Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Rahners mahnende Worte verpuffen: Angstgegner Cagri beendet Schwaigs Erfolgsserie

Bezirksliga Nord //21. Spieltag, Sonntag

Die Schwaiger Erfolgsserie ist futsch. Trotz mahnender Worte von Helmut Rahner musste sich der SV Schwaig wie schon im Hinspiel Cagrispor geschlagen geben. 0:2 verlor der Ligaprimus beim Angstgegner und damit erstmals wieder ein Spiel seit dem 19. August. Das konnten die Verfolger nutzen. Kalchreuth gewann gegen den ASV Fürth und kann mit einem Sieg am kommenden Wochenende im Nachholspiel gegen Buckenhofen bis auf fünf Zähler an Schwaig heranrücken. Auch die SpVgg Hüttenbach gestaltete ihren Jahresabschluss erfolgreich. Einmal mehr war Matthias Gruner der Matchwinner, der seine Saisontore 34, 35 und 36 erzielte. Durch eine Aufholjagd in der Schlussphase hielt der FC Bayern Kickers den TV 48 Erlangen im Abstiegskampf auf Abstand. Türkspor konnte Weisendorf besiegen und brachte dadurch vier Zähler zwischen sich und dem Relegationsplatz.

Bereits das Hinspiel zwischen Schwaig und Cagrispor ging an die Nürnberger. Im Rückspiel wiederholte Cagri das "Kunststück".

 / © Stefan Hippel

Zum Jahresausklang empfing Hersbruck mit der SpVgg Diepersdorf eine Mannschaft aus der unteren Tabellenregion. Die Gäste zogen sich massiv in die eigene Hälfte zurück. Infolgedessen hatte der Club ein starkes Übergewicht an Ballbesitz und Spielanteilen. Man verstand es dabei aber nicht, sich entsprechende Chancen herauszuspielen. Letztlich geriet das Gästetor nicht zwingend unter Bedrängnis. Zu allem Überfluss waren die Diepersdorfer bei einem der seltenen Gegenangriffe erfolgreich. Gentes nutzte den viel zu großzügig gebotenen Freiraum und traf vom Strafraumeck mit einem platzierten Schuss ins lange Eck. Mit der Führung im Rücken erhöhte sich natürlich auch nicht die Bereitschaft der Gäste, die defensive Ausrichtung zu ändern. Hersbruck ließ den Ball bis zum Halbzeitpfiff zwar teilweise gefällig durch die eigenen Reihen laufen, zwingend agierte man dabei aber viel zu selten. Auch im zweiten Abschnitt bot sich den Zuschauern ein einseitiges Bild. Die Gäste zogen sich weit in die eigene Hälfte zurück und ließen den FC anrennen. Es gelang aber nur selten das Tor von Keeper Seidl ernsthaft in Gefahr zu bringen. Die besten Möglichkeiten von Michael Mertel und Hannes Herrmann wurden im letzten Moment noch von einem Verteidiger vor der Linie geblockt. Torwart Markus Bauernfeind blieb auf der anderen Seite nahezu beschäftigungslos. Der eingewechselte Daniel Leitenbacher verhinderte mit einer sehenswerten Direktabnahme nach schönem Zuspiel von Tayyip Kara noch das "Worst Case"-Szenario und sorgte wenigstens noch für einen Teilerfolg. Für die Gäste war der späte Gegentreffer natürlich sehr bitter.

Das Kellerduell endete mit einem leistungsgerechten Unentschieden. Der Gast aus Erlangen kam gut in die Partie. Mit großen kämpferischem Einsatz konnte der TV 48 das Spiel an sich reißen. Folgerichtig die Führung. Nach 36 Minuten bescherte Florian Söllmann seinen Farben verdientermaßen das 1:0. Beide Teams begegneten sich auf bescheidenem Niveau. Viele Fehler auf beiden Seiten. TV-Akteur Fabio Garcia narrte die BaKi-Defensive ein ums andere Mal. Seine starke Leistung krönte er nach über einer Stunde, als er das 2:0 markierte. Wer den TV 48 nun schon als sicheren Sieger wähnte, sah sich getäuscht. Die Gastgeber gaben nicht auf und konnten nur sieben Minuten nach dem 0:2 verkürzen. Abwehrmann Maurice Blanton verkürzte auf 1:2. Einen wichtigen Treffer zum Abschied bescherte Cihan Kiymaz seiner Mannschaft. Der Stürmer wird die Kickers im Winter gen Raitersaich verlassen. Einen Elfmeter verwandelte Kiymaz zum mittlerweile verdienten 2:2. In der Nachspielzeit sah TV-Spieler Nicolas Roas nach wiederholten Foulspiel die Gelb-Rote Karte.

