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Der FSV Bruck verzweifelt vor dem gegnerischen Kasten

Gegen Ansbach vergeben die Erlanger unzählige Torchancen und spielen 3:3

Der FSV Erlangen-Bruck kommt wei­ter nicht vom Fleck und damit nicht aus der gefährlichen Abstiegszone der Bayernliga Nord heraus. Am Samstagnachmittag gab es viel Kampf und am Ende hängende Köpfe beim 3:3 (1:2) gegen die SpVgg Ansbach.

Endstation "Ansbach-Keeper": Für Erlangen-Bruck (in Blau) wären im mittelfränkischen Kräftemessen mehr als "nur" drei Tore möglich gewesen.

 / © Horst Linke

Nicolas Herzig viel­leicht. Aber sonst eigentlich jeder. Wobei das daran liegen mag, dass man als Torhüter, der Herzig beim FSV Erlangen-Bruck ist, von Natur aus sel­ten vor dem gegnerischen Gehäuse Großchancen vergeben kann.

"Ich weiß gar nicht, wie viele es am Ende waren", wunderte sich auch Nor­mann Wagner, der Trainer: "Sieben vielleicht? Acht? Zehn?" Aus allen Rohren feuerte der FSV Erlangen-Bruck im Heimspiel gegen die Spiel­vereinigung Ansbach am Sams­tagnachmittag, doch entweder zielte man vorbei, traf sich gegenseitig – oder scheiterte am Ende an Sebastian Heid, dem Gästekeeper. Es war, so fand es auch Torjäger Oliver Seybold, ein Nachmittag zum verrückt werden.

Auch deshalb, weil Bruck ja dann tatsächlich drei Mal ins Ansbacher Tor getroffen hatte – es aber trotzdem nicht zum Sieg genügte: 3:3 (1:2) stand es nach Abpfiff von Schiedsrichter Michael Freund – ein Punkt, den man so vermutlich vor der Partie mitge­nommen hätte beim FSV: Ansbach kam mit drei Siegen aus den vergange­nen vier Spielen an die Tennenloher Straße. Wer dann aber im Angriff eigentlich nicht auftauchte war: die Spielvereinigung Ansbach.

Stattdessen spielte Bruck frisch und frei nach vorne, immer wieder an­getrieben von einem unermüdlichen Adem Selmani. Vergessen die mutlo­sen Auftritte wie in Würzburg vor wenigen Wochen, als der FSV sich noch in einem beängstigenden Zustand präsentierte. "Es hat heute alles gestimmt eigentlich", fand Wag­ner, "die Leidenschaft, der Einsatz, die Laufbereitschaft – nur brauchen wir viel zu viele Chancen. Und schaf­fen es zudem nicht, hinten dicht zu machen".

Nach einem Eckball für Bruck kam so der Gast zu einem blitzschnellen Konter und dem 0:1 mit seiner ersten Torchance. Zwar glich Selmani nach einer halben Stunde aus – doch erneut traf Ansbach mit dem zweiten Schuss wieder durch Sven Landshuter zum 2:1 (41.).

Bruck, zwei Mal eiskalt geduscht, schüttelte sich und stürmte weiter. Es war durchaus bemerkenswert, wel­chen Mut das Trainerteam seiner Mannschaft eingeimpft hatte in dieser schweren Situation. Gold wert war da natürlich auch der Derbysieg der Vor­woche gegen Jahn Forchheim – der erst dritte Dreier aus den vergange­nen 13 Bayernligaspielen.

"Wir haben das eigentlich gut ge­macht, sind immer zurückgekommen – und müssen das doch am Ende irgendwie über die Zeit schaukeln", ärgerte sich Normann Wagner: Erneut Selmani (71.) und Oliver Seybold (80.) drehten das Spiel binnen neun Minu­ten. "Dann", fand Seybold, "habe ich noch die Chance zum 4:2" – eine sehenswerte Volleyabnahme nach Vor­arbeit von Selmani konnte Ansbachs Torwart aber parieren.

Logisches Finish

So kam es, wie es kommen musste: Tom Abadijew köpfte einen abge­blockten Schuss über die Brucker Tor­linie zum Endstand (86.). "Es war bezeichnend", fand Wagner, "dass der Ausgleich so fällt, dass dem einer an den Kopf schießt." So, findet der Bru­cker Coach, läuft das im Sport, wenn man im Tabellenkeller steht und vom Glück verlassen scheint.

"Wir müssen uns das schon selber ankreiden", fand Seybold, "wir machen vorne die Dinger nicht – und legen uns hinten die drei Gegentreffer selber auf. Aber man sieht: Wir sind noch nicht tot." So musste Bruck fast froh sein, noch einen Zähler geholt zu haben. "Wir sind bitter enttäuscht", gestand Normann Wagner, "vielleicht müssen wir einfach noch mehr laufen, noch mehr kämpfen und noch mehr Chancen herausspielen, um das Glück irgendwie zurück zu holen."

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