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FSV Stadeln: Wieder daheim

Nach dem Triumph in Etzenricht

Der FSV Stadeln kehrt nach drei Jahren Abwesenheit in die Landesliga zurück – und hofft dort auf Derbys. Das Team soll zusammenbleiben, bislang stehen nur zwei Abgänge fest.

Jubel nach Schlusspfiff: Stadeln ist zurück in der Landesliga.

 / © Eberle

Auch 24 Stunden nach dem Abpfiff ist die Aufstiegsfeier in Stadeln noch nicht ganz beendet. Mit zwei Bussen war der FSV in die Oberpfalz zum Relegations-Gegner SV Etzenricht gereist, einer für die Mannschaft, einer für die Fans. Gejubelt wurde auf dem Platz, gesungen auf der Heimfahrt und gefeiert im Sportheim. „Open End“, sagt Tobias Wölfel. Die Stimme des Stadelner Kapitäns klingt heiser, als er am Sonntagnachmittag ans Handy geht.

Kurz zuvor haben er und seine Teamkollegen noch auf dem Balkon von Vorstand Hermann Lang den FSV-Anhängern zugewunken – und gesungen: „Der Dedaj hat gesagt, wir steigen auf.“ Müde ist Wölfel, aber stolz: „Wir haben eine überragende Rückrunde gespielt“, schwärmt er und bedauert nur, dass es überhaupt zur Relegation kommen musste. „Das haben wir der Hinrunde zu verdanken. Und natürlich hat Schwaig (Meister der Bezirksliga Nord, Anm. d. Red.) das souverän zu Ende gespielt.“ Noch im Winter hatte Stadeln teils zwölf Punkte Rückstand. „Die harte Arbeit der Rückrunde hat sich gelohnt“, sagt Trainer Manfred Dedaj.

Gesprochen hat beim FSV vor der Saison niemand von der Rückkehr in die Landesliga nach drei Jahren Abstinenz. „Es gibt in der Bezirksliga viele gute Teams. Man braucht einen langen Atem, den Aufstieg als Ziel auszugeben, wäre vermessen gewesen“, sagt Lang.Gehofft haben aber alle darauf. „Der FSV gehört einfach nach oben“, betonte Dedaj vor den Duellen gegen Etzenricht.

Kapitän Wölfel hat dabei nur zuschauen können. Ende März hat er sich im Training das Kreuzband gerissen. „Man fiebert mit ohne Ende“, sagt er. Auch das Rückspiel in Etzenricht drohte zunächst nicht nur für ihn zum Nervenspiel zu werden. Mit 1:0 hatte Stadeln das Hinspiel gewonnen, sich aber über viele verpasste Torchancen geärgert. Das schien sich zu rächen. Die Gastgeber gingen nach knapp einer halben Stunde durch einen Foulelfmeter mit 1:0 in Führung (28.). „Das war ein kleiner Schock“, sagt Dedaj: „Aber wir sind da gut wieder rausgekommen.“ Denn die Stadelner hatten keine Lust auf einen Krimi und spielten Tempo-Fußball. Gerhard Strobel tankte sich auf der rechten Strafraum-Seite durch und traf zum Ausgleich (35.). Acht Minuten später hielt sich Yannick Loos die Hände ungläubig, aber glücklich vors Gesicht. Nach einem weiten Ball vom eigenen Strafraum und einer missglückten Kopfball- Abwehr der Etzenrichter war er alleine auf SVE-Torwart Michael Heisig zugelaufen – und hatte ihm den Ball durch die Beine geschoben (43.). Mit dem Führungstreffer war der FSV in einer komfortablen Situation, der bisherige Landesligist Etzenricht hätte nun drei Treffer benötigt. Doch Tore gelangen nur Stadeln – mit einem Distanzschuss von Loos (60.) und einem Kopfball von Aljoscha Schnierstein (83.).

Das Team soll zusammenbleiben

Schon im Hinspiel war der FSV wie ein Landesligist aufgetreten, der Aufstieg nach einer Saison mit 76 Punkten war am Ende hochverdient. „Der FSV ist ein gut organisierter Verein mit guter Infrastruktur. Die Landesliga ist die Liga, in der wir uns sportlich heimisch fühlen“, sagt Vorstand Lang. Einen großen Anteil am Aufstieg habe Trainer Dedaj gehabt. „Er ist ein Motivator und kann junge Spieler besser machen. Aber vor allem ist er ein richtig guter Mensch, der Tugenden vorlebt. Das ist wichtig im Amateurfußball“, findet Lang.

Mit Bastian Perlitz (TSV Burgfarrnbach) und Torwart Lukas Marx (SGV 1883 Nürnberg Fürth) stehen zwei Abgänge fest. „Im Wesentlichen wird die Mannschaft zusammenbleiben“, kündigt Lang an. „Punktuell“ wolle man das Team verstärken, noch gebe es aber nichts zu verkünden. Torwart Alexander Kracun, in der Relegation zum ersten Mal eingesetzt, ist schon fest zum Verein gestoßen. Nun hofft man beim FSV darauf, dass der Bayerische Fußball-Verband Stadeln, die SG Quelle Fürth, Bayernliga- Absteiger ASV Vach sowie den FSV Erlangen Bruck in eine Staffel einteilt. „Das wären tolle Derbys“, sagt Lang. Lokalvergleiche gab es zwar auch in der Bezirksliga-Zeit, gegen den ASV Veitsbronn zum Beispiel. Aber nur in der Landesliga fühlen sie sich beim FSV eben richtig daheim.

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