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Seybold: "Wir bringen die Qualität momentan nicht auf den Platz"

Vorschau Bayernliga Nord 18. Spieltag, Wochenende

Wenn am Samstag (15 Uhr) in der Bayernliga die SpVgg Jahn Forchheim den FSV Erlangen-Bruck zum Derby empfängt, geht es für die zahlreichen Bekanntschaften auf beiden Seiten um ganz wichtige Punkte im Kellerkampf. Doch Sorgen machen sich auch andere: Die Neumarkter stehen in Großbardorf unter Druck, Vach muss gegen Tabellenführer Aubstadt ran. In zuletzt guter Form präsentierte sich hingegen Ansbach, das die Würzburger Kickers empfängt. Seligenporten muss zum Würzburger FV.

Zwei Jahre trug Oliver Seybold das Jahn-Trikot. Nun gastiert er mit dem FSV Erlangen-Bruck beim Ex-Verein zum Kellerderby.

 / © Zink / WoZi

Nach dem überzeugenden 5:1-Heimsieg gegen den ASV Neumarkt befindet sich die SpVgg Ansbach weiter im Aufwind. Die Stürmer Patrick Kroiß und Lukas Schmidt treffen nun zuverlässig und auch wenn der Sieg gegen Neumarkt vielleicht etwas zu hoch ausgefallen ist, zeigt die offensive Spielweise nun den gewünschten Erfolg. Mit 34 geschossenen Toren hat die Spielvereinigung aktuell den viertbesten Wert der Liga. Das könnte ein Schlüssel zum Erfolg gegen die den kommenden Gegner erweisen. Die U23 der Würzburger Kickers hat mit einem Altersschnitt von 19,7 Jahren deutlich den jüngsten Kader der Bayernliga Nord. Im Abwehrverhalten war das in einigen Spielen schon zu spüren, als man sich zu leicht Gegentore eingefangen hatte. Doch die Würzburger verfügen auch über Spieler mit herausragenden Qualitäten. Der 21-jährige Onur Ünlücifci, sowie die erst 19-Jährigen Dominik Meisel und Mike Ebui haben mit ihrem Offensivspiel die ein oder andere Bayernliga-Abwehr durcheinander gewirbelt. Stabilität und eine gute Balance zwischen Angriff und Defensive wird deshalb am Samstag für die Ansbacher wichtig sein. Timo Weith