Mit einem 3:1-Sieg gegen den ASV Fürth kann der FC Kalchreuth den zweiten Tabellenplatz behaupten. Die Gastgeber waren von Beginn an tonangebend. Großchancen konnten aber weder Schmitt noch Nerreter zu Führung nutzen. Auch Gressel und Siefert konnten Manuel Döllfelder im Gehäuse des ASV nicht überwinden. Der Gast aus Fürth war stets durch Standards gefährlich. Nach einer halben Stunde nutzte Chassen Hamada eine solche zur Gäste-Führung. Die Alm-Kicker konnten die Partie noch vor der Pause ausgleichen. Nach einer Nerreter-Flanke erzielte Gressel unmittelbar vor dem Pausenpfiff das 1:1. Nach der Pause knüpfte Kalchreuth direkt an die gute Schlussphase der ersten Halbzeit an. Nach einer Ecke von Kapitän Giering vollstreckte Siefert zum schnellen 2:1. Der Favorit blieb weiter am Drücker und konnte erhöhen. Gressel steckte für Arapaoglu durch, der das vorentscheidende 3:1 erzielte. Im Anschluss plätscherte die Partie dahin. Kalchreuth brachte den Sieg über die Runden und kann somit den Relegationsplatz verteidigen. Für den ASV geht es mit zehn Punkten aus 20 Spielen in die Winterpause.

Der Aufsteiger konnte auch das zweite Duell gegen den Landesliga-Absteiger für sich entscheiden. Dabei sah es anfangs für die Müller-Elf noch gut aus. Mit Angriffspressing brachten sie die Heimelf ein ums andere Mal in Schwierigkeiten. Die "Spieli" war deutlich aktiver und ging verdient in Führung. Nach einem Eckball jagte Johannes Winkelmann den Ball aus der zweiten Reihe unter die Latte zum 1:0. SVB-Coach Helmut Wolff schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Jungs wurden nun deutlich aktiver. Zudem kam noch Hilfe vom Gast dazu. Andre Karius erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst, als er Schiedsrichter Christoph Klein nach einem Foulspiel und der daraus resultierenden Gelben Karte die Meinung geigte. Der Unparteiische ließ sich das nicht gefallen und schickte Karius mit Gelb-Rot vom Platz. Buckenhofen bescherte der Platzverweis natürlich mehr Räume und diese wussten sie zu nutzen. Binnen weniger Minuten drehten die "Buckis" die Partie. Erst erzielte Jonas Weber den überfälligen Ausgleich, ehe Felix Pfister zwei Minuten später das Spiel komplett drehte. Jonas Weber sorgte vom Punkt für die endgültige Entscheidung. Damit bleibt Buckenhofen weiter oben dabei, während sich die "Spieli" durch eine Dummheit selbst um den Ertrag brachte.

Nach zwei Pleiten konnte Türkspor wieder einen Sieg landen. Weisendorf hatte die erste gute Chance, doch der Treffer fiel auf der anderen Seite. Necati Güler verwandelte aus zehn Metern zum frühen 1:0 für Türkspor. Diese hatte aber nicht lange Bestand. Tim Schmitt bediente Julian Hendel, der mit seinem Abschluss nur den Pfosten anvisierte. Friedrich Leist schaltete am schnellsten und drückte den Abpraller zum Ausgleich über die Linie. Nach einer guten halben Stunde drehte Weisendorf das Spiel. Leist bediente Torjäger Manuel Wild, der den Ball flach ins rechte Eck zum 2:1 verwandelt. Im zweiten Durchgang verwaltete Weisendorf mehr und mehr das Ergebnis. Türkspor drängte auf den Ausgleich und wurde belohnt. Mustafa Köseoglu stellte nach 70 Minuten auf 2:2. Nach einem Freistoß war es erneut Köseoglu, der den Abpraller zum 3:2 nutzte. Mit dem Sieg springt Türkspor in der Tabelle an Weisendorf vorbei.

Der Tabellendritte gegen den Tabellenletzten. Auf dem Papier eine klare Angelegenheit. Doch auf dem Platz sah das über 70 Minuten ganz anders aus. Zwar hatte Hüttenbach deutlich mehr vom Spiel und auch mehrere glasklare Torchancen, doch Tobias Gottschalk im Tor der Gäste erwischte einen Sahne-Tag. Der Keeper hielt sein Team ein ums andere Mal im Spiel. Sollte Gottschalk einmal den Ball nicht mehr erreichen, wurde die Murmel von der Defensive noch von der Linie gekratzt. Neunkirchen schmiss sich in jeden Ball und kämpfte um jeden Zentimeter. Zwanzig Minuten vor dem Ende war der Bann dann aber gebrochen. Nach einem Foulspiel am bereits einschussbereiten Matthias Gruner gab es Elfmeter. Der Torjäger ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte gewohnt sicher zum 1:0. Kurze Zeit später war es erneut Gruner, der auf 2:0 erhöhte. Hüttenbachs bereits verwarnter Nicolas Weber machte die Partie noch einmal spannend, als er mit Gelb-Rot vom Platz musste, nachdem er den Ball am Boden mit der Hand spielte. Manuel Menges erzielte in der 88. Minute den Anschlusstreffer. Somit wurde es noch einmal turbulent. Neunkirchen wollte den Punkt. Sebastian Anderson stellte mit seiner Gelb-Roten Karte in der 90. Minute die Gleichzahl auf dem Platz wieder her. Den Schlusspunkt setzte erneut Gruner, der mit seinem dritten Treffer den 3:1-Sieg seiner Mannschaft perfekt machte. Nach der Partie gab der TSV Neunkirchen auf seiner Facebookseite bekannt, dass nach Coach Harald Gerstner auch Co-Trainer Damir Hasaj den Verein in der Winterpause verlassen wird. Hasaj kam vor der Saison vom Baiersdorfer SV.

