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Endlich wieder Derbyzeit für die Pumas

Drei Trainer, fünf Fragen: Wie Herzogenaurach, Weisendorf und Adelsdorf die Saison angehen wollen

Der 1. FC Herzogenaurach ist nicht mehr allein: Mit dem ASV Weisendorf und dem SC Adelsdorf sind gleich zwei Vereine aus dem Landkreis in die Bezirksliga Nord aufgestiegen. Das heißt für die kommende Saison vor allem: Es gibt in der Liga für die Pumas endlich wieder Derbys – und eines davon gleich zum Auftakt. Am Freitag eröffnen der ASV Weisendorf und der 1. FC Herzogenaurach gemeinsam die Saison. Anpfiff in Weisendorf ist um 19 Uhr. Vor dem ersten Bezirksliga-Derby haben wir mit den Trainern der beiden Aufsteiger sowie mit FCH-Coach Jakob Karches gesprochen.

Der 1.FC Herzogenaurach und der ASV Weisendorf spielten 2016 in der Kreisliga um den Aufstieg. Die Regenschlacht gewann der ASV, doch nur der FCH stieg am Ende auf.

 / © Michael Müller

1. Wo soll es in dieser Saison hingehen?

  • Jakob Karches (Trainer FC Herzogenaurach): „Unser vorrangiges Saisonziel ist es, unsere jungen Spieler einzubauen. Das ist unsere Philosophie. Die vergangene Saison ist ganz gut gelaufen, da haben wir es schnell geschafft, 40 Punkte zu sammeln. So stark wie die Liga in dieser Spielzeit ist, wird das aber nicht mehr reichen. Bei fünf Absteigern brauchen wir 43 Punkte, um auf der sicheren Seite zu sein."

  • Armin Appelt (Trainer ASV Weisendorf): „Wir wollen uns in der 18er-Liga, die eh stark genug ist, etablieren. Das Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Von meinen Spielern haben zwei Drittel noch nie so hochklassig gespielt. Wichtig ist, dass wir die englische Woche zu Beginn gut überstehen. Wenn wir die ominösen 40 Punkte einfahren, sollten wir am Ziel sein.“

  • Florian Gräf (Trainer SC Adelsdorf): „Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Wir werden zusehen, in der Liga zu bleiben. In unserer ersten Saison in einer neuen Liga müssen wir uns sicher erst einmal akklimatisieren. Es sind viele gute Teams dabei und bei fünf Absteigern wird es nicht einfach. Aber wir wollen das Ziel so früh wie möglich erreichen.“

2. Welcher Abgang tut besonders weh?

  • Jakob Karches: „Mit Marco Müller, der etwas kürzer treten wird, aber auch mit Christian Zenger und Stefan Schönleben, haben wir erfahrene Spieler an die zweite Mannschaft verloren, die uns vor allem mit ihrer Mentalität geholfen haben.“

  • Armin Appelt: „Aljoscha Schnierstein hat uns nach Stadeln verlassen, Vincent Schmidt ist zum ASV Niederndorf gegangen. Allerdings haben die beiden schon in der Rückrunde aus ganz unterschiedlichen Gründen schon nicht mehr für unsere erste Mannschaft gespielt.“

  • Florian Gräf: „Wir haben nur einen Abgang, aber klar tut es uns besonders weh, dass Pascal Benes nicht mehr da ist. Er war unser Torjäger. Aber im Prinzip ist es egal, wer die Treffer macht, die Mannschaft muss gewinnen.“

3 .Wer kann ihn ersetzen?

