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Meisterportrait: Der ESV Ansbach-Eyb stürzt sich in das Abenteuer Landesliga

Die Erfolgsgeschichte einer hungrigen Mannschaft

Der ESV Ansbach-Eyb startet in dieser Woche in die neue Saison in der Landesliga Nordwest. Wir blicken noch einmal auf das Meisterstück der vergangenen Saison zurück und blicken auf die neue Herausforderung.

Das Meisterteam des ESV Ansbach-Eyb, stehend (von links): Spielleiter Andreas Scherb, Abteilungsleiter Jürgen Dürr, Markus Kabell, Christian Burkhardt, Simon Meier, Robby Krüger, Stefan Ruttmann, Danny Schuster, Kevin Zelch, Tim Eisenberger, Co-Trainer Tobias Zippold, Stadionsprecher Jürgen Ortner, Lukas Dennhöfer, Tobias Hasselmeier, Steffen Obergruber, Christian Sandner, Felix Kraft, Trainer Jörg Müller, Spielleiter Hermann Obenhofer, erster Vorsitzender Rainer Bäsmann, zweiter Vorsitzender Harald Gründel; kniend (von links): Woldemar Kapp, Bertram Karl, Daniel Baumann, Alexander Preis, Michael Kreißelmeier, Bernd Eberhardt, David Scherb, Andy Folz, Stefan Schreiber.

 / © privat

Was ist das nur für eine Geschichte mit dem ESV Ansbach-Eyb! Zur Halbzeit, nach 17 Spielen, liegt der ESV in der Bezirksliga 2 mit neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter SC Aufkirchen auf Platz drei. Als es Ende November in die Winterpause geht, ist er gar nur Vierter, jetzt mit sieben Punkten Rückstand auf den führenden TuS Feuchtwangen. Dieser Abstand von sieben Zählern auf den TuS hat drei Runden vor Schluss immer noch Bestand. Und als es am vorletzten Spieltag zum direkten Duell zwischen dem TuS und dem ESV kommt, liegen noch fünf Punkte zwischen den beiden Rivalen. Der ESV aber ist jetzt nicht mehr aufzuhal­ten; in einem Elfminutenendspurt dre­hen Tim Eisenberger, Danny Schuster und Woldemar Kapp den 0:1-Pausen­rückstand in einen 3:1-Sieg um.

Zwei Punkte Abstand, 20. Mai, das Finale: Die frustrierten Feuchtwanger erreichen nur ein 0:0 in Dittenheim, Eyb hingegen lässt gegen Heng nichts mehr anbrennen. Das 3:0 bedeutet den Titel, da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich entscheidet – und der ESV hat bereits in der Hinrunde mit 5:3 über den TuS triumphiert! Mit 76 Punkten und 94:50 Toren steht der ESV Ansbach-Eyb zum einzigen Mal in der gesamten Saison an der Tabel­lenspitze und steigt in die Landesliga Nordwest auf. Es ist die Erfolgsgeschichte einer jungen, hungrigen, begeisterungsfähi­gen Mannschaft. Viele Kicker aus einem starken 94er-Jahrgang spielen schon seit der Jugend zusammen. Und alle haben sich kontinuierlich gestei­gert. Kassierte der ESV in der Hin­runde noch 38 Gegentore, so waren es in der Rückrunde nur noch zwölf. Seit dem 9.Oktober 2016 (1:4 in Woffen­bach) blieb der ESV in Punktspielen ungeschlagen. Die Klatsche bei dem späteren Absteiger wurde übrigens umgehend mit dem bereits erwähnten 5:3 über Feuchtwangen beantwortet

Vor zwei Jahren war der ESV sogar in die Kreisliga abgestiegen. Unter Trainer Michael Endres gelang 2016 der sofortige Wiederaufstieg. Nach sieben schönen Jahren in Eyb übergab Endres an Jörg Müller: Der 44-Jäh­rige, der vom TSV Elpersdorf kam, sorgte dann gleich in seinem ersten Jahr beim ESV für den Durchmarsch. „Es hat ein bisschen gedauert, bis sich mit dem neuen Trainer und der Mannschaft alles eingeschliffen hatte“, berichtet Tobias Zippold, „was man ja auch an den vielen Gegen­toren in der Vorrunde sieht.“ Der 28-Jährige ist Spieler, Co-Trainer und Berichterstatter, auch für die NZ. Doch die individuellen Fehler wurden immer weniger, und im gleichen Maß steigerten sich Spielfreude und Selbst­vertrauen. David Scherb, Sohn von Spielleiter, Betreuer und „Mädchen für alles“ Andreas Scherb, war mit 35 Treffern bester Schütze des ESV wie der gesamten Liga. In 23 Spielen brachte es Eisenberger (kam auch aus Elpersdorf) auf 22 Tore. Der sport­liche Tausendsassa ist bekannt: „Es gab Wochenenden, da hat er dreimal gespielt“, erzählt Zippold: „Zunächst Basketball für den VfL Treuchtlingen, am Sonntag für uns, und dann hat er sich kurz vor Schluss auswechseln las­sen und ist schnell noch zum nächsten Basketballspiel gefahren.“

Stefan Schreiber und Simon Meier (beide aktuell allerdings verletzt) bil­deten eine starke Innenverteidigung, Michael Kreißelmeier, der aus der Kreisklasse (FC Wiedersbach-Neun­kirchen) kam, spielte in allen Partien über die volle Distanz (!), und Kapi­tän Tobias Hasselmeier war Stütze und ruhender Pol zugleich. Immer dabei waren auch der zweite Spiel­leiter Hermann „Obi“ Obenhofer und Ehrenpräsident Klaus Glinka, der frühere Teammanager. Die Truppe bleibt nahezu komplett zusammen, hinzu kommen vier junge Neue und ein paar eigene Jugendspieler. „In der Landesliga betreten wir komplettes Neuland“, sagt Zippold. Was er damit meint, ist klar: „Oberstes Ziel ist der Klassenerhalt!“

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