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David Mai fehlt Jahn Forchheim lange

Der 22-Jährige fällt wegen einer Herzmuskelentzündung mehrere Monate aus

In der Bayernliga bewegt sich die SpVgg Jahn noch etwas außer Takt: Nach der Absage am Mittwoch bestreitet der Forchheimer Aufsteiger am Sonntag (14 Uhr) beim FC Schweinfurt II seine zweite Partie am 4. Spieltag und muss auf wichtige Spieler verzichten. Eine besonders bittere persönliche Nachricht begleitete die Vorbereitungen.

Nach der überstandenen Relegation konnte sich David Mai an der Seite von Dennis Weiler noch freuen. Nun zwingt die Gesundheit zur Pause.

 / © Zink/OGo

Der im Zweikampftraining gebrochene kleine Zeh war nur ganz kurz das Problem. Wenige Tage vor dem Saisonauftakt sollte David Mai im Test gegen Adelsdorf noch einmal geschont werden, als plötzlich hohes Fieber auftrat. Drei Tage später ohne Besserung war Aubstadt ganz weit weg. Untersuchungen im Krankenhaus ergaben eine Entzündung des Herzmuskels und des Herzbeutels beim 22-Jährigen. „Großes Bedauern“, äußert Vorstandsmitglied Uwe Schüttinger über die „wahrscheinliche Folge einer nicht auskurierten Erkältung“ und die prognostizierte mehrmonatige Zwangspause seines Stürmers. „Wir hoffen auf seine vollständige Genesung und leisten Unterstützung, wenn wir etwas beitragen können“, erklärt Schüttinger. Die Mannschaft setzte derweil schon ein Zeichen: „Stark bleiben Dave“, lautet die fotografierte Botschaft auf einem Spruchband der Kollegen. „Weltklasse. Ich habe mich mega gefreut“, richtet der Betroffene aus. Obwohl sich David Mai wünscht, dass „nicht so viel Wind“ um seine Sache gemacht wird, hat ihm der immense private Zuspruch schon ein wenig geholfen. Vor einem Jahr war der Erlanger, ausgebildet in der Jugend des TV 48, zusammen mit Bruder Patrick vom TSV Neustadt/Aisch nach Forchheim gewechselt und hatte sich nach wenigen Spielen schwer das Sprunggelenk lädiert. Nach mehrmonatiger Ausfallzeit kehrte der Linksfuß im Frühjahr zurück und trug mit noch insgesamt zehn Treffern in 16 Einsätzen zum Aufstieg bei. Spätestens in der Relegation wuchs der für einen Torjäger mit starkem Abschluss auch noch sehr bewegliche und kombinationssichere Mai in eine tragende Rolle hinein. Schlechte Laune konnte er bereits zuvor nicht verbergen, verwendete nun aber die meiste Aggressivität beim Anlaufen der gegnerischen Abwehrreihen. Nach der Relegation und kurzen Sommerpause bekam Mai wie andere Leistungsträger die Zeit, die Kraftreserven durch individuelle Belastungssteuerung wieder aufzufüllen und fühlte sich bis vor wenigen Tagen bereit, sich als gefragter Typus der modernen Nummer 9 in der Bayernliga zu beweisen.

Seine Mitspieler sendeten David Mai eine Botschaft.

 / © privat

„Die erste Enttäuschung war natürlich sehr groß“, berichtet David Mai mit wenigen Tagen Abstand zur Diagnose: „Aber wenn man sich überlegt, die Entzündung wäre nicht rechtzeitig festgestellt worden, hätte deutlich Schlimmeres passieren können. Am wichtigsten ist für mich jetzt, Ruhe zu haben und auf meine Gesundheit zu achten, damit keine Schäden bleiben.“ Freilich ist der 22-Jährige in der Arbeit krank geschrieben, Stück für Stück muss die Erholung des Herzens beobachtet werden. Positiv sieht der Spieler den anstehenden Aufgaben seiner Teamkollegen entgegen, die er von zu Hause aus verfolgen will. „Sobald es möglich ist, lasse ich mich natürlich wieder auf dem Sportplatz blicken“, sagt Mai.

Das würde seinen Trainer ehrlich freuen, doch neben der menschlichen Komponente beschäftigt Christian Springer der „sportliche Verlust“ in der Gegenwart. „So wie David den Ball abschirmt und sich vorne körperlich behauptet, ist er nur durch ein Miteinander zu ersetzen.“ Schon in Aubstadt funktionierte der Jahn als Kollektiv ordentlich, offenbarte nach dem Eindruck des Übungsleiters allerdings Nachholbedarf bei der Handlungsschnelligkeit. Gerade im eigenen Aufbau lief Springer der Ball nicht schnell genug durch die Reihen.

Die zweite Garde des ambitionierten Regionalligisten FC Schweinfurt erwartet der 46-Jährige wie schon im zurückliegenden Landesliga-Titelrennen unabhängig vom Personal als spielstarken Gegner. Die Unterfranken sammelten in drei Partien drei Zähler, bezogen jüngst mit 0:6 in Ammerthal Prügel. Die direkten Aufeinandertreffen in der Saison 2016/17 (0:1, 1:1) verliefen eng, endeten aus Forchheimer Sicht jeweils mit einem unbefriedigenden Ergebnis. „Unser Ziel ist es, nicht mit leeren Händen nach Hause zu fahren“, sagt Christian Springer. Zur Unterstützung bei diesem Unterfangen bietet der Jahn-Tross im Bus wieder Plätze für Auswärtszuschauer an. Ein Sitz könnte in naher Zukunft für David Mai reserviert sein.

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