Im letzten Spiel des Jahres empfing der SVG den SK Lauf. Vor guter Kulisse hatte Lauf durch Gabsteiger die erste Möglichkeit, sein Schuss aus 16 Meter rauschte in der zweiten Minute aber links vorbei. In der vierten Minute setzte sich Mario Foth schön auf links durch, passte in den Rückraum zu Brian Gallo und es stand 1:0 für Gutenstetten. In der sechsten Minute war es wieder Foth, der sich durchsetzte. Seine Flanke erreichte wieder Gallo, der den Ball mit der Brust annahm und überlegt ins lange Eck zum 2:0 einschob. Gutenstetten spielte weiterhin wie entfesselt und in der elften Minute war es Habib Imami, der einen Fehlpass im Spielaufbau der Laufer an der Mittellinie aufnahm, sah das Sven Enzensberger zu weit vor seinem Tor stand und aus 45 Meter zum 3:0 traf. Lauf versteckte sich aber keineswegs und hatte in der 21. Minute durch Nicola-Markus Merkl die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, aber Keeper Daniel Himmrich konnte die Situation entschärfen. In der 27. Minute steckte Gallo herrlich auf Imami durch, der überlegt zum 4:0 über Keeper Enzensberger traf. In der 44. Minute grätschte Tim Sohr Waleri Leist von hinten in die Beine und wurde durch Schiedsrichter Christoph Wißerner (Nürnberg) mit Rot des Feldes verwiesen. In der 48. Minute legte der quirlige Lukas Brütting auf Foth, der aber am Aluminium scheiterte. Gutenstetten schaltete nun ein paar Gänge zurück und das Spiel fand in der Folgezeit ausschließlich im Mittelfeld statt. Bis zur 72. Minute, als Kapitän Simon Adlung aus zehn Metern zum Abschluss kam, aber Zentimeter zu hoch zielte. Lauf versuchte zumindest den Ehrentreffer zu erzielen, scheiterte aber erst durch Simon Kreisel nach Hereingabe von Dominik Hofmann. Dann war es Hofmann selbst, der im Sechzehner an den Ball kam und über Himmrich zum 1:4 lupfte. In der 83. Minute dezimierte sich Lauf erneut, nachdem Kreisel nach groben Foulspiel die Ampelkarte sah. Gutenstetten verschärfte daraufhin nochmals das Tempo und in der 88. Minute war es Patrick Reichenauer, der sich durchs Mittelfeld tankte, auf Dustin Lunz spielte und der zum 5:1-Endstand traf.

Sie können tatsächlich noch verlieren. Schwaig verliert nach 15 Siegen in Folge nach dem Hin- auch das Rückspiel gegen Cagrispor. Es war die zwölfte Pleite für den SVS in den vergangenen 16 Partien gegen Cagri. SVS-Coach Helmut Rahner hatte sich vor dem Spiel ja schon unzufrieden über sein Team geäußert. Er sollte recht behalten. Zum Sportlichen: Die erste Halbzeit gestaltete sich ausgeglichen und chancenarm. Richtig viele Torraumszenen gab es auf beiden Seiten nicht. Die beste Gelegenheit hatten die Gastgeber, nachdem Jakob Neumann mit seinem Abschluss an der Latte scheiterte. Der Tabellenführer tat sich nach vorne schwer und konnte auch nicht mit Torjäger Christoph Weber für Gefahr sorgen. Mit einem torlosen Unentschieden ging es in die Katakomben. Auch in der zweiten Halbzeit blieb Cagri das aktivere Team und ging nach einer Stunde in Führung. Ein Abschluss von Celal Ünal wurde unhaltbar für Keeper Haßler abgefälscht und schlug in den Maschen zum 1:0 ein. Das Spiel war stets hart umkämpft. Viele Zweikämpfe, wenig Torraumszenen waren die Folge. Schwaig wollte die drohende Niederlage noch abwenden und erhöhte nochmals die Schlagzahl. Doch erstmals seit knapp drei Monaten gelang dem Tabellenführer kein eigener Treffer mehr. Cagri konnte in der Schlussminute endgültig den Deckel auf die Partie setzen. Nach einem Konter vollendete Mohamed Rhouma den quer gelegten Ball zum umjubelten 2:0. Ein verdienter Sieg für Cagri, die damit auf dem achten Tabellenplatz überwintern. Schwaig kann trotz der Niederlage auf eine beeindruckende Serie zurückblicken und auf Platz eins Weihnachten feiern.

Mehr zum Thema