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Siefert: "Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen"

Nach dem 0:3 gegen Buckenhofen

Bezirksligist FC Kalchreuth hat sich nach dem 0:3 gegen Buckenhofen wohl aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Auch Goalgetter Leon Siefert zeigte sich nach der Partie ernüchtert.

Erst Fußball, dann Arbeit: Leon Siefert (links) war nach dem 0:3 gegen den SV Buckenhofen enttäuscht. Anschließend ging es für ihn zur Nachtschicht.

 / © Zink/WoZi

Ein Kulturschock war es nicht. Sagt Leon Siefert. Vielleicht sind Schock und Kultur auch die falschen Wörter. Schließlich geht es um Spaß und Sport. Die Kombination gelingt den Fußballern des 1. FC Kalchreuth gerade allerdings maximal mäßig. Beim 0:3 gegen Buckenhofen erzielten die Hausherren schon wieder kein Tor. Wie zuletzt beim enttäuschenden 0:0 gegen den FC Bayern Kickers. Aus drei Spielen hat der FCK nur einen Punkt geholt. Zu wenig, um noch einmal in den Aufstiegskampf einzugreifen.

Auf der Alm blickte man nach Abpfiff in entsprechend frustrierte Gesichter. Dabei war es, rein objektiv gesehen, ein wunderbarer Fußballabend. Die Sonne schien, das Radler schmeckte, die Bratwurst war gut. Und die Aussicht: überragend. Wiesen, Felder, Kirschbäume bis zum hellblauen Himmel. Einmal fuhr sogar ein Traktor vorbei. Die Alm, die Heimat des FC Kalchreuth, ist ein Idyll. Für Leon Siefert, geboren und aufgewachsen in Erlangen, könnte es also schon ein Kulturschock sein.

Über die Brucker Jugend, den Turnverein, Eltersdorf und den ATSV kam der 20-Jährige nach Kalchreuth. Es ist seine erste richtige Saison im Herrenbereich. 24 Spiele hat der Angreifer gemacht, fast immer über 90 Minuten. „Die Bezirksliga ist gut, um Fuß zu fassen. Ich habe viel gelernt. Auch nächstes Jahr will ich hier weiter machen.“ Der Wechsel vom ATSV, wo er zwischen erster und zweiter Mannschaft pendelte, sei die richtige Entscheidung gewesen. „Die Jungs, der Trainer, die Umgebung sind klasse.“ Mit seiner Leistung aber ist der Angreifer nicht zufrieden. „Es könnte besser laufen.“ Nächste Saison will er „die 20-Tore-Marke“ knacken.

Die Ergebnisse aktuell stimmen auch nicht. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen, offensiv fehlen die Bälle“, sagt Siefert. „Das ist schon frustrierend.“ Auch Buckenhofen kombinierte am Donnerstag flüssiger nach vorne, die Belohnung folgte nach einem Angriff über den rechten Flügel. Christian Held kreuzte den Laufweg mit seinem Gegenspieler. Jonas Weber verwandelte den Strafstoß zum 1:0. Danach kurbelten die Kalchreuther ihr Offensivspiel etwas mehr an. Doch der direkte Freistoß von Tobias Gressel war leichte Beute für Keeper Oleksandr Dinovskyy.

Nach Wiederanpfiff vergab Philipp Viereckl eine gute Kopfballchance. Ansonsten blieb es bei Kombinationsversuchen. Buckenhofen wartete auf Konter. Einmal rettete Lukas Mehlig einen Weber-Kopfball stark. Rene Schmitts Flachschuss war zu harmlos, im direkten Gegenzug fiel das 2:0 nach einem langen Ball, trocken verwandelt von Philipp Hoffmann. In der Schlussphase machten die Gäste alles klar. Mehlig, trotz guter Leistung, war zum dritten Mal geschlagen.

Was blieb, war die Idylle auf der Alm. Leon Siefert konnte die nicht mehr wirklich genießen. „Mit einem Sieg wären es drei Big-Points gewesen, wir hätten den Anschluss im Aufstiegskampf nicht verloren.“ Dann musste er zur Nachtschicht, als Bundespolizist war er am Nürnberger Hauptbahnhof eingeteilt.

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