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Forchheim startet mit zehn Neuzugängen

Landesliga Nordost

Landesligist Jahn Forchheim verjüngt die Mannschaft und will attraktiven Fußball spielen. Der direkte Wiederaufstieg ist derzeit kein Thema.

Die Neuzugänge von Jahn Forchheim mit dem Trainerstab: Vorne von links: Egemen Sahin, Christopher Lee, Nicolas Schwab, Samir Tatarevic. Zweite Reihe: Physiotherapeut Lukas Meier (li.), Cotrainer Erkan Esen (re.). Dritte Reihe: Torwartrainer Thomas Oppelt, Muhammed Abubakar, Fabian Schwab, Trainer Christian Springer. Vierte Reihe: Manuel Jurkic, Fabian Hofmann, Axel Hofmann. Es fehlt Neuzugang Mathias Rupp. 

 / © Schauer

Vor dem Trainingsauftakt der SpVgg Jahn Forchheim muss jeder Spieler auf die Waage. „Das machen wir immer so“, sagt Spielleiter Mesut Kimiz. Man hat ein Auge aufs Gewicht. Am Ende der Vorbereitungszeit oder wenn Spieler in den Urlaub gehen und wieder kommen, wird kontrolliert, ob einer zu- oder abgenommen hat. "So merken wir, ob die Jungs sich ordentlich ernähren. Die müssen sich im Griff haben“, sagt Kimiz. „Außerdem erkennen wir, wie sie sich im Urlaub verhalten oder wie das Training anschlägt“, so Christian Springer, der den Absteiger aus der Bayernliga auch in der neuen Saison trainiert.

Springer trägt im Nieselregen gerade zwei kleine Tore aufs Spielfeld; ihm folgt Torwarttrainer Thomas Oppelt, ebenfalls mit zwei Toren unterm Arm. Beide gehören zu denen, die aus der letzten Saison noch übrig geblieben sind. Viele sind es nicht mehr. Der Aderlass in der Mannschaft war groß. Manager Kimiz hatte deshalb in den vergangenen Wochen ordentlich was zu, um die entstandenen Lücken zu füllen. Insgesamt zehn Neuzugänge verpflichtete er – von der Kreisklasse (Muhammed Abubakar, SG Wichsenstein/ Bieberbach) bis zu Axel Hofmann (Regionalliga, 1.FC Nürnberg II). Es sind ausnahmslos junge Spieler. Fabian Schwab ist mit 26 Jahren der älteste der Neuzugänge.

„Wir wollten was ändern und haben deshalb Jungs aus der Umgebung geholt. Ein Großteil stammt aus unserer Ecke, aus Hausen, Heroldsbach oder Oesdorf“, so Kimiz. Man wolle einen regionalen Bezug schaffen. Und was ihm wichtig ist: Die Spieler sollen Spaß am Fußballspielen haben. Einem der Neuen, dem er zutraut, den Sprung in die Landesliga zu schaffen, ist Abubakar. Der 23-Jährige ist vor drei Jahren aus Nigeria nach Deutschland gekommen und wohnt in Gößweinstein. Wichsensteins Fußball-Abteilungsleiter Markus Stenglein sei auf den Jahn zugekommen und habe Abubakar empfohlen. Dieser habe ein paar Mal mittrainiert und dabei einen guten Eindruck hinterlassen. "Das Trainerteam hat gesagt, ich soll ihn verpflichten“, erzählt Kimiz.

Auch die eigenen Spieler machten die Verantwortlichen auf Talente aufmerksam – etwa auf Manuel Jurkic (19), der im U19-Team des TV 48 Erlangen in der Landesliga im Tor stand. „Ein super Körper, sehr athletisch", sagt Kimiz über Jurkic, der sich mit Axel Hofmann (21) einen „offenen Zweikampf“ um die Torhüterposition liefern werde. Es seien zwei Keeper, die wüssten, was sie wollen. „Sie haben eine Einstellung, genauso wie wir sie haben wollen.“ Kimiz hat bei der Zusammenstellung der Mannschaft auf den Charakter der Neuen geachtet. „Es müssen gute Jungs ein, gut erzogen und mit einer guten Einstellung.“ Und was will man mit der deutlich verjüngten Truppe erreichen? Ist der sofortige Wiederaufstieg das Ziel?

Mesut Kimiz schüttelt den Kopf. „Wir wollen attraktiven Fußball spielen, damit die Zuschauer kommen. Die Jungs sollen mit Freude trainieren und spielen.“ Zudem solle die Mannschaft zusammenwachsen. Das Wort Aufstieg nimmt Kimiz nicht in den Mund. Jahn Forchheim reiht sich in der Landesliga Nordost erst einmal brav ein. Bescheidenheit ist angesagt. Die Landesliga sei von der Spielstärke her eine „Bombenliga“ mir drei Absteigern aus der Bayernliga. Kimiz spricht von einer „riesigen Herausforderung“. Weil viele Gegner aus der Nachbarschaft kommen, rechnet er bei den Derbys mit deutlich mehr Zuschauern als in der Bayernliga. Eine Nummer kleiner muss also nicht immer schlecht sein.

>>>> Die Forchheimer Neuzugänge in der Übersicht

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