  • Jakob Karches: „Wir werden das ausnahmslos mit jungen Spielern kompensieren. Aus der A-Jugend sind sechs Neuzugänge dazugestoßen. Wir haben ein ganzes Wochenende Teambuilding in der Fränkischen Schweiz gemacht, mit Kajak fahren, Klettergarten, Campen – und am Ende Berg-Besuch in Erlangen.“

  • Armin Appelt: „Wir sind in der Breite gut aufgestellt, auf den Positionen der beiden – Innenverteidigung und defensives Mittelfeld – habe ich auch jetzt noch die Qual der Wahl. Dazu haben wir fünf A-Jugendliche aus unserem talentierten 98er-Jahrgang dazubekommen.“

  • Florian Gräf: „Wir müssen das im Team auffangen und die Rolle auf vielen Schultern verteilen. Es kann natürlich sein, dass sich im Lauf der Saison ein neuer Torjäger herauskristallisiert. Mit Daniel Nastvogel, Thomas Roth und auch uns beiden Trainern haben wir auch einige Neuzugänge.“

4. Wer steigt auf? Wer steigt ab?

  • Jakob Karches: „Die Liga ist unheimlich ausgeglichen. 15 Teams können aufsteigen. Türkspor Nürnberg und die SG Nürnberg-Fürth haben gute Mannschaften, den ASV Pegnitz kann ich schwerer einschätzen. Aber auch Stadeln hat aufgerüstet und es wird sicher eine Überraschungsmannschaft geben. Zu den Absteigern sage ich lieber nichts, da motiviere ich nur die Gegner (lacht).“

  • Armin Appelt: „Ich muss mich als Aufsteiger aufs untere Tabellenfeld konzentrieren. Alle Aufsteiger werden sich da beweisen müssen. Und auch für die aus dem Vorjahr könnte es im zweiten Jahr schwer werden. Womit ich nicht den FCH meine, der sicherlich unter den Top fünf landen wird. Favoriten auf den Titel sind die SG Nürnberg-Fürth, Türkspor Nürnberg und der FSV Stadeln.“

  • Florian Gräf: „Kalchreuth wird auf jeden Fall um den Aufstieg mitspielen, die haben sich gut verstärkt. Und auch Stadeln wird oben mit dabei sein. Um den Abstieg werden sicher die Aufsteiger spielen, ansonsten muss man erst einmal den Verlauf der Saison abwarten, wer zum Beispiel Verletzungspech hat. Die Liga ist insgesamt sehr ausgeglichen. Die Bundesliga vorherzusagen wäre jedenfalls einfacher – obwohl es selbst da schwer ist.“

5. Auf dieses Derby freue ich mich besonders...

  • Jakob Karches: „Ich freue mich auf den Auftakt gegen Weisendorf, nach der Vorbereitung ist es einfach schön, wenn es wieder losgeht. Und mit dem ASV haben wir uns schon letztes Jahr um den Aufstieg duelliert. Der SCA ist schwer einzuschätzen. Sie haben neue Trainer und mit Pascal Benes Qualität verloren. Aber das werden sie zum Beispiel durch Gräf kompensieren. Es ist eine gute Truppe, aber Weisendorf schätze ich stärker ein. Der ASV verfügt über Spieler, die schon höherklassig gespielt haben.“

  • Armin Appelt: „Auf das am Freitag gegen den FCH. Wir haben im vergangenen Jahr vor 800 Zuschauern gegeneinander um die Meisterschaft gespielt. So etwas vergisst man nicht. Das Derby gegen Adelsdorf ist auch interessant, aber es steht nur auf dem zweiten Platz. Wie der SCA abschneidet, muss man abwarten. Der Abgang von Pascal Benes tut ihnen sicherlich weh. Mit Florian Gräf und Heiko Pfeifer haben sie zwar zwei etablierte Neue dazu gewonnen, doch die müssen sich auch erstmal als Spielertrainer beweisen."

  • Florian Gräf:  „Wir freuen uns auf alle Derbys, aber Weisendorf ist etwas besonderes, weil es das Derby ja auch schon im vergangenen Jahr gab und wir gemeinsam aufgestiegen sind. Der FCH war vergangene Saison lange oben mit dabei und ich gehe davon aus, dass sie auch in diesem Jahr wieder im oberen Mittelfeld landen werden."

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