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Baumgart: "Es geht um mehr als drei Punkte"

Vorschau Bayernliga Nord 13. Spieltag, Freitag

Am 13. Spieltag empfängt Seligenporten den ASV Neumarkt zum brisanten Derby um 18.30 Uhr in der MARena. Dabei ist der SVS Favorit, lief es im Gegensatz zum ASV zuletzt richtig rund im Kloster. Einen schwarzen Freitag am 13. Spieltag zu erleben, das wollen beide verhindern.

ASV-Mittelfeldspieler Marc Eger (li.), hier gegen Christopher Schaab, erinnert sich sicherlich noch an den Pokalfight im September 2012 gegen den SV Seligenporten. Am Freitagabend kann er Revanche für die 0:3-Niederlage nehmen.

 / © Horst Linke

„Neumarkt wird wie zuletzt in Abtswind kompakt auftreten, den Schwerpunkt auf die Defensive legen“, SVS-Coach Hendrik Baumgart glaubt an ein Gäste-Spiel des Mottos „Safety first“. Sicherheit und Stabilität gewinnen, sicher ein Ziel beim ASV Neumarkt. Die letzten Wochen waren turbulent und von einigen Rückschlägen geprägt. Erst setzte es deutliche Klatschen gegen Aubstadt (0:6) und Ammerthal (1:5), dann wurde Trainer und Ex-Klosterer Marco Christ entlassen, und Kapitän Armin Bindner legte die Kapitänsbinde nieder. Interimsweise übernahm Benedikt Thier das vakante Traineramt, leitete die Geschicke im letzten Gastspiel in Abtswind, als der ASV beim 1:1 immerhin einen Zähler erkämpfte. Als schwächste Offensive hätte man Neumarkt wohl vor dieser Saison nicht eingeschätzt, mit nur zehn Treffern aus 13 Spielen läuft es alles andere als rund bei den Angreifern des ASV. Auch Baumgart zeigt sich verwundert: „Mit dem Christian Schrödl und anderen haben die Neumarkter eigentlich schon sehr gute Offensivspieler. Gegen Ammerthal habe ich zugesehen, da hätte Neumarkt nach dicken Chancen in der ersten Hälfte führen müssen. Aber wie das so ist, wenn man hinten steht. Macht man seine Chancen nicht, werden eigene Fehler bestraft, und jeder gegnerische Angriff landet im eigenen Kasten“, sagt Baumgart . Auch beim SVS lief es zu Beginn der Saison nicht nach Wunsch. Nach sieben sieglosen Partien gewann der SVS dann gegen Don Bosco Bamberg und holte in den letzten vier Ligaspielen zehn Punkte. Neumarkt hat dagegen seit drei Spielen nicht mehr gewonnen. So noch keine katastrophale Entwicklung, im Kloster hielt man in stürmischer Zeit länger am Trainer fest, das scheint sich auszuzahlen. Der ASV zog die Notbremse deutlich früher, ob gerechtfertigt oder nicht. „Für Neumarkt hat sich in dieser Saison sehr viel verändert“, so Seligenportens Trainer Baumgart, „deren Trainer hat ganz anders Fußball spielen lassen“, beschreibt er das Engagement Christs. „Viele junge Spieler kamen in die ASV-Mannschaft“, spricht Hendrik Baumgart von den zahlreichen A-Jugendspielern des heutigen Gastes. Diese erfolgreich in eine wettkampffähige Bayernliga-Truppe einzubauen ist „sicherlich nicht einfach“, weiß der 41-Jährige. Denn der SV Seligenporten hat ja ebenfalls eine ziemlich junge Mannschaft, die auch schon ihr Lehrgeld in einer abgezockten Liga bezahlen musste. Der ASV Neumarkt hat zurzeit eine kritische Phase durchzustehen, aus der man geschlossen hervorgehen muss. Dann werden die Neumarkter sich wohl aus dem Keller befreien können. Dass der Gast nach möglichem frühen Rückstand im Kloster auseinanderfallen könnte, glaubt Baumgart aber nicht: „Sie haben intensiv an ihrer Defensive gearbeitet.“ Dringend notwendig, denn 32 Gegentreffer in 13 Spielen macht fast einen Schnitt von drei Gegentoren pro Partie. Unterschätzen mag man beim SVS sowieso keinen Gegner: „Die haben nichts zu verlieren bei uns, deswegen ist es vielleicht einen Tick leichter für sie als für uns“, warnt Baumgart vor dem hochmotivierten Kontrahenten. Ein Sieg wäre für den ASV auch ein wenig Genugtuung, war der SVS dem ASV in der letzten Dekade schon sehr oft enteilt. 2016 noch maß sich der ASV noch mit der zweiten Mannschaft des SVS in der Landesliga. Vielleicht der Gipfel der jahrelangen Unterlegenheit. Zuhause hat der SV Seligenporten aber noch nie gegen ASV Neumarkt gewonnen- Das letzte Duell der beiden ersten Mannschaften fand im Pokal statt, als Seligenporten im September 2012 in Neumarkt mit 3:0 die Oberhand behielt.

