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Nein: "Wir werden erstmal kleinere Brötchen backen"

Landesliga Nordost

Auch der ASV Vach ist mit runderneuertem Kader in die Vorbereitung gestartet. 13 Mann haben Vach verlassen, zehn Neue kommen dazu.

Norbert Nein muss ein neues Team formen.

 / © Zink / WoZi

Am Sonntag ist Norbert Nein mit seinen Vachern ins Training eingestiegen, "jetzt haben wir ein straffes Programm, mit Testspielen gegen viele künftige Ligakonkurrenten", wie Nein betont. Diese Spiele, etwa gegen Schwabach und Schwaig, hat der Vacher Coach schon in der abgelaufenen Saison ausgemacht - da war der ASV bekanntlich noch Bayernligist. "Aber das ist kein Nachteil, dann sehen wir, wo wir stehen und wo wir nachjustieren müssen."

Das Nachjustieren betrifft aber eher taktische denn personelle Fragen, denn der Kader des ASV Vach für die kommende Saison steht weitestgehend: "Der Aderlass war groß. Es sind auch Spieler gegangen, die uns schon eine Zusage gegeben haben. Anderswo gab es eben zehn Euro mehr", erklärt Nein zerknirscht, "aber das ist der Lauf der Zeit." Schon länger bekannt ist der Wechsel von Patrick Schwesinger als Spielertrainer nach Diepersdorf, in der gleichen Funktion zieht es Martin Kirbach nach Unterferrieden. Marco Horlamus und Joshua Ruckriegl gehen zum SV Schwaig, Dominik Zametzer zum SV Langensendelbach. Außerdem nicht mehr dabei: Daniel Krapfenbauer (SpVgg Ansbach), Nico Haas (FC Herzogenaurach), Christian Kohl (DJK Ammerthal), Julian Konrad (SC Eltersdorf), Ilir Sopa (TSV Höchstadt), Levan Terashvili (FSV Bruck) und Artur Dutt (Ziel unbekannt). Auch war es für den ASV Vach nicht mehr möglich, Yuri Meleleo zu halten. Nein schwärmt von dem 21-Jährigen, den es zum ATSV Erlangen zieht: "Ich verstehe ihn, er wollte in der Spielklasse bleiben. Er wird einschlagen, und es wird für ihn auch noch höher gehen. Er hat am Fuß etwas, das wenige haben. Zudem ist er ein feiner Kerl mit der richtigen Einstellung."

Die Neuen, das seien vor allem "junge Leute, nicht die großen Namen, aber ich traue es ihnen absolut zu." Schon länger bekannt sind die Zugänge Jermaine Anderson, Oscar Krüger und Wilson Lopez Lukoki, auch, dass sich Daniel Uttinger (kommt aus Forchheim) dem Verein anschließt, wurde bereits bestätigt. Außerdem neu in Neins Kader: Cancut Civelek (SC Ebersdorf), Christian Gerein (TSV Burgfarrnbach), Cihan Kiymaz (SV Raitersaich), Mike Meyer (FC Bayern Kickers), Luca Morawetz (TSV Buch U19) und Rückkehrer Halil Berisha (zuletzt pausiert). Der von anderer Stelle bereits als fix vermeldete Transfer von Drazen Misic aus Forchheim hat sich zerschlagen.

17 Feldspieler umfasst sein aktueller Kader, dazu kommen drei Torhüter. "22 Spieler hätte ich gerne", so Nein, vor allem soll noch ein Torjäger kommen. "Da hatten wir in der abgelaufenen Spielzeit schon unsere Probleme." Zig Gespräche habe man im Zuge der Neuplanung der Mannschaft geführt. "Junge Spieler sitzen am Tisch, man gibt ihnen die Chance, in einem Landesliga-Kader dabei zu sein, erklärt den finanziellen Spielraum, der möglich ist. Dann kommt die Frage zurück: Und was gibt es noch?", wundert sich Nein über die teils herrschenden Gepflogenheiten im aktuellen Amateurfußball. Der Verein aber wolle nachhaltiger agieren, "in Sachen Infrastruktur tut sich momentan einiges, auch in der Jugendarbeit", erklärt Nein. 

"Künftig nur noch fünf Bus-Fahrten"

"Wir sind zuversichlich, es ist eine interessante Liga, wir brauchen künftig nur noch für fünf Fahrten einen Bus", sagt Nein über seine neue Landesliga Nordost, in der er natürlich hofft, "das ein oder andere Spiel mehr zu gewinnen. In der Bayernliga war ja jedes Spiel für uns von der Intensität her ein Aufstiegsspiel." Und wo will sich der ASV in der Spielzeit 19/20 einreihen? "Wir werden kein Ziel ausgeben, aber wenn man nicht gleich die Bremsen reinbekommt, hat man ein Problem", mahnt er an. Das etwa habe man am TSV Buch gesehen, der sich nach verpasstem Bayernliga-Sprung plötzlich hinten in der Tabelle eingefunden habe, auch der TSV Kornburg sei nach dem Abstieg ins Schlingern geraten. "Ein Abstieg ist etwas schwieriges, den muss eine Mannschaft erst verarbeiten." Und auch wenn das Gesicht seiner Mannschaft künftig anders aussieht: "Wir werden uns in der Liga etablieren, auch wenn wir erstmal wieder kleinere Brötchen backen." Zwischen Mannschaften wie Vach und etwa dem SC Feucht, "die einen Etat haben, der fünf oder sechsmal so groß ist", liege ein gewaltiger Unterschied.

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