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SC Großschwarzenlohe: Meisterschaft statt Klassenerhalt

Die Meister 17/18

Mit dem Saisonziel Klassenerhalt startete der SC Großschwarzenlohe als Aufsteiger in die Saison der Bezirksliga Süd. Am Ende hatte der SCG 22 seiner 33 Spiele (Seligenporten II zog seine Mannschaft während der Saison zurück) gewonnen und den Durchmarsch perfekt gemacht. Mit nur 34 Gegentoren stellte der Meister die beste Abwehr, und das, obwohl diese im vergangenen Sommer neu aufgestellt wurde.

Nach dem 4:1-Sieg über den STV Deutenbach am letzten Spieltag kannte der Jubel beim SC Großschwarzenlohe natürlich keine Grenzen mehr. Der Durchmarsch von der Kreisliga in die Landesliga war perfekt.

 / © Zink

Dabei begann es alles andere als ideal. In einem turbulenten Spiel musste sich der SCG zu Saisonbeginn mit 4:5 dem SV Mosbach geschlagen geben. Nach dem Erfolg über Roßtal, der sich im Nachhinein als Pflichtsieg gegen den chancenlosen Mit-Aufsteiger herausstellte, folgte der nächste Rückschlag, denn Kapitän Markus Freller erlitt beim 3:1 einen Kreuzbandriss. Eine Woche später setzte es gegen Aufkirchen direkt die nächste Pleite. Doch die Truppe von Spielertrainer Florian Bauer, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls selbst nur zwölf Partien absolvieren konnte, zeigte, was sie in dieser Saison ausmachte. „Die Mannschaft hat unglaublich viel Charakter. Das hat ganz oft den Unterschied gemacht“, erklärt der ehemalige Kapitän der Fürther „U23“.

Diesen Charakter zeigten sie auch bei den vielen knappen Erfolgen. Fünfmal gingen die Schwarzachstädter als 1:0-Sieger vom Platz, insgesamt 16 Spiele gewannen sie mit einem Tor Vorsprung. Eine Tatsache, die Bauer vor allem auf den Teamgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit zurückführt. „Natürlich hat da unsere gute Defensive auch eine Rolle gespielt“, so der 30-Jährige. Hinter dieser Defensive steht noch eine besondere Personalie. Torhüter Dominik Brunnhübner, der seine Profikarriere letzten Sommer beendete und über den guten Kontakt zu Bauer zum Verein kam, kann durchaus auf eine beeindruckende Vita zurückblicken. Über die Jugendmannschaften und die „U23“ des 1.FC Nürnberg ging es für den Keeper nach Seligenporten und zu den Würzburger Kickers. Nach acht Jahren Profifußball wollte der 27-Jährige seinen Fokus nun Richtung Beruf verlegen. „Domi hat uns sicherlich drei Siege festgehalten, aber wir haben auch wenig zugelassen. Bei hohen Bällen ist er natürlich eine absolute Bank“, sagt Bauer über seinen Torhüter.

Eine absolute Bank im Verein ist auch Spielleiter Robert Prcibil. Seit 35 Jahren ist er beim SC Großschwarzenlohe. Nachdem er seine Spielerkarriere wegen einer Knieverletzung bereits mit 28 Jahren hatte beenden müssen, übernahm er andere Funktionen im Verein. Einen Erfolg wie diesen hat er aber noch nicht erlebt. „Natürlich hat der Trainer einen großen Anteil daran“, weiß Prcibil.

Dass der direkte Aufstieg überhaupt noch möglich ist, hatte im Wendelsteiner Stadtteil zwei Spieltage vor Schluss keiner mehr geglaubt. Zwar war man noch punktgleich mit dem SC Aufkirchen, doch dieser hatte den direkten Vergleich für sich entschieden und mit den bereits als Absteiger feststehenden Mannschaften aus Pölling und Roßtal zwei vermeintlich leichte Gegner vor der Brust. „Ich hatte der Mannschaft bereits freigegeben für die Woche nach dem Dittenheim-Spiel. Damit wir uns mental und körperlich noch mal erholen konnten, bevor es dann in die kräftezehrende Relegation ging“, erzählt Bauer.

Doch dann patzten die Aufkirchener in Pölling, und dem Aufsteiger reichte ein Punkt in Dittenheim, um sich die Pole Position zurückzuholen. Mit einem 4:1-Heimerfolg gegen Deutenbach machte der SCG den Titel und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga perfekt.

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