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Bayernligisten fordern Türkspor

Vorschau Hallenbezirksmeisterschaft

Kann sich Türkspor Nürnberg, der amtierende süddeutsche Hallenfußballmeister, der heuer auch schon den Burgpokal und den Titel im Kreis Nürnberg-Frankenhöhe geholt hat, auch bei der Bezirksmeisterschaft durchsetzen? Oder macht einer der beiden Bayernligisten das Rennen? Oder gar ein Außenseiter? Diese Fragen werden am Samstag ab 13 Uhr in der Emmy-Noether-Halle in Erlangen-Bruck beantwortet, wenn es zum 37. Mal um die Hallenkrone im Bezirk geht.

Der Nürnberger Kreismeister Türkspor würde gerne auch noch den Bezirkstitel feiern.

 / © Sportfoto Zink

Weil der ATSV Erlangen und Türkspor, die als Ausrichter beziehungsweise Titelverteidiger als Gruppenköpfe gesetzt waren, jeweils mindestens bis ins Halbfinale vorgedrungen waren, sind die Kreise Erlangen-Pegnitzgrund und Nürnberg-Frankenhöhe mit je drei Klubs im Achterfeld vertreten. Der ATSV, Tabellenelfter der Bayernliga Nord, feiert ein Wiedersehen mit "Klassenkamerad" ASV Neumarkt (16.), der im Kreis-Endspiel mit einer gemischt besetzten Mannschaft dem SV Wettelsheim (13. der Bezirksliga Süd) mit 0:2 unterlegen war. Doch die Herausforderer der beiden Favoriten sind nicht ohne: Der SK Lauf, Zwölfter der Bezirksliga Nord, hat soeben den ATSV mit einem 3:2-Sieg im Kreis entthront – und der FC Bosna Nürnberg kommt als spielstarker und eingespielter Vizemeister, da hat die Klassenzugehörigkeit (er ist Spitzenreiter der B-Klasse 8) eher untergeordnete Bedeutung.

Der ATSV Erlangen rechnet sich trotz der verpassten Titelverteidigung im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund für Samstag einiges aus: "Wir haben Vieles gewonnen", sagt Hakim Graine. "Jörg (Markert, der Abteilungsleiter, d. Red) und Chipo (Trainer Shqipran Skeraj) haben eine junge, technisch gute Mannschaft zusammengestellt. In der Halle sieht man noch deutlicher, wie gut die Fußballer sind." Auch wenn die Feldsaison Priorität genießt, "macht uns Jörg Feuer unterm Hintern. Er will, dass wir fair und guten Fußball spielen", meint Graine, "wir wollen aber auch gewinnen". Er selbst kann nicht dabei sein, für eine Weiterbildung an der IHK muss er samstags zur Schule gehen. Trotzdem traut er seinen Teamkollegen den Einzug ins Halbfinale zu.

Marktbergel ist der Underdog

In der Gruppe 2 bekommt es Außenseiter TSV Marktbergel (der Dritte aus Nürnberg-Frankenhöhe ist Sechster der Kreisklasse 2) mit drei Bezirksligisten zu tun. Der Norden ist neben Türkspor (Elfter) mit dem ASV Weisendorf (13./Dritter Erlangen-Pegnitzgrund) vertreten, aus dem Süden kommt der SV Wettelsheim.