Nachdem der SV Seligenporten nach einem länger anhaltendem Höhenflug in Eltersdorf unter Woche wieder am harten Boden der Tatsachen gelandet ist, steht für die Klosterer an diesem Wochenende wieder ein ganz schwerer Auswärtsauftritt beim zweitplatzierten Würzburger FV an. Im Hinspiel war der SVS in Führung gegangen, musste sich aber am Ende 1:3 geschlagen geben. Ein Doppelschlag, einen Treffer vor und nach der Pause beinhaltend, brach den Klosterern damals das Genick. Ein Konter-Tor in allerletzter Sekunde gab nur noch den Deckel drauf. Die Vorzeichen der damaligen Partien waren allerdings andere: Denn vergleicht man das Leistungsspektrum des SV Seligenporten von heute mit dem damaligen, dann kann man schon euphorisch konstatieren: Der SVS hat mittlerweile eine an den Aufgaben gewachsene und eingespielte Mannschaft zur Verfügung. Nach dem Exodus im Sommer war eine zusammengewürfelte Equipe am ersten Spieltag fast zu einem Fehlstart prädestiniert und ist gegen den Würzburger FV eben nicht wie damals der krasse Außenseiter. Ungeachtet der ersten sechs Partien des SVS, würde die Mannschaft von Hendrik Baumgart nämlich ganz oben bei den Top-Teams mitmischen. Doch als Neuankömmling ist es in der Bayernliga Nord nur zu selten leicht. Der Würzburger FV kann diese These kaum stützen, denn die laufende Spielzeit ist bereits die neunte am Stück für die Weiß-Blauen. Der ewige Bayernligist möchte man fast sagen, einzig der TSV Großbardorf ist noch länger fünftklassig und geht schon in die zehnte Saison in Serie. Mehr Fahrstuhlerlebnis durften die Klosterer erleben, nicht nur die Ligen betreffend. Zuletzt ging die Formkurve der Kloster-Kicker steil bergauf, ehe am vergangenen Dienstag das wichtige Spiel gegen den SC Eltersdorf mit 0:1 verloren ging. Eine verdiente Niederlage, bekamen die Seligenportener kaum Produktivität und Zwingendes auf den Rasenplatz in Eltersdorf. Ganz anders zuvor in Erlangen-Bruck, wo die Reservisten einen 4:1-Auswärtssieg aus dem Repertoire herzauberten. Der Fußball kann seine Visagen eben schnell ändern. Mit Mini-Kader (zwölf Feldspieler) holten die Klosterer das Maximum aus Bruck und das Minimum aus Eltersdorf – drei Punkte und null Punkte. Mit leeren Händen will der SV Seligenporten aber keineswegs aus Würzburg zurückkehren. Kampfgeist, Wille und Leidenschaft sind genauso gefragt wie die technisch hochwertige Auflösung von Spielsituationen durch Bajrami, Kobrowski und Wiedmann. Für erstere drei Tugenden steht vor allem der Kapitän des SV Seligenporten, Marco Janz, der nach abgesessener Rotsperre wieder auf das Feld zurückkehren wird. Ebenso ist der bullige Stürmer Sebastian Glasner wieder spielberechtigt, der sich nach dem Scharmützel mit dem Bayerischen Fußballverband eine Sperre von vier Spielen einhandelte. Rechtsverteidiger Kai Neuerer ist nur noch an diesem Spieltag gesperrt, kann also im nächsten Heimspiel gegen Jahn Forchheim wieder ins aktive Geschehen eingreifen. Franz Hable

