Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Erik Engelhardt: Ein Stürmer mit vielen Stärken und keinen Schwächen

Neuer Kapitän der Club-U21 gewinnt zum Auftakt gegen den FC Augsburg II

Erik Engelhardt ist der neue Kapitän der U21 des 1. FC Nürnberg, die zum Regionalliga-Auftakt 2:1 gegen den FC Augsburg gewann.

Seit acht Jahren beim Club: Erik Engelhardt (rechts) hat noch einiges vor.

 / © Sportfoto Zink / DaMa

Die runderneuerte U21 des 1. FC Nürnberg gewinnt 2:1 gegen den FC Augsburg. Dem neuen Kapitän gelingt dabei ein Tor, in den kommenden Monaten soll Erik Engelhardt seine Mannschaft zu neuen Höchstleistungen führen.

Wenn man Rainer Geyer bittet, seinen neuen Kapitän zu beschreiben, dann antwortet der Cheftrainer der Club-U21 mit einer Kurzcharakteristik: „Stärken: viele. Schwächen: keine“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Der Beschriebene selbst gibt sich bescheidener: „An meinem rechten Fuß muss ich beim Torschuss arbeiten. Da ist die Streuung schon noch zu groß.“ Erik Engelhardts Realismus in der Selbstwahrnehmung weiß Geyer zu schätzen und hat den 20-Jährigen auch deshalb zum Spielführer ernannt. „Erik hat eine gute letzte Runde gespielt und sich sportlich wie persönlich weiterentwickelt.“ Für Engelhardt ist die Kapitänsbinde „in erster Linie Anerkennung.“ So spricht der Trainer dann auch von seinem Stürmer als Führungsspieler und nimmt ihn damit in die Pflicht, in der runderneuerten Mannschaft voranzugehen.

Einer wie Cedric Teuchert

Für einen Stürmer ist die beste Möglichkeit, voranzugehen, Tore zu erzielen. Etwas, das Engelhardt beim 2:1-Sieg seiner Mannschaft zum Saisonauftakt gegen den FC Augsburg II gleich gelang: „Es war keine große Torchance, aber ich habe meinen Fuß schon in Richtung Ball bewegt“, beschreibt Engelhardt die Situation vor dem zwischenzeitlichen 2:0. Tatsächlich war kaum erkennbar wie er die Kugel ins Tor bugsiert hatte, doch am Ende kullerte sie hinter die Linie.

In seiner Entstehung war der Treffer damit ein untypisches Tor für den gebürtigen Kulmbacher. In der Regel stellt er seine Gegner vor allem durch seinen Zug zum Tor und sein Tempo vor Probleme, nicht durch seine Fähigkeiten als Strafraumwühler. Nicht ohne Grund vergleicht der Nürnberger Talentefinder Dieter Nüssing Engelhardt mit Cedric Teuchert.

Eine ähnliche sportliche Entwicklung ist das erklärte Ziel: „Wenn man das achte Jahre im Verein ist, will man natürlich auch diesen letzten Schritt gehen.“ Chancen, sich anzubieten, erhält Engelhardt immer wieder. So durfte er auch zu Beginn der Spielzeit 2018/19 die erste Trainingswoche der Profis mitmachen. Damit, dass er nun wieder bei der U 21 dabei ist, hat er kein Problem: „Die Profis haben ja genug Stürmer, ich will mich einfach über die zweite Mannschaft anbieten und da auffallen.“ Zumindest die Konzentration auf den Fußball werde ihm in dieser Saison leichter fallen, da die Doppelbelastung von Schule und Leistungssport nun wegfalle. Im Mai hat Engelhardt an der Bertolt-Brecht-Schule, wie drei weitere NLZ-Spieler des 1. FCN, sein Abitur bestanden. Er gibt unumwunden zu, dass ihm das gleichzeitige Erbringen von Leistungsnachweisen auf Schulbank und Sportplatz zu schaffen gemacht hat: „Auch wenn ich nicht so viel für die Schule gemacht habe, ist der Kopf jetzt ohne Schule viel freier.“ Ein freier Kopf ist in dieser Frühphase der Saison auf jeden Fall von Vorteil, denn vom blinden Verständnis in der Offensive, das einer der Schlüssel zur erfolgreichen vergangenen Saison war, war die Mannschaft am Samstag trotz des Sieges noch entfernt – nachvollziehbar bei zwölf Neuzugängen, von denen zehn zum Einsatz kamen. Zu sehen war dies vor allem an einigen fahrig ausgespielten Kontern, die Trainer Geyer nach dem Spiel auch explizit anmahnte.

Zwei Chancen, zwei Tore

Es fehlte im Vergleich zum Kombinationsfußball der Dreierreihe KraußEngelhardt-Feil, die 2017/18 zu 34 Treffern und 23 Vorlagen kam, deutlich an Abstimmung. Das Ziel sei aber natürlich, wieder zum Vorjahresstil zu kommen: „Wir wollen wieder offensiv auffallen, mit schnellem Spiel nach vorne kommen. Es ist schon ein großer Wandel mit vielen neuen Mitspielern, aber das sind alles gute Jungs und keiner tanzt aus der Reihe“, erklärt Engelhardt und klingt dabei schon ganz nach Kapitän.

Der einfachste Weg, sich als Mannschaft zu finden, ist über Erfolge. Dafür war das 2:1 ein guter Anfang. Erst recht, da neben Engelhardt drei Neuzugänge an den beiden Toren beteiligt waren: Per präzisem, langen Schlag legte Innenverteidiger Jakov Medic das 1:0 von Dominik Steczyk auf, Lukas Schleimer gab die Vorlage zum 2:0. Viel mehr Torchancen hatte der Club nicht, aber auch hierauf fand der neue Kapitän eine passende Antwort: „Zwei Chancen, zwei Tore, das ist schon sehr effizient. Wir haben dafür aber vor allem in der zweiten Halbzeit gut verteidigt und ihren Spielaufbau komplett in die Mitte gelenkt, wo wir kompakt standen. Das war gut.“ Mit den vielen Stärken scheint der Trainer auch die Analysefähigkeit Engelhardts zu meinen, Geyer hatte Minuten vorher das Spiel fast deckungsgleich beschrieben.

Mehr zum Thema