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In Buch ist der unbändige Erfolgshunger ausgebrochen

Gegen Waldkirchen störten nur die vergebenen Großchancen

Der Traum von der Bayernliga lebt weiter. Nach dem 1:0 gegen den TSV Waldkirchen darf der TSV Buch gegen den ASV Vach um den Aufstieg spielen. Das Selbstbewusstsein der Mannschaft ist groß, das knappe Scheitern in früheren Jahren hat sie nur noch hungriger gemacht.

Wegbereiter fürs Weiterkommen: Lukas Hofer (rechts) legte am Samstag gegen Waldkirchen zum Siegtreffer von Philip Lang auf.

 / © Sportfoto Zink

Seinen Satz durfte Lukas Hofer nicht mehr vollenden. "Alle sind", sagte der Mittelfeldspieler des TSV Buch, dann wich sein Strahlen kurzzeitig einem Schock. Ein paar Spritzer Bier im Gesicht und auf dem Trikot später vergnügten sich seine Mitspieler wieder ohne ihn. "Alle sind top motiviert", sagte Lukas Hofer also - und bezog das nicht nur auf die Feierlichkeiten nach diesem großen Erfolg. Denn am Samstagabend gegen 18 Uhr zerriss ein Freudenschrei die phasenweise angespannte Stille am Wegfeld. Als der Schiedsrichter das Rückspiel in der ersten Relegationsrunde abpfiff, da war der TSV Buch seinem Traum von der Bayernliga wieder einen Schritt nähergekommen.

Vergebene Großchancen

Mit 1:0 gewannen sie gegen den TSV Waldkirchen, das genügte, um den Zweiten der Landesliga Mitte nach dem 1:1 im Hinspiel aus dem Weg zu räumen. In der nächsten Runde wartet nun der ASV Vach, es dürften zwei hitzige Vergleiche um den freien Platz in der Bayernliga werden. Bereits am Mittwoch geht es um 18.30 Uhr in Vach weiter, die Entscheidung fällt am kommenden Samstag um 16 Uhr in Buch. Dann dürften die Parkplätze noch ein bisschen rarer werden, dürften sich die Menschen rund um den Sportplatz noch ein bisschen mehr stauen als an diesem Nachmittag.

Die Nervosität war den Buchern früh anzumerken. Bereits nach zehn Minuten hätten Christian Fleischmann und der sehr auffällige Lukas Hofer den TSV in Führung bringen können. Doch die Schüsse, die vor 150 Zuschauern noch ihren Weg ins Tor fanden, landeten vor knapp 900 im Fangnetz oder am Pfosten. Doch Buch bestimmte das Spiel weiter und erarbeitete sich Chancen, allein mit dem erleichternden Treffer sollte es nicht klappen. Auf der anderen Seite half den Buchern beim einzigen Waldkirchener Angriff Glück und Torwart Sven Gordzielik, als Mario Strahberger freistehend vergab.

"Ich dachte, das spürt man, vor so vielen Leuten zu spielen", sagte Lukas Hofer später. "Aber ich habe das komplett ausgeblendet." Seine ganz eigene These untermauerte der 21-Jährige immer wieder, als er die beste Abwehr der Mitte-Staffel beinahe mühelos ausspielte - sein drangvoller Versuch nach gut einer Stunde brachte dann auch das 1:0. Hofer zog von links in den Strafraum, behielt die Übersicht und legte den Ball zurück auf Philip Lang, der aus fünf Metern einschob. Waldkirchen bemühte sich nun etwas mehr, konnte aber mit dem Tempo des TSV nicht mehr mithalten. Ein paar vergebene Bucher Großchancen später war das Spiel aus - und Gästetrainer Anton Autengruber musste anerkennen, "dass Buch über beide Spiele gesehen die bessere Mannschaft war".

Sätze wie dieser, aber auch die starken Leistungen in den vergangenen Jahren haben die lange so bescheidenen Bucher viel selbstbewusster gemacht. Schon während dieser Saison wurde das Ziel Bayernliga mit jedem Erfolg ein bisschen offensiver formuliert, Lukas Hofer fasste das neue Selbstverständnis des TSV in ein zwei einfache Sätze: "Es hat sich gezeigt, dass wir immer oben mitspielen können. Früher hat uns immer noch das entscheidende Glück gefehlt, aber das haben wir uns erarbeitet." Der Zusammenhalt der Mannschaft ist groß, der Hunger auf Erfolge ist mit den knappen Niederlagen der vergangenen Jahre beinahe unbändig geworden. Immer wieder musste der TSV anderen beim Jubeln zusehen, auch in dieser Saison vergaben sie die große Chance auf den direkten Aufstieg, weil sie beim Tabellenletzten Spielvereinigung Erlangen verloren und sich selbst um den Ertrag ihrer eindrucksvollen Rückrunde brachten. Doch jetzt soll die Zeit reif sein, soll sie nichts und niemand mehr aufhalten können. "Wenn wir bei anderen Relegationsspielen zugeschaut haben, dann haben wir uns immer eines geschworen", erzählt Lukas Hofer. "Wenn wir eines Tages auch mal Relegation spielen, dann überlaufen wir jeden Gegner, jeder kämpft für jeden und dann packen wir das."

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