Wenn am Samstag (15 Uhr) die SpVgg Jahn Forchheim den FSV Bruck zum Derby empfängt, geht es für die vielen Bekanntschaften auf beiden Seiten um ganz wichtige Punkte im Bayernliga-Kellerkampf. Oliver Seybold macht sogar tiefenpsychologische Gemeinsamkeiten aus. Schon zum Wochenstart ist Seybold in Gedanken bei seinem Ex-Verein. Das sei völlig in Ordnung, versichert der 31-Jährige, und sogar gewollt. Im Training der Brucker kam schließlich direkt nach Analyse der vorangegangenen Partie (1:4 gegen Seligenporten) der nächste Gegner zur Sprache. Während sie sich am Dienstag und in der Abschlusseinheit inhaltlich detaillierter mit der sportlichen Aufgabe auseinandersetzten, blickt Seybold wie andere Kollegen - Adem Selmani, Thomas Roas, Maximilian Bauernschmitt, Hayri Özdemir, Tim Basener, Genc Bajrami - auch auf eine enge persönliche Verbindung nach Forchheim. Ende August 2013 heuerte Seybold nach knapp sieben Jahren im Trikot des SC Eltersdorf beim Jahn an. Der seit längerem umworbene Flügelstürmer hob sich von den zahlreichen Mitspielern mit Erlanger Vergangenheit dadurch ab, dass er aus einem Ortsteil von Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz stammt. Für die Erwartungshaltung beim Branchenprimus dieses Landkreises nicht eben unerheblich war zudem die Tatsache, dass der im Juni 2012 mit seinem Bayern-Tor des Monats im Pokal und dem Auftritt bei der Sendung „Blickpunkt Sport“ zu regionaler Berühmtheit gekommene Seybold die Nachfolge einer Jahn-Ikone antrat. "In der Rolle als Ersatz für Tobias Ulbricht", der sich im laufenden Bayernliga-Betrieb zur SpVgg Bayreuth verabschiedete, "trägst du schon eine spürbare Last auf den Schultern", verrät Seybold. Auf seine zwei Spielzeiten (20 Treffer in 57 Einsätzen) am Wasserturm blickt der selbstständige Zahntechniker trotzdem zufrieden zurück: "Es war eine schöne Zeit, ich habe mich immer wohl gefühlt und mit Spielern wie Trainern gut verstanden. Positiv wie negativ am aufregendsten war natürlich das Saisonfinale im ersten Jahr, als wir vor dem entscheidenden Spitzenspiel erfahren haben, dass es mit der Regionalliga-Lizenz nichts wird." Im Mai 2014 unterlag der Jahn zu Hause dem Aufsteiger Bayreuth um Tobias Ulbricht mit 2:3 und verpasste haarscharf die zweite Vize-Meisterschaft in Folge. Über ein kurzes Gastspiel bei Eintracht Bamberg fand Seybold schließlich in Erlangen eine neue Herausforderung. Der Angreifer leistete mit 42 Toren in zwei Saisons einen maßgeblichen Beitrag zum Wiederaufstieg der Brucker in die Bayernliga und dort 2017/18 zum Klassenverbleib. Umso enttäuschender verläuft die aktuelle Runde. "Wir haben nach meiner Rechnung sieben bis acht Punkte weniger, als möglich gewesen wären. Die Welt würde dann ganz anders aussehen, hätten wir nicht reihenweise den Gegner mit Geschenken zum Toreschießen eingeladen", sagt der Vize-Kapitän. Parallel durchlebte Seybold, der noch zu Beginn gleich viermal in fünf Begegnungen getroffen hat, eine persönliche Leidenszeit. Nach Schlüsselbeinbruch und Operation kämpfte er sich in den vergangenen Wochen zurück, gab jüngst ein 45-minütiges Comeback und wird wohl auch im Derby gegen den Ex-Verein noch einmal als Joker auf der Bank Platz nehmen. Unabhängig von der eigenen Situation und der "emotionalen Note" beim Wiedersehen mit dem Jahn beschäftigt den Stürmer am stärksten die tabellarische Lage seiner Mannschaft zum Start der Rückrunde. "Spielerisch sind wir mehr als konkurrenzfähig, bringen die Qualität aber momentan nicht auf den Platz. Keiner weiß, warum das so ist. Im Training sieht es immer gut aus. Es braucht eben mal wieder ein Erfolgserlebnis und dann eine kleine Serie." Über ähnliche Sorgen und mentale Blockaden könnte sich Seybold bestens mit den früheren Kumpels um Patrick Hagen, Tom Jäckel und Sandro Gumbrecht austauschen. Das Trio holte zwar mit Forchheim zwischendurch sechs Zähler aus drei Spielen, streckt aber "genauso tief hinten drin" (Seybold). Daneben vereint die bestens bekannten Nachbarn bisweilen ein Missverhältnis zwischen ordentlicher Offensiv-Ausbeute und anfälliger Defensive. "Der Jahn hat interessante, gefährliche Spieler. Ich denke, dass ein oder zwei Situationen das Spiel entscheiden." Seybold erwartet eher eine vom Sicherheitsgedanken geprägte Auseinandersetzung als die Wiederholung eines torreichen Spektakels wie beim unbekümmerten 3:3 zum Saisonstart. Kevin Gudd

