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Der ATSV Erlangen holt Daniel Geißler

Bayernliga Nord

Der ATSV Erlangen macht früh im Winter Nägel mit Köpfen: So kann der Bayernligist mit Daniel Geißler, German Elperin und Enis Izbudak drei Zugänge präsentieren. Ein wichtiger Fokus liegt aber weiterhin auch auf der Ausbildung des eigenen Nachwuchses.

Daniel Geißler (rot, hier gegen die SpVgg Ansbach) verstärkt den ATSV.

 / © Zink / MeZi

Am Mittwoch erst präsentierte der ATSV Erlangen Teil eins seiner Winterpersonalien: Schon länger bekannt war der Abgang von Sven Gordzielik, sowie die Tatsache, dass Kapitän Michael Kammermeyer beruflich bedingt kürzer treten wird. Und auch die verletzungsbedingte Auszeit von Simon Exner wurde bereits kommuniziert. Neu war die Meldung, dass Vignon Amegan, der sich noch vor dem ersten Ligaspiel im Training einen Riss der Achillessehne zugezogen hatte, den Verein verlassen wird; und auch Rene Vargas Flicker sowie Pape-Moussa Diouf werden nicht mehr für den ATSV auflaufen.

Einen Tag später kann ATSV-Abteilungsleiter Jörg Markert nun drei Zugänge vermelden: So wird sich Daniel Geißler vom Ligarivalen ASV Vach den Erlangern anschließen. "Der Kontakt zu ihm bestand schon länger, ich wollte ihn bereits im Sommer holen, damals hat er sich aber für Vach entschieden", so Markert. Dort kam der vielseitige Offensivakteur, der in der Saison 17/18 noch beim ASV Fürth in der Bezirksliga für Furore sorgte, in der laufenden Spielzeit auf 18 Einsätze (fünf Tore). "Er passt perfekt zu uns, einen Typen wie ihn brauchen wir. Er wird uns definitiv verstärken", zeigt sich Markert überzeugt vom 24-Jährigen, den er als "aggressiv und laufstark" bezeichnet.

Der zweite Neue im Trikot mit der roten Schärpe kommt ebenso von der Ligakonkurrenz: German Elperin spielte seit Beginn der Saison für den SC Eltersdorf, in der Spielzeit zuvor kickte er noch für die SpVgg Greuther Fürth in der U19-Bundesliga. "Wir sehen in ihm viel Potenzial, wollen ihn langsam aufbauen", sagt Markert über den erst 18-jährigen Offensiv-Allrounder, der in Eltersdorf bei seinen bisherigen acht Saisoneinsätzen jeweils von der Bank kam. 

Der dritte Neue im Bunde ist beim ATSV Erlangen kein Unbekannter: Keeper Enis Izbudak entstammt der ATSV-Jugend, absolvierte in der Saison 16/17 bei den Herren sogar eine Landesliga-Partie, schloss sich anschließend aber Türkspor Nürnberg an. Nach eineinhalb Spielzeiten kehrt er jetzt zurück und soll den abgewanderten Sven Gordzielik ersetzen: "Wir standen immer im Kontakt", so Markert über den 20-Jährigen, "wir haben einen gesucht, der ins Team passt. Und er passt optimal."

Ein Innenverteidiger soll noch kommen

Alle Planstellen sind somit aber noch nicht besetzt beim ATSV: Ein Innenverteidiger soll noch kommen. "Wir sind mit mehreren im Gespräch", so Markert, der neben Kammermeyer bekanntlich auch auf den erst im Sommer aus Feucht nach Erlangen gewechselten Defensivmann Fabian Diesner verzichten muss. Der 24-Jährige zog sich eine Kreuzbandriss zu. "Es ist bereits sein zweiter, fraglich, ob er überhaupt zurückkommt." 

Bis Coach Shqipran Skeraj im neuen Jahr zum Auftakt lädt, sollen möglichst keine weiteren Hiobsbotschaften hinzukommen. Ins Trainingslager wird es dann nicht gehen, dafür stehen diverse Testspielbrocken an. So geht es mit der U21 des 1. FC Nürnberg, der U23 der SpVgg Greuther Fürth sowie der SpVgg Bayreuth unter anderem gegen drei Regionalligisten. Markert warnt derweil, sich auf dem Neun-Punkte-Polster im Winter auszuruhen: "Wir spielen noch gegen den Abstieg, wollen uns möglichst schnell sichern. Dann kann der Aufbau für die neue Saison losgehen."

