Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Spiel eins nach Sasse: Der TV 48 Erlangen hofft auf die Wende

Neue Ansprache vor dem 4:1-Sieg über den ASV Weisendorf

Aufregende Woche beim TV 48 Erlangen in der Bezirksliga: Erst war Trainer Udo Sasse nach nur einem Sieg aus zwölf Spielen zurückgetreten. Dann feierte der TV den zweiten Sieg seit 29. August.

Neuer Impuls: Mit Spielertrainer Hannes Decher (blaues Trikot, hier gegen den SK Lauf) will der TV 1848 Erlangen wieder durchstarten.

 / © Sportfoto Zink

Die letzten Zweifel beseitigte das 2:4 vergangene Woche beim FC Hersbruck. Zuvor hatte der Turnverein eine starke Trainingswoche hingelegt, alle waren frohen Mutes, den unterirdischen Auftritt beim 1:4 gegen Türkspor vergessen zu machen – doch am Ende hagelte es wie so oft nur die nächste Niederlage. "Udo rief mich am nächsten Tag an", sagt Hannes Decher, sein Co-Trainer, "und teilte mir mit, dass er das Gefühl hat, mit seinen Ideen an Grenzen gestoßen zu sein." Wobei diese Grenzen vor allem der Kader zog – zahlreiche Leistungsträger verließen den TV zum Teil erst unmittelbar vor der Runde, die Neuzugänge spielen überwiegend zum ersten Mal im Herrenbereich. "Es war uns klar, dass es schwer werden würde", sagte Decher schon vor zwei Wochen. Doch weil sich so gar keine Erfolgserlebnisse mehr einstellen wollten, der TV zudem vom Pech verfolgt schien, zog Udo Sasse die Reißleine.

"Brav und zu nett"

"Er selbst bezeichnet sich als braven und zu netten Trainer. Die Mannschaft braucht jetzt eine härtere Hand", findet Max Bittner. Der spielende Co-Trainer Decher soll jetzt übernehmen. "Durch den Wechsel erhoffen wir uns einen Schub. Der Kader ist gut genug für die Bezirksliga. Acht Mann haben schon in der Landesliga gespielt. Es fehlt uns nicht an Qualität sondern an Selbstvertrauen", sagt der Abteilungsleiter.

Vor allem das mit der Ansprache, sagt Hannes Decher, haben sie gleich angepackt. "Es herrscht jetzt kein böser, aber ein direkter Ton. Auch die erfahrenen Spieler brauchen meiner Meinung mal einen Tritt in den Hintern." Wobei der Schritt von Udo Sasse allein das Team schon aufrüttelte: Als Decher die Entscheidung der Mannschaft mitteilte, sagt er, wirkten zumindest die jungen Spieler aufgekratzt. "Wir sind alle gut mit Udo klar gekommen – es war nur sportlich kein Erfolg mehr da." Dass sich etwas ändern müsse, war am Ende sogar logisch.

Die Energie, die das freisetzte, konnte man am Samstag sehen: 4:1 gewann der TV gegen den ASV Weisendorf - läuferisch wie kämpferisch war das Team dabei kaum wiederzuerkennen. Dabei hatte Decher kaum Änderungen vorgenommen - außer eben der Ansprache und der Intensität im Training. "Vielleicht hat die Mannschaft den Rücktritt gebraucht, um endlich zu verstehen, worum es geht. Wir haben aber bisher nur ein Spiel gewonnen – das freut uns und tut gut. Aber wir haben ab sofort nur noch Endspiele", sagt Hannes Decher. Der hätte am liebsten gemeinsam mit Udo Sasse weitergemacht und am Ende, wie er sagt, den Klassenerhalt sicher gefeiert. "Die Mannschaft ist gut genug, wir brauchen nur Erfolgserlebnisse und Selbstbewusstsein. Daran arbeiten wir weiter, jetzt ist es endlich mal wieder gut gegangen."

Nur noch Endspiele

Dass es weiter vorwärts gehen könnte, zeigt, dass das Glück zurück ist: Das 1:0 erzielten die Gäste durch ein Eigentor. "Das haben wir erzwungen", ist sich der neue Coach sicher.

Bis zur Winterpause, sagt Max Bittner, wird man wissen, wohin es geht: "In den kommenden Spielen werden die Weichen gestellt. Es geht gegen direkte Konkurrenten. Wenn wir da nicht punkten, können wir für die Kreisliga planen." Hannes Decher muss man das nicht sagen: "Wir müssen jedes Spiel jetzt so angehen, als wäre es das letzte." Kommenden Sonntag kommen die Bayern Kickers, der Vierzehnte, dann Diepersdorf, der Sechzehnte. Es bleibt aufregend beim TV 48.

Mehr zum Thema