Der Rückrunden-Auftakt des ASV Neumarkt könnte kaum schwieriger sein: Der Drittletzte gastiert am Samstag um 16 Uhr beim Tabellenvierten TSV Großbardorf, einer gestandenen Bayernliga-Truppe. Die „Grabfeld-Gallier“ haben vor der letzten fünf Partien gewonnen. Die Bilanz das ASV ist hingegen ernüchternd. Nach lediglich zwei Punkten und 17 Gegentoren aus den letzten sechs Spielen galt es letzte Woche gegen Ansbach, einen direkter Konkurrenten im Abstiegskampf, „zunächst mal die Null zu halten“. Trotzdem erwischte der ASV einen denkbar schlechten Start, die Null fiel bereits nach drei Minuten und Neumarkt kassierte in der Folge vier weitere Tore und verlor 5:1. „Wir haben alles versucht, aber leider konnten wir unsere Chancen vorne nicht nutzen und waren hinten zu oft zu unkonzentriert“, so das Fazit von ASV-Coach Benedikt Thier. Trotz einer erneuten Niederlage mit fünf Gegentoren war die Stimmung im Training „immer noch erstaunlich gut, obwohl wir erneut ohne Punkte die Heimreise antreten mussten“, sagt Thier und ergänzt, dass „die Jungs immer noch optimistisch sind, die Kurve zu kriegen, was ich der Mannschaft absolut zugute halten muss“. Doch auch die kommende Aufgabe wird für den ASV nicht gerade einfach, es geht ins unterfränkische Großbardorf. Der TSV Großbardorf befindet sich nicht nur aktuell auf dem vierten Tabellenplatz und gewann vier der letzten fünf Spiele, er zählt für ASV-Coach Thier auch noch „zu den absoluten Aufstiegsfavoriten“. Trotzdem geht der ASV guter Dinge ins Spiel, zumal ihm im Hinspiel, beim Saisonauftakt im eigenen Stadion, bereits ein 1:1-Achtungserfolg gelang. „Es wird natürlich brutal schwer gegen Großbardorf zu punkten, zumal sie auch noch eine taktisch und individuell extrem starke Mannschaft sind“, lobte Thier den Gegner, „trotzdem bin ich optimistisch, dass wir aufgrund unserer harten Arbeit im Training mal wieder punkten können“ Die Priorität liegt beim ASV nach elf Gegentoren aus den letzten drei Spielen verständlicherweise erst einmal auf einer stabilen Defensive. Es sprechen allerdings auch noch weitere Vorzeichen gegen einen Punktgewinn des ASV: Die personelle Situation hat sich in den letzten Tagen nicht verbessert. Wegen mehrerer Krankheitsfälle „können wir froh sein, wenn wir am Wochenende elf bayernliga-erfahrene Spieler auf den Platz bringen“, konstatierte Thier. Dem ASV werden gegen Großbardorf neben den zahlreichen Langzeitverletzten voraussichtlich auch noch Marc Eger und Christian Bulinger wegen Krankheit, beruflich bedingt Daniel Haubner und Iatrou Panagiotis sowie der verletzte Dominik Ammon fehlen. TOBIAS PÜRZER

Der guten Leistung in Hof ließen die Vacher eine 2:1-Niederlage gegen den ATSV Erlangen folgen. Zwar konnte der ASV die Partie bis zum Ende offen gestalten, aber Punkte sprangen dennoch nicht heraus. Dabei hatten die Vacher noch Glück, dass die Erlanger einen Elfmeter nicht verwandeln konnten. Sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen stehen damit zu Buche. Damit vergrößerten sich die Abstiegssorgen der Mannschaft von Norbert Hofmann gewaltig. Der Vorsprung sor dem Letzten 1. FC Sand beträgt nur einen Zähler und sie haben noch ein Spiel weniger - das allerdings gegen den Würzburger FV. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nunmehr sieben Punkte. Jetzt steht zudem das Spiel gegen Spitzenreiter TSV Aubstadt an. Der TSV hat die letzten drei Spiele in Folge gewonnen, zuletzt mit 3:0 bei Sand. Die Aubstädter haben mit nur elf Gegentreffern die beste Defensive der Bayernliga Nord. Für Hofmann und sein Team gilt es daher das Abwehrbollwerk der Gäste zu überwinden. Und hinten möglichst wenig zuzulassen. Timo Weith

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