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Skeraj: "Als Trainer will ich den Jungs zeigen, dass ich Vertrauen in sie habe"

Bayernliga Nord

Hochgejubelt und tief gefallen gegen am Boden gelegen und wieder aufgestanden: Der ATSV Erlangen empfängt am Samstag (14 Uhr) den ASV Vach. Drittes Team im Kampf um den direkten Klassenverbleib ist der FC Sand. Nur wenn Sand beim Tabellenführer Aubstadt nicht punktet, kann sich der ATSV eine Niederlage erlauben (0:1 oder 1:2). Für Vach hingegen führt nur ein eigener Sieg zum direkten Ligaverbleib. Zum Duell der Aufsteiger reist ein ehemaliger Erlanger an: Rico Röder (28) spielte in der Regionalliga-Saison 2012/13 sogar gemeinsam mit Shqipran Skeraj (33) beim SC Eltersdorf. Vor zwei Jahren wechselte Röder vom SCE nach Vach, um dort mit Patrick Schwesinger als spielender Co-Trainer Erfahrungen sammeln und weitergeben zu können. Skeraj ist seit drei Jahren Cheftrainer beim ATSV. Vor dem Endspiel haben die ehemaligen Teamkollegen zwölf Antworten gegeben über Lockerheit, Nachbarschaft und Mallorca.

Shqipran Skeraj und Rico Röder, beide spielten gemeinsam für den SC Eltersdorf. Am Samstag stehen sie sich im Abstiegskracher gegenüber.

 / © Sportfoto Zink

Ein so spannendes Saisonfinale ist vielleicht geil für die Zuschauer. Wir aber machen uns angesichts der bedrohlichen Lage ehrlich in die Hose.

Shqipran Skeraj: Nein. Wir haben viele erfahrene Spieler im Kader, auch ich kann aus Erfahrung sprechen. Es herrscht Vorfreude vor dem Endspiel. Wir haben keine Angst. Als Trainer will ich den Jungs zeigen, dass ich Vertrauen in sie habe.

Rico Röder: Nein. Wir haben so viel in der Rückrunde erreicht, dass wir es entspannt angehen können. Keiner hat damit gerechnet, dass wir direkt drin bleiben können. Unser Mindestziel war die Relegation.

Um ja gut vorbereitet zu sein, haben wir doppelt hart trainiert und stundenlang Videoanalyse betrieben.

Skeraj: Nein, doppelt nicht. Wir hatten drei Einheiten für jeweils eine Stunde, jetzt bereiten wir uns noch mental vor. Ich denke, die Spieler sind fokussiert. Es sind auch alle Mann an Bord, nur Kevin Guerra ist angeschlagen. Wir waren in der Landesliga in einer ähnlichen Situation, da haben wir auch Ruhe bewahrt.

Röder: Nein. Wir haben nicht anders trainiert. Seit dem Sieg gegen Sand, seit dem Start unserer Serie, haben wir locker trainiert. Selbst bei einer Niederlage haben wir die Zügel nicht angezogen. Es ist besser, locker zu bleiben anstatt sich reinzubeißen.

Wir haben zwar nur zehn von 33 Spielen in dieser Saison gewinnen können. Trotzdem kommt Nummer elf am Samstag dazu.

Skeraj: Ja. Es liegt alles in unserer Hand. Wir haben in der Mannschaft viele Charaktere, denen diese Muss-Spiele liegen. Wir schauen nicht auf die anderen Mannschaften, es kommt nur auf uns an.

Röder: Auf jeden Fall. Wir haben in der Rückrunde einen Lauf und uns Leidenschaft, Mut und Ehrgeiz erarbeitet. Das wollen wir nicht am letzten Spieltag hergeben. Zur Winterpause kamen ein paar neue Spieler, die super funktioniert haben. Es ging ein Ruck durch die Mannschaft, während man in der Hinrunde schon mal aufgegeben hat.

Wären wir nicht direkte Konkurrenten, würde ich unserem Gegner ein weiteres Jahr in der Bayernliga gönnen.

Skeraj: Definitiv. Vach hat sich das verdient nach dieser starken Siegesserie. Wer hätte das schon zu Beginn der Rückrunde gedacht? Blöd ist jetzt nur, dass sie ein direkter Konkurrent sind.

Röder: Definitiv. Alleine schon wegen des Umfelds. Wir sind Nachbarn. Kurze Wege und Derbys sind mir lieber.

Halten wir am Samstag die Klasse, fahren wir direkt nach Malle.

Skeraj: Malle ist geplant, allerdings ohne mich. Die Saison war für die Mannschaft körperlich und mental anstrengend. Da herrscht auch Vorfreude auf das, was danach kommt. Ich gönne es den Jungs. Als Spieler hätte ich darauf selbst auch Bock gehabt. Als Trainer aber muss ich schon die nächste Saison vorbereiten, und ich will die Auszeit für meine Familie haben.

Röder: Das ist der Gedanke oder der Wunsch aller Fußballer. Wir fahren unabhängig vom Klassenerhalt.

Wenn wir absteigen, schmeiße ich alles hin. Dann können sie alleine sehen, wie sie in der Landesliga klarkommen.

Skeraj: Naaa, absteigen werden wir nicht. Ich gehe mit der Mannschaft durch schwierige und gute Zeiten.

Röder: Ich habe meine Zusage dem ASV Vach schon gegeben. Ich bin in einem Alter, mit Familie und Kindern, da ist die Liga nicht mehr so wichtig. Entscheidend ist der Spaß mit der Mannschaft. Meine Rolle als Spielertrainer gefällt mir auch. Zusammen mit dem Trainer entscheide ich viele Sachen mit. Trainer zu werden ist der nächste Weg. Doch aktuell spiele ich noch so lange, wie meine Beine mich tragen.

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