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Buckenhofener Coup zum Auftakt

2:1-Auftaktsieg gegen Türkspor

Bei der Rückkehr auf die Bühne des Bezirksliga-Fußballs ist dem SV Buckenhofen prompt ein Coup gelungen: Der Aufsteiger setzte sich zu Hause mit 2:1 gegen Titelaspirant Türkspor Nürnberg durch, weiß aber seinen Erfolg einzuordnen.

Der bayernligaerfahrene Tobias Eisgrub (schwarzes Trikot) stellte mit Aufsteiger Buckenhofen dem Bezirksliga-Titelaspiranten Türkspor Nürnberg (rot) ein Bein.

 / © Peter Roggenthin

Tobias Eisgrub hängt die Zunge heraus, der 23-Jährige benötigt nach dem Abpfiff erst einmal einen kräftigen Schluck Wasser. „Das war ziemlich anstrengend“, verrät jener Eisgrub, der bis Herbst 2017 für den Bayernligisten SpVgg Jahn über 80 Einsätze absolvierte und hohe Belastungen eigentlich gewohnt war. Immer wieder bereiten ihm jedoch die oftmals lädierten und daher stets mit Tape fixierten Sprunggelenke Probleme. Gleichzeitig stand Eisgrub, der seit Jahresbeginn erneut bei seinem Ausbildungsverein die Schuhe schnürt, in der Saison-Vorbereitung schon wieder vor dem Absprung für einen studienbedingten Aufenthalt in Florida.

Dieses Abenteuer wartet nun wohl erst im Frühjahr, so dass der Bamberger BWL-Student bis zur Winterpause als Buckenhofener Stütze erhalten bleibt. „Ich brauche nur fünf Minuten zum Sportplatz, kenne die meisten Jungs und fühle mich im Umfeld wohl“, erklärt Eisgrub, warum er den sportlichen Schritt zurück in seinen Dorfklub nie bereut hat. Freilich hat sich die Rolle des Linksfußes geändert, seit er als Jungspund bei den Landesliga-Herren debütiert und ab 2014 die Außenbahnen beim Stadt-Nachbarn beackert hat. „Ich habe meine Zweikämpfe geführt und dann den Ball sicher weitergespielt. Die Mitspieler standen automatisch in der Nähe.“ Fast genau sechs Jahre nach der Premiere ist Eisgrub derjenige, den die Kollegen mit ihren Pässen suchen. „Ich merke, dass auch diese Laufwege aufwendig sind. Aber mir macht die Spielgestaltung Spaß“, sagt der neue Mittelfeld-Regisseur fröhlich.

Beim Saison-Auftakt hatte Tobias Eisgrub für die zweiten 45 Minuten noch mehr Freiheiten in der Kreativzentrale beziehungsweise Verantwortung zu tragen. Vor ihm in der Spitze beanspruchte allein Felix Pfister sein Revier, nachdem Jonas Weber mit einer Beule am Kopf in der Kabine bleiben musste. Der Stabilität des Buckenhofener Spiels tat dieser Umstand genauso wenig einen Abbruch wie zwei weitere frühe Wechsel. Es wurde sogar etwas weniger hektisch, fand Eisgrub. Denn über weite Strecken des ersten Durchgangs mussten die Hausherren dem spielstarken Gegner hinterherlaufen. Dies gehörte zum Plan von SVB-Übungsleiter Helmut Wolff, der im Vorfeld eine Balljagd angekündigt hatte. „Wir durften ihnen keine Ruhe im Aufbau lassen. So sind sie nicht ins Spiel gekommen und wir haben vorne unsere Chancen bekommen. Später hat uns die Hitze in die Karten gespielt“, konstatiert Wolff hinterher. Mit beeindruckender Effizienz wandelten seine Mannen gleich die ersten beiden Möglichkeiten in einen 2:0-Vorsprung um, erlaubten sich vor dem Anschluss der zu verspielten Gäste vom Forchheimer Trainer Serdar Kuygun nur einen gravierenden Patzer.

Nach dem Wechsel griff Türkspor wütend, meistens jedoch unstrukturiert an. Buckenhofen stieß mit Nadelstichen in die sich öffnenden Räume. Erst aber brachte Molls nach Ecke den Ball am zweiten Pfosten nicht unter, dann traf Pfister auf Ablage des schlau von Eisgrub eingesetzten Riediger aus kurzer Entfernung nur die Latte (62.). Weil der couragierte Youssef bei einem Rempler gegen sich im Sechzehner keinen Elfmeter bekam und Schmidt aus dem Strafraum-Gewühl an starker Fußabwehr des Torhüters scheiterte, gab es in einer unterhaltsamen Begegnung bis zum Schlusspfiff kein Durchatmen. 

„Die Konter müssen wir noch präziser abschließen“, will Wolff seinen Schützlingen nur diesen einen Vorwurf machen. Im Mannschaftskreis sagt er noch: „Das ist geil, wie wir das Tempo hochgehalten haben. Das war eine geschlossene Gemeinschafts-Leistung. Ich ziehe meinen Hut vor euch. Aber wir müssen das noch an 33 Spieltagen bestätigten.“ Dass lediglich die ersten drei Punkte gegen den Abstieg gesammelt seien, betont auch Tobias Eisgrub. „Wir müssen in dieser Liga immer an unsere Grenzen gehen.“

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