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Alexander Roth: "Das war damals ein bisschen die Glanzzeit des Amateurfußballs"

Kreisliga 2

Fußball bestimmt das Leben von Alexander Roth. So hat der 34-Jährige während seiner aktiven Zeit, aber auch beruflich, so ziemlich alle Aspekte des Fußballs kennengelernt. Wir haben uns mit ihm über seinen Weg unterhalten, der durch zahlreiche Höhen, aber auch durch viel Verletzungspech geprägt ist.

© Sportfoto Zink

Schon seit frühester Kindheit bestimmt das runde Leder das Leben von Roth. Die erste Anekdote, die er bis heute in Erinnerung hat, stammt auch aus dieser Anfangszeit: „Ich habe schon sehr früh angefangen. Mit vier oder fünf Jahren war ich das erste Mal bei der F-Jugend des Peisinger SC aus meinem Heimatdorf. Als das erste Spiel dann begonnen hat, wusste ich nicht, wo ich mich hinstellen soll, so dass der Schiri mich hochheben und dorthin stellen musste, wo man beim Anstoß eben steht.“ Diese Startschwierigkeiten legten sich allerdings schnell, und das große Talent des kleinen Alexander begann aufzufallen.

So ging es dann in der C-Jugend zur SG Post Süd Regensburg, eines der beiden Sammelbecken für die begabtesten Jungs im Raum Regensburg. Nur zwei Jahre später ging es dann zum ruhmreichen 1. FC Nürnberg, ein Jahr lang pendelte er noch zwischen der Heimat, im zweiten B-Jugend-Jahr ging es dann dauerhaft in die mittelfränkische Metropole. „Unter Trainer Florian Hinterberger spielten wir dann eine richtig gute Halbserie in der Bundesliga, mit neun Punkten Vorsprung waren wir damals Erster. Wir hatten auch einen super Jahrgang mit Chhunly Pagenburg, Alexander Stephan oder Samil Cinaz.“

Doch in dieser Zeit begannen auch die Verletzungssorgen mit vier OPs in drei Jahren, die dafür sorgten, dass es immer schwerer wurde, sich beim FCN durchzusetzen. Die Auszeit konnte er nicht mehr aufholen, so dass er sich dem Regionalliga-Absteiger SC Feucht anschloss. Nach einem super ersten Jahr in der Saison 2005/06 trennten sich die Wege aber wieder, es ging zu Eintracht Bamberg. Dort durchlebte er seine wohl zwei schönsten Jahre im höherklassigen Fußball, gekrönt durch den Regionalliga-Aufstieg. „Das war damals ein bisschen die Glanzzeit des Amateurfußballs mit richtig vielen Zuschauern. Wir haben gegen Fürth und Nürnberg gespielt, das war echt geil.“

Eine weitere sehr schwere Verletzung warf ihn dann erneut zurück, der komplette Muskel im hinteren Oberschenkel riss ab, wodurch er eine eineinhalbjährige Pause einlegen musste. Dadurch kristallisierte sich dann aber auch immer mehr heraus, dass in Zukunft der Schwerpunkt eher auf der Arbeit liegen würde. Nach einem kurzen Gastspiel in Seligenporten stand die erste Station als Spielertrainer an, es ging zum SV Moggast in der Fränkischen Schweiz. Diese erste Mission ging er gemeinsam mit Arbeitskollege Christian Staatz an, der bis heute an Roths Seite steht und mit dem eine echte Freundschaft entstanden ist.

Nach sieben Jahren in Moggast, in denen unter anderem der Aufstieg in die Kreisliga stand, folgte dann zur Saison 2018/19 der Wechsel zum TSV Brand. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam die Mannschaft in die Spur und spielte in der abgelaufenen Saison lange Zeit um den Aufstieg in die Bezirksliga mit. Dabei tritt das Duo Roth/Staatz meist nur noch als Trainer auf, ohne auf dem Platz einzugreifen. Durch Zoom Meetings halten sie momentan den Kontakt zur Mannschaft, und auch für die anstehende Spielzeit haben beide ihre Zusage gegeben. „Wir hoffen, dass wir so bald wie möglich wieder Luft auf dem Platz atmen und spielen können.“

Neben dem Trainerjob ist er aber auch hauptberuflich tagtäglich in der Fußballbranche unterwegs. 17 Jahre arbeitete er für Adidas im Sports Marketing, sechs davon war er explizit für den FC Bayern zuständig. Seit vergangenem Jahr ist er als Spieler- und Trainerberater in einer Agentur tätig und kann auch dieser Tätigkeit nur positives abgewinnen. „Mein Gedanke ist, entweder du hättest es früher als Profi geschafft, oder du machst jetzt eben sowas. Wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann, ist das mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen. Man steht früh auf und hat Lust, in diesem Umfeld zu arbeiten.“

Man geht sicherlich nicht zu weit, wenn man Roth als Fußballverrückten bezeichnet, der in seiner bisherigen Laufbahn schon auf Amateur- und Profiebene einiges erlebt hat. Eine konkrete Erfahrung beim deutschen Rekordmeister steht dabei sinnbildlich für seinen Weg: „Als ich damals mit den Vorständen und Verantwortlichen des FC Bayern zusammengesessen bin, habe ich schon festgestellt, dass sich der Kreis für mich ein wenig geschlossen hat. Ich war früher mit zwölf Jahren als Spieler auf den Talenttagen des FCB, mit der Agentur, für die ich dann gearbeitet habe, habe ich sie durchgeführt, ehe ich sie später dann von Adidas aus in Auftrag gegeben habe. Das beschreibt den Weg, den ich gegangen bin, ganz gut.“

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