"Einfach nur Spaß haben und genießen." Ambitionen? Naja. "Eher völlig entspannt drauf los spielen." Mit der Qualifikation für die Bezirksmeisterschaft hat der TSV Marktbergel um Kapitän Bertram Strobel, von dem die Aussagen kommen, die Erwartungen bereits übererfüllt, für eine Überraschung gesorgt. Der Ausflug am Samstag in die Emmy-Nöther-Halle in Erlangen soll daher zum Erlebnis werden, Busfahrt inklusive. Futsal-Südbayern-Champion Türkspor Nürnberg, die Bayernligisten ASV Neumarkt und ATSV Erlangen oder die Bezirksligisten SK Lauf und ASV Weisendorf – namhafte Gegner warten auf die Kicker vom Petersberg, die mit Rang drei bei der Hallenkreismeisterschaft das Ticket für die Mittelfränkische gelöst haben. "Beim Futsal wird mehr Wert auf Technik gelegt – uns macht es viel Spaß", sagt Bertram Strobel. Grätschen ist nicht nur verpönt, sondern verboten und ab dem fünften Foul eines Teams gibt es einen Zehnmeter für den Gegner. "Das sieht so einfach aus", sagt Strobel und lacht, "doch wenn man dasteht und zielt, ist das Tor ganz schön klein." Mit einem verwandelten Zehner machte Strobel im Spiel um Platz drei am vergangenen Samstag gegen den Post SV Nürnberg dennoch die Reise zur Bezirks-Endrunde klar. Dort kommt es um 13.18 Uhr gleich zu einer Neuauflage des Kreis-Halbfinales gegen Türkspor (das jüngste ging 0:3 aus). Die weiteren Gruppenspiele hat Marktbergel gegen Wettelsheim (15.06 Uhr) und Weisendorf (15.42 Uhr). Bitter für den TSV ist, dass Keeper Lukas Arnold gesperrt sein wird, da er in jenem Halbfinale gegen Türkspor mit Rot vom Platz geflogen war. Für ihn wird Routinier Michael Steinmetz in der Bude stehen. Zwar seien Florian Kolb, der wohl mit Gesichtsmaske kicken wird, und Sebastian Kroha angeschlagen, bis auf Fabio de Luca, der durch Nico Dworschak ersetzt wird, reist dennoch der Kader der Kreis-Endrunde an. Und mit diesem zahlreiche Fans, wie Bertram Strobel verrät. Per Bus, der um 10.45 Uhr am TSV-Sportheim abfährt, geht es nach Erlangen. Mitfahren kostet zehn Euro, Bier inklusive. "Es gibt noch ein paar Plätze", sagt der Kapitän. Schließlich sollen möglichst viele Schlachtenbummler mit Coach Karl-Heinz Knetsch auf der Tribüne sitzen. Und ebenso genießen dürfen wie Hallen-Trainer Bernd Schuh, Strobel und seine Kollegen auf dem Feld.

Der SV Wettelsheim hat sich vorheriges Wochenende erstmals den Titel bei der Hallenkreismeisterschaft geholt und feiert folglich seine Premiere auf dem mittelfränkischen Hallenparkett. SVW-Coach Tobias Grimm und seine Mannschaft freuen sich darüber, unter den besten acht Teams im Bezirk zu sein und wollen "das Bestmögliche" erreichen. Ob es für den Einzug ins Halbfinale reicht, wird sich zeigen. Die Wettelsheimer werden das Ganze – wie schon bei der Kreisendrunde in Weißenburg – ohne Druck angehen und versuchen, an die Leistungen der Vorwoche anzuknüpfen. Gerade im Halbfinale gegen den SV Rednitzhembach (4:1) und im Endspiel gegen den Bayernligisten ASV Neumarkt (2:0 und zudem vier Pfostentreffer) demonstrierte die Truppe um Kapitän Hans-Christian Döbler und Toptorjäger Julian Dürnberger (neun Treffer) eine enorme Offensivpower "Ich denke, wir haben guten und ansehnlichen Fußball gezeigt, daran wollen wir anknüpfen", sagt Trainer Tobias Grimm. Der Spaßfaktor war natürlich auch durch das erfolgreiche Abschneiden sehr hoch. "Und außerdem haben wir in Sachen Futsal Nachholbedarf", so Grimm, waren die Wettelsheimer schließlich seit der Einführung der neuen Hallenvariante noch nie dabei und hatten sich zuvor auch recht rar gemacht auf dem Parkett. Jetzt scheint der SV aber auf den Geschmack gekommen zu sein.

Feuertaufe für Hofmann

Das Turnier ist gleichzeitig die Feuertaufe für die neue Bezirksspielleiterin Sandra Hofmann (Neumarkt). Wie immer geht es um den vom VGN präsentierten Lotto Bayern Hallencup, eine Partie dauert 15 Minuten, und es wird – natürlich – nach Futsalregeln gespielt. Allen Teilnehmern winken wertvolle Geldpreise. Das Eröffnungsspiel um 13 Uhr führt gleich die Bayernligisten Erlangen und Neumarkt zusammen, gegen 18.30 Uhr soll dann der neue Champion feststehen. Er vertritt den Bezirk bei der bayerischen Meisterschaft am 26. Januar im schwäbischen Stadtbergen.

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