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Neunsinger: Wir-Gefühl wird am Ende immer vor Egoismus stehen

Bezirksliga Süd

Intensive Wochen kommen auf sämtliche Vereine der Bezirksliga Süd zu. Bei einigen Mannschaften wird der Kader schon nach den ersten Spielen kleiner und das Team stellt sich praktisch von selbst auf. Mit Verletzungen, Sperren und beruflichen Terminen haben alle Trainer mehr oder weniger zu kämpfen. Ein großer Kader kann da ein Wettbewerbsvorteil sein, aber auch Unruhe in den jeweiligen Verein bringen. Ein Verein, der sich mit seinem Konzept gut gewappnet sieht, ist der TSV Burgfarrnbach. Wir haben mit Trainerfuchs Uwe Neunsinger gesprochen.

Trainer unter sich: Uwe Neunsinger (rechts) im Gespräch mit Zirndorfs Martin Hermann.

 / © Wittmann

Der Start nach der Winterpause mit neun Punkten und 6:0-Toren war optimal. Wie ist der Ausblick auf die nächsten Spiele?

Uwe Neunsinger: Gegen Berching und anschließend gegen Ansbach/Eyb dürfen wir nicht verlieren, denn dann kommen einige Mannschaften gegen die wir in der Vorrunde verloren haben. Aus sieben Spielen haben wir damals nur zwei Punkte geholt. Der geballte Spielplan wird nicht einfach und wenn wir in den englischen Wochen Ausfälle haben kann es wieder schnell nach unten gehen. Deswegen müssen wir schnell unsere nötigen Punkte holen. Wir müssen sachlich bleiben, denn in der Vorrunde sind wir innerhalb von fünf Wochen auf den zehnten Platz abgerutscht.

Wie unterscheiden sich die beiden Bezirksligen in Mittelfranken?

Neunsinger: Im Norden ist es schwer aufzusteigen, im Süden ist es vom Punktestand aus gesehen schwerer, die Klasse zu halten. Wenn nicht gegeneinander gespielt wird, kann man auch nicht herausfinden, wer stärker ist. Deswegen ist es auch unnötig zu viel darüber zu diskutieren. Die TopDrei-Süd würden auch im Norden vorne mitspielen. Die Liga im Ganzen ist im Süden ausgeglichener. Zum Beispiel muss Ansbach/Eyb als Landesliga-Absteiger um den Klassenerhalt kämpfen.

Die vielen Spielerwechsel in den letzten beiden Transferperioden waren sehr auffällig.

Neunsinger: Die Fluktuation bei uns ist brutal, doch seit ich angefangen habe, gehen wir unseren Weg, den wir vordefiniert haben. Mit Abteilungsleiter Holger Schraml (ehemaliger Spieler von mir in Vach) bin ich auf einer Wellenlänge. Abgänge im Winter gab es 'ohne Ende'. Wir haben Stammspieler (unter anderem Schreiner und Wellhöfer) und torgefährliche Spieler verloren. Trotzdem sind wir momentan auf dem vierten Platz. Das ist für den derzeitigen Kader aller Ehren wert. Wir haben einen guten Zug im Training und die Einstellung passt. Wir sind in eine Richtung unterwegs, was nicht immer so war und alle ordnen sich unseren Zielen unter. Jeder opfert sich für die Mannschaft. Wenn sich Spieler auf der Bank nicht mitfreuen, dann habe ich extreme Schwierigkeiten. Bei einigen Spielern war die Bereitschaft nicht da, mehr als einmal zu trainieren. Wenn der Ehrgeiz zum regelmäßigen Training nicht da ist, dann trennen sich die Wege, aber es wurde kein Spieler weggeschickt.

Im letzten Jahr gab es im Oktober eine Negativphase. Was waren die Lehren daraus?

Neunsinger: Wir waren in einer Phase des Umbaus und der Gestaltung. Wir haben noch nicht die Hierarchien wie andere Vereine, aber wir wollen uns nicht mehr mit Diskussionen über die Vergangenheit aufhalten. Es gab Meinungsverschiedenheiten, doch wir waren auf längere Zeit gesehen trotzdem erfolgreich. Wir hatten nach der letzten Saison einen anderen Ansatz gewählt und ohne Pause durchtrainiert. Da war es logisch, dass das Team einmal eine schlechte Phase hat. Es gab Verletzungen ohne Ende. Aber andere Vereine mit Relegations-Spielen (Buch, Ansbach/Eyb) hatten auch Schwierigkeiten. Die A-Jugend trainiert bei uns mit und sie bekommen Starteinsätze. Wenn Spieler wie Alex Seybold (Junioren Quelle Fürth) fleißig sind und mitziehen, dann sind sie auch erfolgreich und lernen etwas. In der Vorrunde spielte er noch keine Rolle und nach der Winterpause ist er mit drei Starteinsätzen und zwei Treffern gestartet.

Wer wird am Ende ganz vorne stehen?

Neunsinger: Mannschaften mit einem Wir-Gefühl werden am Ende immer vor Teams mit zu vielen Egoisten stehen. Woffenbach ist ein Paradebeispiel für ein funktionierendes Team. Die marschieren und fighten miteinander und haben sich mit Rückkehrer Bernhard Neumayer vom ASV Neumarkt in der Winterpause noch gezielt verstärkt. Woffenbach hat keine Schwachpunkte und ist fast nicht zu knacken. Wenn sich alle Spieler in den Dienst der Mannschaft stellen, dann sind sie erfolgreich. Die TSG Roth hat die modernste Spielanlage der Liga, aber sie sind auch störanfällig.

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