Im Abendspiel unter Flutlicht gehört die Favoritenrolle weiterhin den Hausherren. SVS-Übungsleiter Hendrik Baumgart und das Team haben damit kein Problem: „Wir nehmen die Rolle gerne an, zumal wir zuhause spielen, da wollen wir was zeigen. Trotzdem sind wir nicht viele Punkte vor dem ASV und müssen demnach auch am Boden bleiben“. Beim neuerlichen 4:1-Erfolg in Vach war auch nicht alles Gold, was glänzt, Ekern Fletcher mal ausgenommen. Der Stürmer eröffnete ein wenig den vorweihnachtlichen Budenzauber, indem er drei Buden gegen den ASV Vach erzielte. „Er stand dreimal goldrichtig, hat drei Tore geschossen, da macht man als Stürmer nicht viel falsch“, lobte Baumgart seinen Schützling, der „in ungewohnter Position zurückgezogen im Mittelfeld“ agiert hatte. „Es freut mich einfach für ihn, dass er seine Torflaute überwunden hat“. Bei der Gesamtleistung der Mannschaft machte Baumgart dennoch Baustellen aus: „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu geduldig gespielt, nur reagiert“, so Baumgart weiter. Seit Wochen positiv hervorzuheben ist das Seligenportener Offensivspiel. In Vach habe man sich „wieder viele Chancen herausgespielt“ und „vier Tore erzielt“. Nur eines hat nicht geklappt: Die weiße Weste konnte man erneut nicht unbekleckert über die 90 Minuten bringen. Kein Grund aber, missmutig zu werden. Schließlich sind die Klosterer seit neun Pflichtspielen ungeschlagen, wollen also die zehn voll machen. Doch warum läuft's gerade so ordentlich im Kloster? „Wir haben eine super Mentalität und einen super Teamgeist in der Mannschaft“, so Baumgarts Antwort. „Die harte Arbeit der letzten Wochen zahlt sich eben momentan aus, nach unserer langen Durststrecke im Juli trägt die investierte Arbeit nun Früchte.“ Nicht unerwähnt lässt der SVS-Trainer auch wichtige Säulen der Mannschaft. Spieler wie Marco Janz, Mergim Bajrami und Marco Wiedmann seien „Vorbilder in jeglicher Hinsicht“ und haben „einen großen Anteil“ am derzeitigen Erfolg, wobei Baumgart nur sehr ungern Spieler aus seiner eingeschworenen, mit gesundem Konkurrenzkampf ausgestatteten Equipe hervorheben will. Zwei wichtige Stammspieler ziehen ihre Kreise im Herzen des SVS. Marco Wiedmann und Tim Olschewski bilden das Bindeglied zwischen der Defensive und der Offensive. Beide haben aber auch eine ASV-Vergangenheit in ihrer Vita stehen. Bei Neumarkt kickt derweil Ex-Klosterer Dominik Ammon (23). Für einige Spieler hat das Flutlichtspiel heute schon besonderen Charakter. „Für uns ist es ein sehr wichtiges Spiel und es geht um mehr als drei Punkte. Wir müssen das Derby annehmen“, so Hendrik Baumgart.

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