundlegend geändert. Er hat viel von den jungen Spielern verlangt, und wir hatten damals nicht so richtig Lust darauf." In der Folgesaison rutschte er dann jedoch wieder in den Kader der Ersten, die in der Kreisliga spielte. "Irgendwann hat es auch bei mir Klick gemacht, und ich war dann dort immer dabei. Am Anfang musste ich mir noch meinen Platz gegen die Platzhirsche erkämpfen, mit der Zeit habe ich mich dann aber durchgesetzt."

Vom Sturm wechselte er auf die Außenbahn, wo seine Schnelligkeit ebenfalls gut zum Tragen kam. Mittlerweile ist er nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft, die in dieser Spielzeit um den Klassenerhalt im Kreisoberhaus kämpft. Auch mit 29 Jahren sieht Steinhäußer bei sich persönlich noch Verbesserungspotenzial. "Ich würde nicht sagen, dass ich ein Holzfuß bin, aber am Technischen könnte man bei mir noch arbeiten. Da habe ich Mitspieler, die mir diesbezüglich einiges voraushaben."

Mit seiner Mannschaft will er unbedingt nach dem Restart den Abstieg vermeiden, und persönlich hat er sich auch noch ein konkretes Ziel gesetzt: "Es wäre schön, wenn ich am Ende auf zehn Saisontore komme. Ich habe bis jetzt vier, und vor der Saison hat mein Trainer Marcel Zweck zu mir gesagt, dass ich zehn schießen soll. Ich bin aber auch voll zufrieden, wenn es bei den jetzigen vier bleibt, wenn wir dafür den Klassenerhalt schaffen." Um den 29-Jährigen aus dem Wallfahrtsort wegzulocken, müsste schon ein unmoralisches Angebot hereinflattern, denn den Zusammenhalt und die Freundschaften will er nicht missen. Auch würde seine Arbeit im Drei-Schicht-Betrieb den Aufwand des höherklassigen Fußballs kaum zulassen, sodass ein Karriereende bei seinem SVG unausweichlich scheint.

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