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Hofmann: "Müssen am oberen Level spielen"

Vorschau Bayernliga Nord 13. Spieltag, Samstag

Vier Spiele mit mittelfränkischer Beteiligung bringt der Samstag: Der ASV Vach bekommt es mit Eltersdorf zu tun, die SpVgg Ansbach mit dem ATSV Erlangen. Forchheim empfängt Aubstadt, Bruck die DJK Ammerthal.

Gegen Seligenporten kassierte der ASV Vach von Norbert Hofmann eine empfindliche Niederlage.

 / © Zink / WoZi

Der 6:1-Derbyerfolg beim ATSV Erlangen soll für die Fußballer der SpVgg Jahn in der Bayernliga den Anfang eines Aufschwungs markieren, um die hinteren Plätze zu verlassen. Vor dem Kräftemessen am Samstag (15 Uhr) zu Hause mit dem drittplatzierten TSV Aubstadt speist sich die neue Zuversicht auch aus der Rückkehr von Stürmer David Mai. Die Partie ist beim Stand von 4:1 und einer Überzahl quasi entschieden, als ein weiterer Treffer außergewöhnliche Emotionen auf Forchheimer Seite freisetzt. Weit bemerkenswerter als die kurze Zeitspanne von 300 Sekunden, die David Mai nach seiner Einwechslung und einem Querpass von Kollege Jens Wartenfelser zum Treffer benötigt, erzählt sich die persönliche Geschichte des Spielers. Über ein Jahr musste der 23-Jährige aufgrund einer Herzmuskelerkrankung pausieren, die vermutlich nach einer verschleppten Erkältung in der Saisonvorbereitung 2017 auftrat. Das leicht mit der Innenseite erzielte Tor zum Comeback lässt die Gefühle überschäumen, Mai sinkt auf die Knie, ehe die gesamte Mannschaft eine Jubeltraube um ihn bildet. „Einfach pure Erleichterung. Nicht zu beschreiben. Gänsehaut pur. So erträumt man sich das“, sprudeln auch ein paar Tage später noch die adrenalingeschwängerten Gedanken aus dem Stürmer heraus. „Schon 30 Meter vor dem Tor habe ich geschrien, damit Jens mich sieht.“ Dabei kam der Einsatz „eigentlich ziemlich ungeplant“, verrät David Mai, der nach einem dreiwöchigen Urlaub erst wenige Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert hatte. Bei der überraschenden Nominierung für den Kader gegen den ATSV Erlangen versprach sich der 23-Jährige zunächst gar keine Spielpraxis. Kurz bevor er dann doch den Platz betreten durfte, verspürte er „einfach Freude und Dankbarkeit, wieder mit den Jungs zusammen auf dem Feld zu stehen.“ Denn die Zeit der Genesung zuvor war mit Rückschlägen verbunden. Erst seit April geht es körperlich und vor allem mental aufwärts, wobei manche Schwindelattacke zum neuen Alltag gehört. Aus diesen Erfahrungen heraus will der Erlanger, der vom Arzt grünes Licht für die Fußballbelastung bekommen hat, trotzdem in nächster Zeit nichts überstürzen. „Klar habe ich nach dem geilen Einstand Blut geleckt. Aber es dauert, bis ich wieder voll auf einem Top-Level bin.“ Der schmerzlich antrainierten Geduld seines Schützlings muss sich auch Trainer Christian Springer fügen, der die Qualitäten eines David Mai lieber früher als später gebrauchen könnte. Beim Jahn hofften sie noch vor dem Ende der abgelaufenen Runde auf die Rückkehr. „Mir fällt es schwer, ihm zu widersprechen. Ich versuche stets ehrlich damit umzugehen, wie weit ich mich sehe“, gibt Mai Einblick in den Austausch mit Springer. Der wiederum ergänzt: „Für ihn ist es wichtig, seinem Körper zu vertrauen. Das Tempo bestimmt er allein, so war es von Beginn an ausgemacht.“ Während bei David Mai bis zur Winterpause von Woche zu Woche entschieden wird, dürfte für die gesamte Mannschaft ein ähnlicher Kurs gelten. „Dass der Derby-Sieg uns einen Schub gibt“, hofft der Offensivmann, der am Wochenende zum zweiten Mal im Kader steht. Derweil fällt André Jerundow, der nach einem Foul durch die Einwechslung Mais ersetzt wurde, mit einer Knochenabsplitterung im Knöchel länger aus. Für Jerundow rückt wohl David Mais Bruder Patrick wieder in die Innenverteidigung neben Daniel Uttinger. Statt sich bei der Suche nach stabilisierenden Maßnahmen einer anfälligen Defensive aufzureiben, plädiert David Mai für einen platonischeren Ansatz. „Wir spielen in der Regel gerne offensiv. Deswegen kracht es hinten bei zu vielen individuellen Fehlern momentan. Was uns aber in den vergangenen Spielen auch etwas gefehlt und eben in den letzten zwei Jahren stark gemacht hat, war die mannschaftliche Geschlossenheit.“ Darauf komme es vor allem in den anstehenden Partien gegen die direkte Konkurrenz aus dem Tabellenkeller an. „Aubstadt ist momentan nicht der Maßstab“, sagt David Mai. Dass sich Maßstäbe jedoch bisweilen verschieben lassen, beweist sein vorzeitiges Comeback vielleicht am besten. KEVIN GUDD

