Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Derbyheld Dudek: "Wir sind noch lang nicht durch"

Bezirksliga Nord

Dennis Dudek schoss die SpVgg Erlangen beim Derby gegen den TV 48 Erlangen zum Erfolg. Nach zuletzt Wochen des Abwärtstrends ein Lichtblick für die "Spieli".

Der erste Streich: Dennis Dudek (li.) bejubelt seinen ersten Treffer zum 1:0 für die Spielvereinigung im Derby. 

 / © Sportfoto Zink / D.Marr

Vor einem Jahr hatte Dennis Dudek mit dem Fußball schon beinahe abgeschlossen. Einst angetrieben von einem ganz großen Traum im Fürther Nachwuchsleistungszentrum, bekam der heute 23-Jährige einen Schlag auf den Knöchel, von dem er sich nie richtig erholte: Muskuläre Probleme, ein Knöchel und ein Knie, das schmerzten – „es hat keinen Spaß mehr gemacht“, sagt Dudek. Mehr schlecht als recht quält er sich nach der A-Jugend durch den Seniorenbereich, erst Kreisklasse und ein paar Landesligaeinsätze beim FSV Bruck, dann 17 Mal Bezirksliga beim Turnverein 1848. „Ich war an einem Punkt, an dem ich gesagt hab’: Nach der Saison hör’ ich auf.“ Es waren die Fußballkumpels, die nicht locker ließen. Dudek nahmen sie immer mit, in die Soccerhalle, und redeten dort mit ihm: Dieses Talent, sagten sie, könnte er doch nicht so einfach wegwerfen. Also fing er wieder an, nach über einem Jahr Pause, zu Saisonbeginn bei der Spielvereinigung Erlangen.

Es war die richtige Entscheidung: Gestern, beim wichtigen 2:1-Heimsieg im Derby über den Ex-Klub TV 1848 Erlangen schoss Dennis Dudek beide Tore. „Derbyheld“, sagte er und strahlte, „das kann man so sagen, ja.“ Dabei hatte die Spielvereinigung auch in dieser Partie die Leichtigkeit, die Selbstverständlichkeit eines Landesliga- Absteigers größtenteils vermissen lassen. „Wer spielte“, meinte TV-Spielertrainer Dennis Dechert hinterher enttäuscht im Mittelkreis, „das waren eigentlich wir. Wir waren die bessere Mannschaft.“ Die auch zweimal traf – allerdings einmal davon in Abseitsposition, es wäre das zwischenzeitliche 2:1 gewesen.

So aber kam die „Spieli“ mit ihrem zweiten echten Torschuss in diesem Abstiegsduell zum zweiten Tor, beide Male musste Dennis Dudek den Ball nur noch über die Linie schieben. Die Gästeverteidigung sah jeweils nicht gut aus. Ansonsten wirkte der TV entschlossener, technisch versierter und abgeklärter als sein Gegner, konnte daraus aber zu wenig Kapital schlagen. So dass der Derbysieg für die Gastgeber am Ende schmeichelhaft war: „Wir sind noch lang nicht durch“, meinte Dennis Dudek zwar, doch beträgt der Abstand nun schon sieben Zähler. Für den TV wird die Luft hingegen immer dünner. Aber der Coach gibt sich kämpferisch: „Es ist noch lang nicht vorbei“, sagt Hannes Decher. Das gilt, zum Glück, mittlerweile auch wieder für den Fußballer Dennis Dudek.

Mehr zum Thema