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Wie Daniel Orel nicht zum ASV Neumarkt kam

Arbeit und Studium gehen für ihn vor

Der Torjäger des SC Schwabach kehrt „zu 99 Prozent“ zum FC Holzheim zurück. Dabei hatte sich zunächst ein Wechsel zum großen Nachbarverein angebahnt. Doch der zerschlug sich.

Vor einem Jahr hat der FC Holzheim seinen Goalgetter Daniel Orel in Richtung Landesliga verabschiedet – jetzt kehrt er höchstwahrscheinlich wieder "nach Hause" zurück.

 / © Etzold

„Ich habe sehr mitgelitten“, so Daniel Orel über seinen Heimatverein FC Holzheim, der vor kurzem den bitteren Gang in die Kreisliga antreten musste. Das Mitleid mit dem ASV Neumarkt und dessen Abstieg in die Landesliga dürfte beim 25-jährigen Stürmer wohl kein Thema mehr sein. Im Sommer 2018 holte Tobias Ochsenkühn, damaliger Trainer des Landesligisten SC 04 Schwabach und heutiger sportlicher Leiter des ASV Neumarkt, Orel von Holzheim nach Schwabach. „Ich habe mich mit dem Tobi sehr gut verstanden, wir waren Freunde“, erzählt Orel. Tobias Ochsenkühn (32) kann das nur bestätigen: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis gehabt.“

26 Tore in der Landesliga

Kurz nachdem Daniel Orel kam, kündigte Ochsenkühn jedoch in Schwabach – aus beruflichen und privaten Gründen. Orel blieb mit Vertrag zurück. „Ich bin dann ohne Tobi dagestanden und musste erstmal schauen, was passiert.“ Ochsenkühn pausierte im fußballerischen Bereich, Orel jagte fortan im blauen Dress der Nullvierer dem Leder nach, der Kontakt zwischen beiden blieb bestehen.

Mit Schwabach wurde Orel am Ende Vierter, verfehlte den angestrebten Aufstieg. Persönlich gesehen war die Landesligasaison 2018/19 für Orel ein 26-facher Treffer ins Schwarze. „Ich bin zufrieden. 40 Scorerpunkte, da kann man drauf aufbauen. Es wäre aber auch noch deutlich mehr drin gewesen. Ich habe mich gut weiterentwickelt, vor allem auch in menschlicher Hinsicht.“ Warum blieb Orel dann nicht? „Die Fahrerei war happig, da kommt man vom Training heim und schläft gleich ein.“ Zu dieser Zeit schrieb der Stürmer noch seine Bachelorarbeit in Betriebswirtschaftslehre an der TH Nürnberg. Nun habe es sich für Orel ergeben, „Vollzeit zu arbeiten“. Neben dem Beruf möchte er den Master in Online-Marketing und Medienkommunikation machen. „Mein Fokus liegt auf Arbeit und Studium.“

Die fußballerische Zelte aufschlagen, das wollte und will Orel an seinem Wohnort Neumarkt. Anfang Februar übernahm Ochsenkühn beim Bayernligisten ASV Neumarkt. Orel war einem Wechsel nicht abgeneigt. Sein Schwabacher Teamkollege, Holzheimer Nachbar und Ex-Profi Michael Görlitz wechselte ja auch an den Deininger Weg. Die Zukunft des ASV war damals noch nicht geklärt. „Es hat geheißen, Bernhard Neumayer kommt von Woffenbach zum ASV und Christian Schrödl bleibt. Unter diesen Voraussetzungen wäre ich auch zum ASV gewechselt.“ Den Vorwurf, falsche Versprechungen gemacht zu haben, weißt Ochsenkühn weit von sich: „Es ist mir nicht bekannt, wie das im Verhältnis zueinander steht. Wir hatten eine mündliche Zusage von ihm.“ Man sei sich sogar mit Schwabach über die Ablösesumme einig gewesen.

Regionalligist hat angeklopft

Nachdem Orel aber im Gespräch mit Neumayer und Schrödl erfuhr, sie würden nach Ammerthal wechseln, änderte Orel seinen Wechselwillen – aus sportlichem Grund. Laut Tobias Ochsenkühn habe er telefonisch „kurzfristig abgesagt“. Der sportliche Leiter des ASV ist „enttäuscht von der Art und Weise, wie es abgelaufen ist“.

Die Summe der Enttäuschungen, angefangen im Sommer 2018, war Orel dann zu viel. Sein Herzensverein blieb der FC Holzheim. „Grundsätzlich war Daniel nie weg“, so FCH-Fußballabteilungsleiter Marco Hösch. Der Kontakt sei nie abgebrochen. Man habe ihm „eher so im Spaß den Co-Trainer-Posten angeboten. Dann kam die Sache ins Rollen“, erzählt Hösch. „Wir versuchen, den Wechsel bis Pfingsten abzuschließen.“ Unterschrieben habe er noch nicht, erklärt Daniel Orel. Aber: „Ich bin nächste Saison definitiv in Holzheim.“ Angebote für den Top-Scorer der Landesliga habe es zahlreich gegeben. Nach eigener Aussage von mehreren Bayernligisten und einem Regionalligisten. Dennoch: Arbeit und Studium gehen für ihn vor.

In familiärer Umgebung heißt es also nun Kreisliga statt Regionalliga. Als Spieler-Co-Trainer wird Orel dem neuen Übungsleiter Benjamin Harmel (25) zur Seite stehen. „Es wird eine geile Saison, da bin ich mir sicher.“ Auch Tobias Ochsenkühn möchte die geplatzte Personalie Orel abhaken: „Schwamm drüber.“

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