Große Ziele mit dem Nachwuchs

Ein Aufbau, der sein Fundament in Zukunft auch immer in der eigenen Jugend haben soll. Externe Verstärkungen für die erste Mannschaft zu organisieren, ist bekanntlich nur ein Teil von Markerts Aufgabe bei den Erlangern. Binnen weniger Jahre hat der einstige Jugendleiter des SC Eltersdorf beim ATSV aus der praktisch brach liegenden Jugendsparte eine höchst erfolgreiche Abteilung geformt. So ist es nur logisch, dass in der kommenden Wintervorbereitung wieder einige Nachwuchskräfte aus dem eigenen Verein an die erste Mannschaft herangeführt und in den Vorbereitungsspielen auch eingesetzt werden sollen. Damit auch künftig der Unterbau des Bayernligisten mit der Entwicklung der ersten Mannschaft Schritt halten kann, strebt der ATSV in vielen Jahrgangsstufen jeweils den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse an.

Die von der Erlanger Stürmer-Legende Joe House trainierte U23 ist momentan in der Kreisliga auf Rang fünf gelistet. Bei einem Spiel weniger auf dem Konto erscheint zumindest der Relegationsrang für den ATSV durchaus noch möglich. Der Aufstieg ist in diesem Jahr noch keine Pflicht, innerhalb der nächsten beiden Jahre will Markert die 2. Mannschaft aber in der Bezirksliga sehen, "um junge Spieler an höhere Aufgaben heranführen zu können." Gut läuft es auch in der A-Jugend. Die von Marko Napolitano trainierte U19 ist in der BOL in dieser Saison noch ungeschlagen und wird aller Voraussicht nach mit Weißenburg die Meisterschaft auskarteln. "Hier streben wir ganz klar den Aufstieg in die Landesliga an", sagt Markert, der für die U17 das gleiche Ziel vorgibt, wenn auch erst im kommenden Jahr. Die Truppe von Mehmet Ok und Musa Ramani besteht fast ausschließlich aus dem jüngeren Jahrgang (2003) und soll in dieser Spielzeit "die Klasse halten, um dann in der neuen Saison anzugreifen."

Auch die C-Jugend spielt unter der Leitung von Toni Giangrasso (ehemals SV 73 Süd) in der BOL eine außergewöhnlich gute Rolle. Zwar ist die SGV 83 Nürnberg uneinholbar enteilt, in der kommenden Saison soll aber "mit dem Top-Jahrgang 2005" (Markert) der Sprung in die Bayernliga gelingen. Möglichst am Ende dieser Saison schon feiern soll die C2 (U14), die das Tableau in der Kreisklasse 1 anführt und unter der Anleitung von Werner Walter - er ist bislang mit jedem Team, das er beim ATSV trainiert hat, aufgestiegen - den Aufstieg in die Kreisliga realisieren soll.

In der D-Jugend hat Bernd Reindl das Sagen. Er bringt mehrjährige Erfahrung aus den Nachwuchsleistungszentren von Club und Fürth mit ein. Seine U13 rangiert derzeit in der Kreisliga auf Rang vier. In der U12 unterstützt Reindl Michael Wiesner, der die Mannschaft in die Aufstiegsrunde zur Kreisklasse geführt hat. Wenn es nach Markert geht, soll im Frühjahr auch hier gefeiert werden.

Ein Hauptaugenmerk legt der Abteilungsleiter neben den leistungsorientierten Jahrgängen dennoch auf die Ausbildung der ganz Kleinen: "Das Kleinfeld ist der wichtigste Baustein in der Jugend. Hier wird sehr viel und auch sehr schnell gelernt. Unser Ziel ist es natürlich, talentierte Spieler schon hier zu erkennen und diese dann zu fördern. Die Trainer um Marko Eskofier, Benni Maueröder, Mauris Dransfeld und Stephan Brehm, der die Leitung hat, sowie Ronja Ringer und Jule Altmann machen sehr gute Arbeit, die auch in der Halle zu erkennen ist."

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