Vier Niederlagen in Folge musste die SpVgg Ansbach hinnehmen. Mit dem Würzburger FV, Gebenbach und Hof waren das allerdings auch drei Niederlagen gegen Top-Mannschaften. Trotzdem muss die Spielvereinigung natürlich wieder punkten, um nicht in den Strudel des Abstiegskampfes zu geraten. "Was uns fehlt sind Abschlüsse und Tore", sagt Ansbach-Trainer Duane Carl Collins, "denn wir sind im Angriffsdrittel zu harmlos." Nicht gerade hilfreich ist dabei das "kleine Lazarett", das sie in Ansbach aufschlagen mussten. Mit Marcel Fürsattel, Tom Abadjiew, Max Störzenhofecker und Stefan Hammeter fallen vier Akteure längerfristig aus. "Das ist nicht einfach zu kompensieren", sagt Collins. Deshalb muss er den Kader mit Jugendspielern auffüllen. Ähnliche Sorgen treiben seinen Trainerkollegen vom ATSV Erlangen um. Shqipran Skeraj muss auf Ismail Yüce verzichten, der nach einem Foulspiel vier Spiele gesperrt wurde. Außerdem fehlen Ferdinand List, Klaus Faßold und Rene Vargas neben den Langzeitverletzten. Nach dem 6:1-Debakel gegen Forchheim legt Skeraj den Fokus auf die Defensive. "Wir wollen defensiv gut stehen", sagt er, "uns Selbstvertrauen zurückholen und so ins Spiel kommen". Den Gegner schätzt er trotz der Niederlagenserie als gefährlich ein. "Dass sie vier mal verloren haben, macht es für uns nicht leichter", so Skeraj. Timo Weith

"In unserer Situation müssen wir jetzt mal ein Heimspiel gewinnen", sagt Vachs Coach Norbert Hofmann. Tatsächlich sieht die Heimbilanz des ASV ein wenig besser aus als auswärts. Sieben der zehn Punkte konnten zu Hause eingefahren werden. Leicht wird dieses Unterfangen nicht, denn der nächste Gegner heißt SC Eltersdorf und konnte schon dreimal in der Fremde siegen. Nicht berücksichtigen kann Hofmann Christian Kohl und Martin Kirbach, die im Urlaub sind. Außerdem fehlen weiterhin Dominik Zametzer und Levan Terashvili, und hinter dem Einsatz von Nico Haas steht noch ein Fragezeichen. "Wir müssen am oberen Level spielen, um eine Chance zu haben", weiß Hofmann. Die Eltersdorfer setzen dagegen auf ihre Stärke auf fremden Platz. "Wir wollen auch auswärts das Spiel gestalten", sagt SC-Trainer Bernd Eigner. Der dazu auf die erfolgreiche Derby-Bilanz in dieser Saison hinweist. "Natürlich wollen wir im nächsten Derby in Vach auch etwas mitnehmen und weiter in der Tabelle klettern", sagt er. Und er erwartet eine feurige Partie, denn einige Spieler würden sich gut kennen und hätten jeweils auch schon das Trikot des Gegners getragen. Auf Thomas Dotterweich kann er - wie schon im letzten Spiel - wieder bauen. Nur auf Manuel Stark und Denis Damjanovic kann der Coach nach wie vor nicht zurückgreifen. Timo Weith

Dem FSV Erlangen-Bruck steht gegen die DJK Ammerthal eine schwere Aufgabe bevor. Der FSV musste sich am vergangenen Spieltag gegen den TSV Aubstadt mit 0:3 geschlagen geben. Insgesamt stehen für Bruck drei Siege, ein Unentschieden und neun Niederlagen auf dem Konto. Die Wagner-Elf rangiert mit zehn Zählern auf dem 17. Platz der Tabelle. Zudem ist die Heimbilanz des FSV Erlangen-Bruck ausbaufähig. Aus sechs Heimspielen wurden nur sieben Punkte geholt. Die letzten Auftritte waren mager, sodass der FSV nur eines der letzten fünf Spiele gewann.

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